!Hand stellt einen digitalen Heizkörperthermostat ein
In der Zigbee2MQTT-Dokumentation zum Bosch-Thermostat BTH-RA steht ein unscheinbarer Satz: Die Raumtemperatur eines externen Sensors muss "mindestens alle 30 Minuten" neu gesendet werden, sonst fällt das Ventil auf seinen eigenen Fühler zurück. Der steckt direkt am heißen Heizkörper und misst deshalb gern ein paar Grad zu viel. Wer das nicht weiß, baut sich eine schöne Automation, die drei Tage funktioniert, und wundert sich dann über das Schlafzimmer, das morgens um 17 Grad hat. Quelle: Zigbee2MQTT-Seite zum BTH-RA.
Typisch für die Kategorie: Jedes Heizkörperthermostat, das sich in Home Assistant einbinden lässt, hat so eine Eigenheit, und sie steht nie auf der Packung. Dieser Artikel sortiert deshalb nicht nach Marke, sondern nach Funkstandard und Anbindung, denn daran hängt, ob das Ding lokal läuft, welchen Stick oder welche Zentrale Sie brauchen und was beim nächsten Cloud-Ausfall passiert. Gerade jetzt, kurz nach Heizstart und mit dem Black Friday am 27. November vor der Tür, ist der Zeitpunkt, an dem man solche Entscheidungen trifft. Preise stammen aus Oktober 2026, die Quellen stehen jeweils dabei.
Die Details einzelner Geräte lesen Sie bei den Spezialartikeln nach: Sonoff TRVZB mit ZHA und Zigbee2MQTT, tado und das API-Limit. Ob sich smarte Thermostate überhaupt rechnen, steht in der Ersparnis-Analyse, und der Systemvergleich tado gegen Homematic IP steht hier. Hier geht es nur um die Frage: Welches nehme ich?
Erst der Funkstandard, dann das Gerät
Fünf Wege führen ein Thermostat zu Home Assistant, und sie unterscheiden sich weniger im Ventil als in dem, was dahinter hängt.
Zigbee braucht einen Koordinator-Stick (oder einen Hub mit Zigbee-Funk) und dazu ZHA oder Zigbee2MQTT. Alles läuft lokal. Wer noch keinen Stick hat, findet die Auswahl im Stick-Vergleich. Die Frage ZHA oder Zigbee2MQTT behandelt dieser Artikel. Thread und Matter brauchen einen Thread-Border-Router und die Matter-Integration. Ebenfalls lokal, aber die Geräte bringen nur das mit, was Matter standardisiert hat. Welcher Router taugt, steht im Border-Router-Vergleich. DECT ULE (FRITZ!Smart Thermo) braucht eine FRITZ!Box und sonst nichts. Homematic IP braucht den eQ-3 Access Point oder besser eine CCU-Zentrale, die lokal arbeitet. WLAN/Cloud (Netatmo) braucht einen Account beim Hersteller und eine funktionierende Internetverbindung.Die Tabelle
Zur Lesart: "Lokal" heißt, dass die Steuerung ohne Hersteller-Cloud läuft. "Nicht belegt" heißt, dass ich dazu keine Quelle gefunden habe, nicht dass es nicht geht. Preise sind Straßenpreise bei den genannten Händlern, Satzpreise habe ich auf das Einzelgerät heruntergerechnet.
