Auf der CES 2025 in Las Vegas stand ein Mann namens Tobias an einem Glaskasten, in dem ein flacher schwarzer Saugroboter eine bunte Plastiksocke ergriff, anhob, langsam dreißig Zentimeter weit transportierte und in einen kleinen Korb fallen ließ. Tobias, vierundvierzig, IT-Architekt aus Friedberg, der jedes Jahr für seinen Arbeitgeber drei Tage durch die Las Vegas Convention Center Halls läuft und sich Standdemos ansieht, fand das damals ziemlich albern. Zweitausendfünfhundert Dollar für einen Saugroboter, der eine einzelne Socke aufhebt, während die Frau am Demostand ihm erklärte, dass er bald hundertacht verschiedene Objekte erkennen würde. Er hat ein Foto gemacht, in der Konferenzgruppe gepostet, ein paar Lacher kassiert und ist weitergegangen.

Vierzehn Monate später, im April 2026, klingelt bei ihm in Friedberg ein DHL-Paket mit genau diesem Gerät. Er hat es bei MediaMarkt für neunhundertneunundneunzig Euro gekauft, ein Frühlingsangebot, das den ursprünglichen Listenpreis von zweitausendfünfhundertneunundneunzig Dollar in etwas Diskutables verwandelt hat. Seine Frau hat einen Spitz, der das ganze Jahr über haart, die beiden Kinder lassen Legos, Socken und Mandarinenschalen liegen, und er selbst hat im Frühjahr ein Home-Assistant-Setup mit Aqara-Sensoren, Shelly-Schaltern und einer lokalen Whisper-Pipeline aufgebaut. Was er nicht hat, ist Lust, einen Roboter mit Kamera und Mikrofonen unkontrolliert durch seine Wohnung fahren zu lassen, dessen Daten am Ende auf einem Server in Shenzhen landen.

Sein Anruf bei mir kam am Tag der Lieferung. Frage: Bekomme ich das Ding ohne die Roborock-Cloud zum Laufen, integriere ich es in Home Assistant, und wenn ja, was funktioniert davon wirklich. Die kurze Antwort ist: ja, größtenteils, aber nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Die lange Antwort steht hier.

Was der Saros Z70 überhaupt ist

Der Roborock Saros Z70 ist im Januar 2025 auf der CES als erster Serien-Saugroboter mit einem klappbaren Fünf-Achsen-Greifarm vorgestellt worden. OmniGrip nennt Roborock das Teil, eine ausfahrbare Mechanik, die aus dem Gehäuse hochfährt, Objekte mit zwei Greiffingern fasst und sie an einen vorher in der App definierten Ablageort transportiert. Der Arm hat einen Gewichtssensor, der bei mehr als dreihundert Gramm abbricht, eine kleine Kamera mit LED-Leuchte und kann laut Herstellerangabe hundertacht vordefinierte Objektkategorien erkennen, plus bis zu fünfzig benutzerdefinierte Objekte. (Roborock US zur Saros Z70 Produktseite)

Das eigentlich Beeindruckende an dem Gerät ist nicht der Arm, sondern was darunter steckt. Der Saros Z70 ist mit sieben Komma achtundneunzig Zentimetern Bauhöhe der derzeit flachste Premium-Saugroboter auf dem Markt, weil er auf einen klassischen LiDAR-Turm verzichtet und stattdessen mit der StarSight Autonomous System 2.0 navigiert, einem 3D-Sensor-Pack mit ToF-Modul und Kamera. Die Saugleistung liegt bei zweiundzwanzigtausend Pascal, der Akku bei sechstausendvierhundert Milliamperestunden, die Laufzeit bei drei Stunden, und das Dock kann den Wischmopp mit achtzig Grad heißem Wasser waschen und anschließend trocknen. (Geizhals zum Saros Z70 mit technischen Daten)

Die AdaptiLift-Chassis-Technik hebt das Gehäuse beim Überqueren von Türschwellen oder Teppichkanten an, sodass das Gerät bis zu vier Zentimeter hohe Hindernisse überfährt, ohne hängenzubleiben. Dazu kommt die FlexiArm-Riser-Technik für die Seitenbürste und den Mopparm, die in Ecken weiter ausfährt und dort gründlicher reinigt. (Roborock Saros Z70 bei MediaMarkt)

