!Hand stellt einen Heizkörperthermostat ein
Am 12. Februar 2026 eröffnete ein Nutzer im Home-Assistant-Repository den Issue #162858 mit dem Titel "tado Integration API Rate Limits - proposal for solutions". Er hatte nachgerechnet. Die Integration holt laut seiner Analyse alle fünf Minuten "8 + D + Z" Daten, wobei D die Geräte mit Temperaturmessung sind und Z die Zonen. Bei fünf Zonen und fünf Geräten ergibt das rund 5.184 Anfragen am Tag, allein fürs Zuschauen. tado erlaubt Nutzern ohne Abo seit Anfang 2026 hundert. Der Issue sammelte Vorschläge, wie sich die Integration sparsamer verhalten könnte. Am 17. Juni 2026 wurde er als "not planned" geschlossen. Der Maintainer hielt die Vorschläge laut Issue für berechtigt, gab aber zu bedenken, dass keine Optimierung ein Limit von hundert Anfragen rettet.
Wer jetzt zum Heizstart sein tado-System in Home Assistant hängen will, braucht also einen Plan. Es gibt drei Wege: das Abo bezahlen, die Cloud-Integration auf Sparflamme betreiben oder lokal über HomeKit (Generation V3 und V3+) beziehungsweise Matter (tado X) arbeiten. Dieser Artikel sortiert, was jeder Weg kann und was nicht. Für den größeren Vergleich der Systeme lesen Sie Smarte Heizkörperthermostate: Warum die Ersparnis je nach Quelle zwischen 6 und 26 Prozent liegt.
Wie es zu den 100 Anfragen kam
Am 27. August 2025 kündigte der offizielle Account von tado im Home-Assistant-Issue #151223 an, tägliche Limits für API-Aufrufe einzuführen: 100 Anfragen am Tag ohne Auto-Assist-Abo, 20.000 mit Abo. Die Limits sollten über sechs Monate schrittweise sinken. Als lokale Alternativen nannte tado HomeKit für V3 und V3+ sowie Matter für tado X. In den Kommentaren darunter beklagen Nutzer mit fünf bis neun Geräten, dass sich damit nicht einmal ein stündlicher Statusabruf ausgehen kann. Auch dieser Issue ist laut Stand Anfang Oktober noch offen, eine technische Antwort von tado auf die Lösungsvorschläge steht dort nicht.
Die Begründung steht im tado-Supportartikel zur REST-API, zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2026: Eine kleine Gruppe sehr häufiger API-Nutzer verursache einen unverhältnismäßig hohen Anteil der Serverkosten. Das Limit gilt für V3 und V3+ und für tado X, jeder REST-Aufruf zählt. Home Assistant erwähnt der Artikel nicht. Gemeint sind aber genau solche Projekte. Im Home-Assistant-Forum schrieb ein tado-Mitarbeiter, man verstehe, dass das für Community-Projekte schwierig sei und werde die Limits deshalb langsam absenken.
Die offizielle Doku der Integration ist seit dem 1. Januar 2026 mit einer Warnung versehen: tado begrenze die API stark, die Quote hänge vom Abo ab, und sie werde um 12:00 Uhr MEZ zurückgesetzt. Das ist wichtig für die Fehlersuche. Der Reset kommt mittags, nicht um Mitternacht. Wenn die Heizung morgens "nicht verfügbar" meldet und gegen 12 Uhr plötzlich wieder da ist, war die Quote leer.
Was die offizielle Integration kann
Die Integration ist eine Cloud-Integration und gehört zum Home-Assistant-Kern, Sie müssen nichts nachinstallieren. Laut Dokumentation liefert sie:
- ein Climate-Entity pro tado-Zone
- Water Heater für Warmwasserzonen
- Binary Sensors mit Zusatzinfos zu den Zonen
- Anwesenheit per Geofencing, Wetterdaten, Schalter für die Kindersicherung
- Select-Entities für Heizkreise
Die Einrichtung selbst ist kurz: Einstellungen, Geräte & Dienste, Integration hinzufügen, "tado" wählen, dem Dialog folgen. Alternativ führt der "My"-Button in der Doku direkt in diesen Dialog.
Die Doku nennt als Standard ein Abfrageintervall von fünf Minuten. Dann rechnet es sich so: Nach Angaben von raspi-config.de kostet ein vollständiger Abgleich neun Grundanfragen plus eine pro Zone, bei fünf Räumen also 14. Nach etwa sieben Durchläufen ist die Tagesquote weg, danach meldet die Integration ihre Geräte als nicht verfügbar. Das deckt sich mit der Rechnung aus dem Issue oben. Mit 100 Anfragen kommen Sie so nur wenige Stunden weit.