| Gerät | Funk | Lokal in HA | Z2M / ZHA | Ventiladapter | Batterie | Externer Sensor | Preis (Oktober 2026) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sonoff TRVZB | Zigbee | ja | Z2M: unterstützt; ZHA: Quirk vorhanden | Danfoss, Caleffi, Giacomini liegen bei | 3 x AA | ja | Gen 1 zuletzt etwa 20 bis 25 Euro, aktueller Preis nicht geprüft; Gen 2 (TRV-ZBT) 34,80 Euro |
| Bosch Heizkörper-Thermostat II | Zigbee, Variante [+M] mit Matter | ja | Z2M: unterstützt | nicht belegt | Typ nicht belegt | ja (alle 30 Minuten neu senden) | rund 56 Euro im 5er-Set (279,95 Euro) |
| Aqara E1 (SRTS-A01) | Zigbee | ja | Z2M: unterstützt | nicht belegt | nicht belegt | ja | nicht belegt |
| Moes TV02 (Tuya) | Zigbee | ja | Z2M: unterstützt | Danfoss RA, RAV, RAVL | 2 x AA | laut Z2M-Seite nur Kalibrierung | 26,64 Euro |
| Eve Thermo | Thread/Matter | ja | nicht zutreffend | Standardventile | nicht belegt | nicht belegt | 70,95 Euro einzeln, 67,48 Euro im 2er-Set (5. Gen.) |
| tado X | Thread/Matter | ja, über Matter | nicht zutreffend | sechs Adapter | Akku, USB-C | nicht belegt | rund 53 Euro im 6er-Set (319,95 Euro) |
| FRITZ!Smart Thermo 302 | DECT ULE | ja | nicht zutreffend | Danfoss RA liegt bei | 3 x AA | nicht belegt | 54,99 Euro |
| Homematic IP Evo | Homematic IP | mit CCU ja | nicht zutreffend | nicht belegt | nicht belegt | nicht belegt | ab 75,55 Euro |
| Homematic IP eTRV-2 | Homematic IP | mit CCU ja | nicht zutreffend | nicht belegt | nicht belegt | nicht belegt | rund 37 Euro im 6er-Set (219,95 Euro) |
| Netatmo Heizkörperthermostat | Funk über Netatmo-Relais | nein, Cloud | nicht zutreffend | nicht belegt | nicht belegt | nicht belegt | 89,99 Euro einzeln, Starterpaket 199,99 Euro |
Wie laut sind die Motoren?
Die ehrliche Antwort: Es gibt dazu keine brauchbaren Messreihen. Hersteller geben meistens keine Dezibel an, und der FRITZ!-Produktseite fehlt die Angabe ebenfalls. Was es gibt, sind Erfahrungsberichte. Im Home-Assistant-Forum schrieb ein Nutzer mit sechs TRVZB, das Geräusch sei so deutlich, dass er die Zeitpläne für die Schlafzimmer anpassen musste. Ein Käufer auf heizkoerperthermostattest.de nannte denselben Motor dagegen "flüsterleise". Die Wahrheit liegt vermutlich im Ventil und in der Wand dahinter: Ein Motor, der an einem klappernden Ventil sitzt, wirkt lauter als derselbe Motor an einem satten Gewinde.
Mein Rat, und das ist eine Meinung und kein Messwert: Im Schlafzimmer erst ein einzelnes Gerät kaufen und eine Nacht lang anhören. Und im Kinderzimmer sowieso.
Die Zigbee-Fraktion
Sonoff TRVZB. Der Preisbrecher mit der längsten Community-Geschichte. Alles Wissenswerte, vom Tastendruck-Tanz beim Anlernen bis zum F5-Fehler, steht im eigenen Artikel. Hier nur das Wichtigste: Laut Zigbee2MQTT-Seite kann er einen externen Temperatursensor nutzen, die Ventilöffnung lässt sich in Prozent vorgeben, und der Batteriewert kann bis zu 24 Stunden brauchen, bis er aktualisiert wird. Der Preis ist niedrig, die Pflege nicht: Firmware, Sensorautomation und ein gesundes Misstrauen gegenüber der Ventilposition gehören dazu. Der Nachfolger TRV-ZBT kostet laut smart-home-komponente.de 34,80 Euro, hat aber bei Better Thermostat noch Lücken (Details im TRVZB-Artikel). Bosch Heizkörper-Thermostat II. Der Zigbee-Ableger der Bosch-Smart-Home-Familie, in der Variante [+M] mit Matter. Für Zigbee2MQTT braucht man den Install-Code vom QR-Code unter dem Batteriedeckel, die Doku beschreibt sogar, wie man ihn für die Matter-Variante zusammenbaut. Das ist ein Aufwand, den Sonoff nicht verlangt. Dafür bekommt man ein Gerät mit Fenstererkennung, Boost und einem Display, dessen Helligkeit und Ausrichtung sich einstellen lassen. Bei knapp 56 Euro pro Stück im 5er-Set liegt es preislich nahe an FRITZ und tado X. Wer ohnehin schon Bosch-Komponenten hat, sollte allerdings