!Hand hält ein Smartphone mit Navigationskarte
Home Assistant 2026.10 erschien am 7. Oktober 2026 unter dem Titel "You are here". Die Überschrift passt zweifach. Das Release dreht sich um eine neue Karte, und wer am Tag danach auf Update geklickt hat, wusste in manchen Fällen sehr genau, wo er sich befindet: im Issue-Tracker.
Beides gehört in diesen Artikel. Zuerst, was neu ist und was davon im Alltag zählt. Danach, was in den ersten drei Tagen kaputtging, woran es lag und was Sie bis zum Patch-Release tun können. Alle Fehlerberichte stammen aus dem GitHub-Repository home-assistant/core, Stand 10. Oktober. Ein Release 2026.10.1 gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Die Karte: von Bildern zu Vektoren
Die Vorgeschichte steht in den Release-Notes und ist erstaunlich profan. Im Vorgängerrelease begann der bisherige Kartenanbieter, "API key required" quer über seine Kartenbilder zu stempeln, und damit waren auf einen Schlag alle Karten in Home Assistant kaputt. Statt einen neuen kostenlosen Anbieter zu suchen, wechselte das Team von fertig gerenderten Bildern auf Vektorkacheln, die die OpenStreetMap Foundation erzeugt und ausliefert.
Der Unterschied: Das Gerät zeichnet die Karte jetzt selbst. Straßen und Beschriftungen bleiben bei jeder Zoomstufe scharf, es gibt einen eigenen Dunkelmodus, und alte Wandtablets, die keine Vektorkarten darstellen können, fallen automatisch auf die klassische Karte zurück. Die neue Integration "Map tiles" holt und speichert die Kacheln über Ihre Home-Assistant-Instanz. Laut Release-Notes kontaktiert der Browser die externen Kachelserver nicht direkt. Für Datenschutzfragen ist das ein sauberer Punkt.
Darauf bauen drei sichtbare Änderungen auf:
- Neue Marker. Personen erscheinen mit Bild, Zonen mit ihrem Symbol in der eigenen Farbe. Wer in derselben Zone ist, teilt sich eine Blase, statt dass Marker übereinanderliegen. Beim Herauszoomen verschmelzen überlappende Blasen.
- Übersicht neben der Karte. Das Karten-Dashboard hat drei Reiter: Personen, Geräte, Zonen. Wählen Sie eine Person, sehen Sie ihre letzten Stationen, eingefärbt nach Zone. Auf dem Handy füllt die Karte den ganzen Bildschirm, die Übersicht ziehen Sie als Sheet hoch.
- Zonen-Editor. Er nutzt dieselbe Karte, Zonen stehen alphabetisch sortiert, "Home" immer oben.
Der Teil, der Automationen betrifft: Trigger ohne IDs
Das Release-Team nennt es selbst "das beste Automationsfeature, das Sie nie benutzt haben", und die Begründung ist plausibel. Wer zwei Automationen hat, die ein Paar bilden (Licht an bei Bewegung, Licht aus bei Ende der Bewegung), kann beides in einer zusammenfassen. Man gibt jedem Trigger eine ID und verzweigt mit der Bedingung "Triggered by". Das Feld für die ID saß aber im Menü jedes Triggers, man musste sich die IDs ausdenken und später wissen, welche zu welchem Trigger gehörte.
Jetzt wählen Sie in der Bedingung "Triggered by" die passenden Trigger per Häkchen aus. Die Trigger sind nach ihrer Position nummeriert, die Zahl steht auch am Trigger selbst. Die IDs verwaltet Home Assistant im Hintergrund und räumt sie auf, wenn ein Trigger verschwindet.
Was das für Bestandsautomationen heißt, steht ebenfalls in den Notes:
- Selbst vergebene IDs in YAML funktionieren unverändert. Auch eine ID, die sich mehrere Trigger teilen, ist weiter erlaubt. Home Assistant schreibt Ihnen keine IDs ins YAML.
- Das ID-Feld ist aus dem Editor verschwunden, weil man es dort nicht mehr braucht.
- Der Editor warnt nur in der Bedingung "Triggered by": bei Verweis auf einen gelöschten Trigger und bei doppelten IDs, dort mit einem "Fix"-Knopf. Das ist ein Vorschlag, keine automatische Reparatur.