Wer es ohne Abo versuchen will, kann das Standard-Polling abschalten und die Aktualisierung selbst steuern. Die Doku beschreibt dafür die Aktion homeassistant.update_entity in einer Automation, mit mindestens zehn Sekunden Abstand zwischen zwei Aufrufen. Ein Beispiel für die Idee: einmal morgens, einmal abends abfragen und nach jedem Schreibbefehl nicht extra nachladen. Das ist unsere Einschätzung, keine Empfehlung aus der Doku. Der Haken: Jede Änderung, die Sie in Home Assistant auslösen, kostet ebenfalls Anfragen, und Automationen, die auf den Ist-Zustand der Heizung reagieren, laufen auf veralteten Daten.
Weg 1: Das Abo
Auto-Assist hebt die Quote auf 20.000 Anfragen am Tag, das reicht für jedes Heim. Laut tado-Pressemitteilung kostet es seit dem 7. März 2024 3,99 Euro im Monat oder 29,99 Euro im Jahr, enthalten sind Geofencing, Fenster-offen-Erkennung, Care & Protect und das Energy-IQ-Werkzeug. Prüfen Sie den aktuellen Preis vor dem Abschluss auf tado.com, wir haben keine neuere Preisliste gefunden. Im Forum berichten Nutzer außerdem, dass Bestandskunden mit einem früher kostenlosen Auto-Assist weiterhin 20.000 Anfragen haben sollen, das konnten wir nicht prüfen.
Unsere Einschätzung: Für ein System, das Sie ohnehin mit tado-App-Funktionen wie Fenster-offen-Erkennung betreiben, sind 30 Euro im Jahr vertretbar. Wer tado nur als Hardware in Home Assistant nutzt, zahlt dagegen für Funktionen, die er gar nicht anfasst.
Weg 2: Lokal über HomeKit (V3 und V3+)
Die Internet Bridge der Generation V3+ spricht HomeKit. Home Assistant kann sie darüber direkt im Heimnetz ansprechen, ohne Cloud und ohne Anfragelimit. Das ist der Weg, den tado selbst nennt: Laut appgefahren.de soll die lokale Schnittstelle für Basisfunktionen wie das Lesen der Temperatur dienen und die Cloud komplexen Dingen wie der Warmwassersteuerung vorbehalten bleiben. Ein Entwickler des openHAB-Bindings schrieb im openHAB-Forum, dass nur die V3+-Bridge (Modell DIB01-TA-06) HomeKit unterstützt, die ältere V3-Bridge (DIB01-TA-04) nicht. Prüfen Sie die Typnummer auf der Unterseite Ihrer Bridge, bevor Sie Zeit investieren.
So gehen Sie vor:
- Falls die Bridge im Apple-Home-Konto hängt: dort entfernen. Ein HomeKit-Gerät verträgt laut Home-Assistant-Doku nur einen Controller zugleich.
- In Home Assistant erscheint die Bridge unter Einstellungen, Geräte & Dienste als entdecktes Gerät (mDNS). Auf "Konfigurieren" klicken.
- Den achtstelligen HomeKit-Code eingeben, der auf der Bridge steht.
- Raum zuweisen, fertig.
Im Forum zur API-Umstellung berichteten Nutzer allerdings, die HomeKit-Anbindung sei nicht stabil, Geräte gingen immer wieder offline. Das ist ein Erfahrungsbericht einzelner Nutzer und kein Messwert, aber ein Grund, nach dem Umbau ein paar Tage genau hinzusehen, bevor Sie sich auf die Automation verlassen.
Wenn Sie Zeitpläne und Fenster-offen-Logik in Home Assistant bauen, sind Sie nah am Weg, den auch eine reine Zigbee-Lösung geht. Wie der aussieht, erklären Zigbee2MQTT oder ZHA und die Übersicht Zigbee-Stick im Vergleich. Wie Home Assistant HomeKit-Geräte allgemein behandelt, steht in HomeKit und Apple Home mit Home Assistant.
Die Zwischenlösung: tado CE
Dazwischen liegt eine Community-Integration: tado_ce auf GitHub (165 Sterne, Version 4.5.0, AGPL-3.0, nach eigener Angabe ab Home Assistant 2025.11 und für V2, V3 und V3+). Sie liest mit einer V3+-Bridge die Temperaturen per HomeKit (nach Angabe des Projekts in etwa zwei Sekunden im LAN) und nutzt die Cloud nur noch für das, was HomeKit nicht liefert, und zwar quotenbewusst. Auf der Projektseite stehen auch die Grenzen: Die HomeKit-Kopplung ist exklusiv, V2-Bridges gehen nicht, und Änderungen außerhalb von Home Assistant können bis zu 30 Minuten brauchen, bis sie ankommen. Wir haben das Projekt nicht selbst getestet. Es ist ein kleines Community-Projekt, behandeln Sie es so, und lesen Sie die Issues, bevor Sie darauf Ihre Heizung stützen.