prüfen, ob die Bosch-Integration in Home Assistant nicht der bequemere Weg ist, dann braucht es keinen Zigbee-Stick. Aqara E1. Laut Zigbee2MQTT mit Fenstererkennung, Ventilkalibrierung, Wochenprogramm und externem Sensor. Eine eigene Eigenheit: Die Pairing-Taste ist der Mittelring, den man zehn Sekunden lang gedrückt hält, bis die blaue Netzwerk-LED blinkt. Im deutschen Aqara-Store taucht inzwischen ein "Thermostat W600" auf; ob er den E1 ablöst, habe ich nicht geklärt. Einen Preis für die E1 habe ich nicht gefunden, und ich schreibe keinen hin. Moes TV02 und andere Tuya-Köpfe. 26,64 Euro bei Mironet, zwei AA-Zellen, die laut Z2M-Dokumentation mit Alkaline bis zu anderthalb Jahre halten sollen (so die Herstellerangabe aus dem Handbuch, nicht gemessen). Dafür ist der Funktionsumfang schmaler: Die Z2M-Seite nennt Kalibrierung und ein Wochenprogramm, aber keinen externen Sensor. Wer eine Raumtemperaturregelung über einen eigenen Fühler bauen will, ist hier an der falschen Adresse. Nützlich ist ein Detail aus der Doku: Nach dem Herausnehmen der Batterien eine Minute warten, bevor neue eingelegt werden.Die Thread-Fraktion
Eve Thermo (5. Generation). Matter über Thread, Home Assistant sieht das Ventil über die Matter-Integration. Der Haken: Sie brauchen einen Thread-Border-Router im Haus, und der Funktionsumfang ist auf das beschränkt, was Matter für Thermostate vorsieht. Was darüber hinaus an Sonderfunktionen geht, hängt davon ab, was die Matter-Integration freigibt, und das ist weniger als bei Zigbee2MQTT, wo Hersteller-Spezialitäten direkt auftauchen. Mit 70,95 Euro einzeln (tink, UVP 79,95 Euro) und 67,48 Euro im 2er-Set (5. Generation) liegt es preislich über den Zigbee-Geräten, aber unter Homematic IP Evo und Netatmo. tado X. Zu tado steht alles Wichtige im API-Limit-Artikel: Das Matter-Pairing macht die Steuerung lokal, die Cloud-Integration dagegen läuft ohne Abo in ein Limit von 100 Anfragen am Tag. Neu für diese Übersicht: Laut tado-Produktseite hat das X einen Akku, den man etwa einmal im Jahr per USB-C lädt, und sechs Adapter liegen bei. Bei rund 53 Euro im 6er-Set ist es der günstigste Thread-Weg, wenn man die Cloud-App mit AI-Assist (3,99 Euro pro Monat) ignoriert.Die Sonderfälle
FRITZ!Smart Thermo 302. Wer eine FRITZ!Box hat, hat die Zentrale schon. Die Home-Assistant-Doku listet das Thermo 301 und 302 als unterstützt, die Integration läuft lokal und fragt die Box alle 30 Sekunden ab. Die Thermostate erscheinen als Climate-Entitäten mit Batteriestand, Fenster-offen-Erkennung und Komfort- und Eco-Preset. 54,99 Euro kostet es bei fritz.com, drei AA-Zellen und ein Danfoss-RA-Adapter liegen bei. Stiftung Warentest vergab laut Notebookcheck-Zusammenfassung die Note gut (1,9) und kürte das Gerät zum Preis-Leistungs-Sieger (Details im Ersparnis-Artikel). Der Haken ist die Abhängigkeit: Ohne FRITZ!Box ist das Thermostat nur noch ein Drehknopf mit Display, und einen externen Temperatursensor habe ich in der Doku nicht gefunden. Homematic IP. Der Klassiker für Leute, die Zuverlässigkeit über Bastelspaß stellen. Mit einer lokalen CCU läuft alles ohne eQ-3-Cloud, ohne CCU ist man abhängig von der Cloud. Das Evo war laut Stiftung Warentest (zitiert im Ersparnis-Artikel) Testsieger mit 1,7, kostet aber ab 75,55 Euro. Das Basic-Modell eTRV-2 liegt im 6er-Set bei rund 37 Euro pro Stück. Was die Anbindung bedeutet, steht im tado-gegen-Homematic-Vergleich. Netatmo. Die Home-Assistant-Doku sagt klar: Die Integration "communicates with Netatmo's cloud service", Account und Internet sind Pflicht. Für Home Assistant ist das die schwächste Karte in diesem Vergleich, und bei 89,99 Euro pro Zusatzgerät auch die teuerste. Wer schon Netatmo hat, kann es einbinden. Wer neu kauft, hat dafür keinen Grund.Meine Empfehlung nach Situation
Das ist meine Einschätzung, keine Messung.