Energie und Heizung: Modbus bekommt ein Panel
Im Release 2026.9 hatten wir den geteilten Modbus-Zugang beschrieben, in dem sich mehrere Integrationen eine Verbindung teilen (Release 2026.9). Damals fehlte ein Ort, an dem man sieht, wer mit wem spricht. Den gibt es jetzt: Unter Einstellungen, Konnektivität, listet das neue Modbus-Panel alle Verbindungen, serielle Ports und Netzwerk-Gateways. Eine geschlossene Verbindung ist laut Notes kein Fehler, sie öffnet sich neu, sobald eine Integration sie braucht.
Neu auf dem geteilten Modbus:
- SolarEdge Modbus, gleich mit Platin-Qualitätsstufe. Es spricht die Modbus-TCP-Schnittstelle im Wechselrichter an, ohne Konto, ohne API-Schlüssel, ohne Cloud. Die Werte kommen laut Notes alle paar Sekunden statt alle paar Minuten und laufen weiter, wenn das Internet ausfällt. Exportlimit und Batterieladung lassen sich ändern.
- KACO Modbus für KACO-Wechselrichter, ebenfalls lokal.
- STIEBEL ELTRON teilt seine Verbindung jetzt über die Modbus-Integration. Wer die Anlage nach unserer Anleitung angebunden hat, findet sie im neuen Panel wieder (Stiebel Eltron in Home Assistant).
- Sofar stieg auf Platin und verliert dabei sechs Energiesensoren auf Wechselrichtern ohne Zähler (siehe Breaking Changes).
Weitere neue Energie-Integrationen: my-PV (AC·THOR und AC ELWA 2, die Überschussstrom in Warmwasser verwandeln, lokal und per Auto-Discovery), Bitvis Power Hub und Theben Conexa Smart Meter Gateway (lokale Zählerdaten über die HAN-Schnittstelle), Sunsynk (über das Sunsynk-Connect-Konto), Axle Energy und Zonneplan. Der Energie-Dashboard-Graph zeigt außerdem die Entladung jeder Batterie getrennt, so wie vorher schon die Ladung.
Zwei Kleinigkeiten für Heizungsbesitzer: Template-Helfer können jetzt Klima-Entitäten sein. Wenn eine Wärmepumpe von der Integration nur als lose Sammlung aus Schaltern, Sensoren und Zahlenfeldern geliefert wird, bauen Sie daraus ein Thermostat mit Ist-Temperatur, Soll-Temperatur und Modus. Und die Weheat-Integration meldet Luftaustrittstemperatur, Warmwasser-Sollwert und den Zustand der Wärmepumpe beim Kühlen.
Sonstige Neuerungen, die den Alltag betreffen
- Eine Karte nur zeigen, wenn es passt. Der Reiter "Sichtbarkeit" bietet dieselben Bedingungen wie der Automationseditor, einschließlich Template, Sonne, Zone und Gerät. Oben steht, ob die Karte gerade sichtbar ist und welche Bedingung greift. Bestehende Bedingungen bleiben.
- Profilseite. Sie ist jetzt eine Übersicht mit Abschnitten für Darstellung, Lokalisierung, "Dieser Browser" und Sicherheit. Jeder Benutzer, auch ohne Administratorrechte, kann Namen und Bild selbst ändern. Wie Sie Benutzer überhaupt sauber anlegen, steht in Benutzer in Home Assistant anlegen.
- KI mit einem Klick. Die Seite "KI-Aufgaben" heißt jetzt "KI" und hat eine Karte für den Model-Context-Protocol-Server. Ein Schalter, dann zeigt sie die URLs zum Kopieren. Neue Setups geben laut Notes alles frei, was Home Assistant kann, auch später Hinzugefügtes, und lassen nur Administratorkonten zu. Beides lässt sich ändern. Das ist bequem, aber prüfenswert: Wer neu einrichtet, sollte die Freigabe bewusst eingrenzen.
- Timer-Kacheln mit Start, Pause, Abbrechen und Voreinstellungen per Tipp.
- Schalter "Gerätenamen verwenden" in den Entitäts-Einstellungen.
- Rasenmäher bekommen eine Stopp-Aktion und den Zustand "Leerlauf".
- Fehlermeldungen in der YAML schlagen jetzt vor, was Sie wohl meinten: Aus
command_topciwird die Nachfrage nachcommand_topic. - Cloud wird Link. Home Assistant Cloud soll mit dem Dezember-Release in Home Assistant Link umbenannt werden. Der Dienst bleibt derselbe. Neu ist ein Latenzcheck, der beim Start mehrere Server anpingt und den schnellsten wählt.