Weg 3: tado X über Matter
tado X ist die neue Generation, und sie hat mit der Cloud-Integration nichts zu tun. Die offizielle Doku sagt es unmissverständlich: Neue tado-X-Geräte werden von der Integration nicht unterstützt, sie laufen über die Matter-Integration. Die Matter-Anbindung arbeitet laut raspi-config.de unabhängig von den API-Limits.
Das Forum zu tado X über Matter (erster Beitrag 6. Juni 2024) ist die ausführlichste Quelle. Die wichtigsten Punkte daraus:
- Die Reihenfolge zählt: Erst in der tado-App einrichten, dann von dort an den Matter-Controller von Home Assistant teilen. Nicht umgekehrt.
- Sie brauchen einen Thread Border Router. Der Verfasser des Beitrags nutzte einen SkyConnect-basierten Border Router in Home Assistant. Mit NAT64 im OpenThread-Border-Router-Add-on liefen die Geräte stabil, weil das Thermostat laut Beitrag direkt zur Cloud sprechen muss. Andere berichteten von Erfolg mit Google-Nest-Hub-Geräten, bei Echo 4 gab es Probleme.
- Per Matter sichtbar sind Temperatur, Luftfeuchte und das Setzen der Solltemperatur. Nicht sichtbar sind die Automatik- und Zeitplan-Funktionen von tado, Fenster-offen-Erkennung und Firmware-Updates, weil Matter dafür keinen Weg vorsieht.
Was ohne Abo geht, auf einen Blick
| V3/V3+ mit Cloud-Integration | V3+ über HomeKit | tado X über Matter | |
|---|---|---|---|
| Läuft ohne Abo dauerhaft | nein, 100 Anfragen am Tag | ja | ja |
| Cloud nötig | ja | nein | für Updates und Betrieb laut Forum teils ja |
| Temperatur, Sollwert, Modus | ja | ja | ja |
| Warmwasser | ja, verbraucht Quote | nein | nicht Teil der Matter-Anbindung |
| tado-Zeitpläne und Automatik | nur lesend, begrenzt | nein | nein |
| Fenster-offen-Erkennung von tado | nein | nein | nein |
Meine Einschätzung zum Heizstart
Wenn Sie V3+ besitzen und HomeKit-Bridge haben, ist HomeKit der günstigste Weg, vorausgesetzt Ihnen reichen Temperatur, Sollwert und Modus. Das deckt die meisten Automationen ab: Heizung absenken, wenn niemand da ist, auf Komfort schalten, wenn der Wetterbericht Frost meldet. Wer Warmwasser über tado steuert, kommt ohne Cloud nicht aus und sollte das Abo einkalkulieren.
Wer vor dem Kauf steht und von Anfang an Home Assistant einplant, sollte tado nüchtern gegen die Alternativen halten. Bei offener Zigbee- oder Matter-Hardware gibt es die Cloudfrage nicht. Eine Alternative mit lokaler Option beschreibt Homematic IP ohne Cloud, und wie sich die Systeme im Test der Stiftung Warentest geschlagen haben, steht in unserem Artikel zur Ersparnis smarter Heizkörperthermostate. Beides ist eine Abwägung, die wir nicht für Sie treffen können: tado hat Hardware, Bedienung und Geofencing, die für viele Haushalte gut funktionieren, nur eben nicht mehr gratis in Home Assistant.
Quellen: Home-Assistant-Issue #162858 "tado Integration API Rate LImits - proposal for solutions" (github.com/home-assistant/core, eröffnet 12.02.2026, geschlossen 17.06.2026), Home-Assistant-Issue #151223 "Upcoming changes to the tado° API" (github.com/home-assistant/core, Ankündigung vom 27.08.2025), Forum "Tado rate limiting API calls" (community.home-assistant.io, ab 08.09.2025, tado-Aussage zum langsamen Absenken), Integrations-Doku tado (home-assistant.io/integrations/tado), Integrations-Doku HomeKit Device (home-assistant.io/integrations/homekit_controller), tado-Supportartikel "Limitation for REST API usage" (support.tado.com, Stand 27.01.2026), tado-Pressemitteilung zur Preisanpassung (tado.com, 07.03.2024), Forum "Using tado Smart Thermostat X through Matter" (community.home-assistant.io, ab 06.06.2024), openHAB-Forum "Tado API limits & HomeKit binding" (community.openhab.org), tado + Home Assistant (raspi-config.de), tado_ce (github.com/hiall-fyi/tado_ce), appgefahren.de "Tado schränkt Nutzung über Home Assistant & Co ein".