Sie haben schon einen Zigbee-Stick und wollen möglichst wenig ausgeben: Sonoff TRVZB oder, wenn Ihnen die Firmware-Pflege zu lästig ist, das Bosch II. Beide können einen externen Sensor, beide laufen lokal.
Sie haben eine FRITZ!Box und wollen nichts Neues aufbauen: FRITZ!Smart Thermo 302. Kein Stick, kein Broker, 54,99 Euro, Ende der Geschichte.
Sie haben Thread oder Apple Home im Haus: Eve Thermo, wenn der Funktionsumfang reicht, oder tado X mit Matter, wenn Sie die Cloud-App ignorieren können.
Sie wollen ein System, das auch ohne Home Assistant einfach weiterläuft: Homematic IP mit CCU. Teurer, aber am Ende am robustesten.
Sie wollen genau regeln, mit Raumsensor, Automation und Ventilposition: Zigbee, ganz klar. Dort lässt sich die Regelung am weitesten ausreizen.
Nicht kaufen: Netatmo als Neueinsteiger für Home Assistant. Und Moes, wenn Sie einen externen Sensor einplanen.
Heizstart und Black Friday
Wer jetzt im Oktober kauft, zahlt die Preise von heute und hat Zeit, die Dinger anzulernen und ein paar Tage zu beobachten. Wer wartet: Der Black Friday ist am 27. November, und der tado-Shop zeigt schon jetzt Rabatte zwischen 20 und 48 Prozent auf Starterkits. Ich würde beides kombinieren. Jetzt ein einzelnes Gerät für das Wohnzimmer kaufen, ausprobieren, und die restlichen Ventile im Set nachbestellen, wenn der Preis fällt.
Bei der Reihenfolge der Räume hilft ein einfacher Plan: erst das Wohnzimmer, in dem man den Effekt sieht, dann Bad und Küche, das Schlafzimmer zuletzt, weil dort der Motor hörbar ist.
Quellen: Zigbee2MQTT-Gerätedokus TRVZB, BTH-RA, SRTS-A01, TV02-Zigbee und TS0601_thermostat (zigbee2mqtt.io/devices), Home-Assistant-Dokumentation zu FRITZ!Box und Netatmo (home-assistant.io/integrations), FRITZ!Smart Thermo 302 Produktseite (fritz.com, abgerufen 14.10.2026), tink Heizungs-Kategorie und Eve-Thermo-Seite (tink.de, abgerufen 14.10.2026), Moes TV02 bei Mironet (mironet.de), Sonoff-Kollektion bei smart-home-komponente.de, Netatmo Deutschland Heizungsseite (netatmo.com/de-de), idealo-Eintrag Homematic IP Evo (idealo.de, Oktober 2026), tado Produktseite Heizkörper und tado-Shop (tado.com/de, shop.tado.com), heise-Test Sonoff TRVZB (heise.de, 14.09.2023), heizkoerperthermostattest.de (Stand 31.01.2025), Home-Assistant-Forum "SONOFF Zigbee TRV" (community.home-assistant.io), Stiftung-Warentest-Zusammenfassung via Notebookcheck (siehe Ersparnis-Artikel).