Breaking Changes
Die Liste ist diesmal lang, aber mit wenigen Ausnahmen betrifft jeder Punkt nur wenige Setups. Die wichtigen:
- Administratorrechte für Aktionen.
mqtt.publish,mqtt.dumpsowie die Synology-DSM-Aktionen zum Neustarten und Herunterfahren verlangen jetzt einen Administrator. Automationen, die von allein laufen, sind laut Notes nicht betroffen, weil sie ohne Benutzerkontext starten. Scheitern wird, was ein Nicht-Administrator selbst auslöst: ein Dashboard-Knopf, die Entwicklerwerkzeuge, ein per Hand gestartetes Skript. Dort steht dann "Unauthorized". - Zustandsbedingungen mit
for. Kombinationen vonformit einem Attribut, einer Zustandsliste oder dem Zustand einer anderen Entität schlagen jetzt bei der Prüfung fehl. Die Notes begründen das damit, dass diese Kombinationen keine Dauer unterstützen. Dazu gibt es bereits einen Issue (#184804), in dem ein Nutzer widerspricht, bei ihm habe es funktioniert. Ein Mitwirkender antwortet dort, laut Entwicklern habe es nie getan, was gedacht war. - Telegram-Bot. Wer
directory_pathbeitelegram_bot.download_fileangibt, muss das Verzeichnis inallowlist_external_dirseintragen. - Authentifizierung. Der alte Legacy-Modus der Benutzernamen ist weg. Benutzernamen gelten immer klein geschrieben und ohne Leerzeichen am Rand. Zeigt Home Assistant eine Reparaturmeldung dazu, passen Sie die Namen an.
- Sofar streicht sechs Energiesensoren (Verbrauch, Import, Export, jeweils heute und gesamt) bei Wechselrichtern ohne Zähler. Sie hielten dort laut Notes nie echte Werte. Wer sie im Energie-Dashboard hat, entfernt sie.
- easyEnergy und EnergyZero. Die Sensoren "Hours priced equal or lower/higher" heißen jetzt "Periods ..." und haben keine Einheit "h" mehr, weil sie Preisperioden zählen.
- OpenEVSE. Der Ladestatus liefert feste Werte in snake_case wie
chargingundnot_connected. Automationen mit den alten Rohwerten müssen angepasst werden. - Proxmox VE. Der Uptime-Sensor zeigt jetzt einen Startzeitpunkt statt Sekunden.
- Entfernt oder abgeschaltet: Dublin Bus, Etherscan, Melnor RainCloud, Orange and Rockland Utility, Sigfox, SolarEdge Local, Travis-CI, Zestimate und Xbox (die API meldete laut Notes immer "false"). Linode und Tank Utility sind deaktiviert, weil ihre Bibliotheken seit Jahren nicht gepflegt wurden.
Was nach dem Update tatsächlich kaputtging
Die folgenden Fälle stammen aus Issues, die zwischen dem 7. und 9. Oktober eröffnet wurden. Ob sie Sie betreffen, hängt von Ihrem Setup ab.
UniFi-Kameras wechseln zwischen "nicht verfügbar" und "Aufnahme" (Issue #184775)
Das war der lauteste Fall. Ein Nutzer beschreibt, dass nach dem Update von 2026.9.4 auf 2026.10.0 alle Kamera-Entitäten ständig zwischen unavailable und recording springen, mit wachsendem Abstand zwischen den Versuchen (10 Sekunden, 20, 30, dann Minuten). Im Log steht für jeden Kanal "Error opening stream (I/O error, rtsps://...:7441/...)". Ein Nebeneffekt, den er nennt: Automationen, die auf recording triggern, feuern bei jedem Flackern. Mehrere weitere Nutzer berichten dasselbe, einer stellte per Backup 2026.9.4 wieder her, danach lief alles.
Die Ursache nannte der Code-Owner der Integration am 8. Oktober: Das PyAV-Update (#183912) bringt FFmpeg 9 mit, und das prüft TLS-Zertifikate standardmäßig. Das Zertifikat der Protect-Konsole ist selbst signiert, deshalb scheitert der Stream-Worker. Die Live-Ansicht im Dashboard lief nach den Berichten teils weiter. Betroffen ist also vor allem der Stream-Worker von Home Assistant.
Der Fix steht: Pull Request #184877 stellt die ungeprüfte TLS-Verbindung für Stream-Quellen wieder her und ergänzt eine Option verify_ssl. Er wurde am 8. Oktober gemergt und trägt den Meilenstein 2026.10.1. Bis dahin bleiben laut Berichten zwei Wege: nicht auf 2026.10.0 aktualisieren oder zurück auf das Backup. Wie Sie vorab ein sauberes Backup bekommen, steht in der Backup-Strategie. Zum Hintergrund der Protect-Versionen: UniFi Protect 7.1 als Pflicht.
iOS-App füllt das Log mit Websocket-Fehlern (Issue #184799)
Nutzer der Companion-App auf iPhone, iPad und Mac sehen im Log regelmäßig die Meldung "Disconnected: Received error message during command phase: Received frame with non-zero reserved bits", im Rhythmus von rund 56 Sekunden. Die App funktioniert dabei laut mehreren Berichten weiter, nur das Log läuft voll. Ein Nutzer berichtet zusätzlich Hänger beim Verlauf, räumt aber ein, dass das schon in 2026.9.x begann. Im Browser (Safari) tritt es laut einem Bericht nicht auf. Gemeldet ist es mit verschiedenen App- und iOS-Versionen, auch ohne Reverse Proxy.
Eine Erklärung steht in einem Kommentar: Core 2026.10 habe aiohttp von 3.14.3 auf 3.14.4 angehoben, und die neue Version lehne einen Ping- oder Pong-Frame ab, dessen Kompressionsbit gesetzt ist. Der Kommentarschreiber gibt an, die Erklärung stamme von einem KI-Assistenten. Wir haben sie nicht geprüft, und ein bestätigter Fix lag am 10. Oktober nicht vor. Der Issue ist offen.
Broadlink lädt nicht mehr (Issue #184800)
Die Broadlink-Integration wechselte in 2026.10 auf die Bibliothek python-broadlink. Der Fehler: "cannot import EndpointClosedError". Ein Mitwirkender erklärt die Ursache. Beide Bibliotheken installieren sich in denselben Ordner broadlink. Verlangt eine benutzerdefinierte Integration noch das alte Paket broadlink>=0.18.3, installiert Home Assistant beim Start die alte Version und überschreibt die neue. Als Verursacher wurden im Issue hass-floureon und ha-broadlink-receiver genannt. Der Rat: die betreffende Integration entfernen, dann ha core rebuild. Floureon- und Hysen-Thermostate unterstützt die Kernintegration als Klima-Entitäten. Für beide Custom-Integrationen gibt es Pull Requests, und der Mitwirkende kündigte eine Anpassung für 2026.10.1 an. Grundlagen zur Anbindung: Broadlink in Home Assistant.
Weitere gemeldete Fälle
- IKEA TRÅDFRI (#184811): Farbfähige Lampen bieten nur noch Farbtemperatur an,
supported_color_modesenthält keinen Farbmodus. Zwei Nutzer mit verschiedenen Modellen bestätigen es, als mögliche Spur wurde das pytradfri-Update auf 14.0.0 genannt. Der Issue ist geschlossen, einen verlinkten Fix haben wir nicht gefunden. - Ecovacs (#184853), Midea-Display-Entitäten (#185149), Alexa (#184593), Tasmota PowerTotal ohne state_class (#185407): jeweils gemeldet, mit Kommentaren weiterer Betroffener.
- Reolink (#185568): gespeicherte NVR-Clips lassen sich nicht abspielen.
- Start schlägt fehl (#185571): Core stürzt beim Start ab, wenn eine MQTT-Integration für Sunsynk, Deye oder Sol-Ark verwendet wird, danach folgt ein Rollback.
So gehen Sie jetzt vor
- UniFi-Protect-Nutzer warten auf 2026.10.1. Der Fix ist gemergt, aber nicht ausgeliefert. Wer schon auf 2026.10.0 ist und flackernde Kameras hat, kann auf das Backup zurück.
- Custom Integrations prüfen. Wer Broadlink nutzt und Custom-Integrationen mit
broadlinkin dermanifest.jsonhat, schaut zuerst dort nach. - Backup vor dem Update. Mehrere der Fälle oben lösten die Betroffenen durch die Rückkehr auf ein Backup, nicht durch Debugging.
- Suche nach den Breaking Changes. MQTT-Publish aus Dashboard-Knöpfen von Nicht-Administratoren,
forin Zustandsbedingungen, Sofar-Sensoren im Energie-Dashboard, OpenEVSE-Statuswerte. Mit einer Textsuche inautomations.yamlund den Dashboards ist das schnell erledigt. - Die iOS-Meldungen nicht überbewerten, solange die App läuft. Behalten Sie den Issue im Blick.