Bei Stiftung Warentest hat der Saros Z70 in der Januar-Ausgabe 2026 die Note zwei Komma null beim Saugen auf Hartboden bekommen, zwei Komma eins beim Wischen, aber nur vier Komma zwei beim Saugen auf Teppich. Das deckt sich mit dem amerikanischen Vacuum-Wars-Langzeittest, der dem Z70 hervorragende Mopp-Werte, durchschnittliche Tierhaar-Pickup-Werte auf Teppich und einen winzigen Achtzig-Milliliter-Staubbehälter bescheinigt. (Vacuum Wars Saros Z70 Review)

SpecSaros Z70
Bauhöhe7,98 cm
Saugleistung22.000 Pa HyperForce
Akku6.400 mAh Lithium-Ionen
Laufzeitbis 180 Minuten
NavigationStarSight 2.0 (3D-ToF, Kamera, ohne LiDAR-Turm)
GreifarmOmniGrip Fünf-Achsen, max. 300 g, 108 vordefinierte Objekte
Schwellenüberwindungbis 4 cm dank AdaptiLift
DockMulti-Funktion 4.0, Heißwasserwäsche 80 °C
KonnektivitätWLAN 2,4 GHz, Bluetooth, Matter (ab April 2025)
Listenpreis Januar 20252.599 USD bzw. ca. 2.500 Euro
Marktpreis Juni 2026ab 759 Euro (Geizhals), 999 Euro MediaMarkt
Was bei Tobias gleich am ersten Tag aufgefallen ist: Das Gerät ist groß. Fünfunddreißig Zentimeter Durchmesser, also fünf Zentimeter mehr als der durchschnittliche Saugroboter, weil der OmniGrip-Arm zusammengefaltet ungefähr zehn Prozent der Innenfläche frisst. Unter dem Sofa kam er nicht durch, weil die Bauhöhe zwar minimal ist, aber das Wenderadius-Verhalten anders ist als bei einem klassischen runden Roboter. In seinem Wohnzimmer hat er zwei Möbel anders gestellt, damit der Z70 überhaupt überall hinkommt.

Warum überhaupt Home Assistant

Tobias' Frage, warum er den Z70 nicht einfach in der Roborock-App laufen lässt wie alle anderen Käufer auch, hat zwei Antworten. Die erste ist eine technische: Home Assistant ist seine Smart-Home-Zentrale, dort laufen Heizung, Licht, Aqara-Sensoren, Shelly-Schalter, eine lokale Whisper-Pipeline für Sprachsteuerung und seit ein paar Wochen auch die Home Assistant Voice Preview Edition als lokaler Alexa-Ersatz. Eine zweite App, die nur einen einzigen Roboter steuert, ist genau das, was er sich aus dem Haus räumen will. Automatisierungen sollen an einer Stelle stehen, die er versteht und die nicht von einer Firmenpolitik in fünf Jahren abgeschaltet wird.

Die zweite Antwort ist eine politische, und das ist 2026 wichtiger als je zuvor. Im März 2025 hat Roborock seine Datenschutzerklärung ergänzt um den Satz, dass Daten, die über die Smartphone-App gesammelt werden, in China verarbeitet werden dürfen. Die koreanische Tageszeitung Korea Economic Daily hat das Thema im Juli aufgegriffen und unter dem Titel "Roborock's privacy policy fuels data leak fears over Chinese goods" über Wochen verfolgt. Roborock hat die Formulierung später relativiert und erklärt, der Satz beschreibe nur die Datenkontrolle durch die Konzernzentrale, nicht den Ort der Datenspeicherung. Geblieben ist trotzdem der Hinweis, dass das Unternehmen unter dem chinesischen Datensicherheitsgesetz Daten auf staatliche Anforderung herausgeben muss. (KED Global zur Roborock-Datenschutzkontroverse)

Dazu kommt der Tuya-IoT-Cloud-Vorfall, den Roborock in seiner eigenen Sicherheits-Disclosure dokumentiert: Ein Teil der Roborock-Geräte hat einen unsicheren Zufallszahlengenerator bei der Aushandlung der Kommunikationskanäle mit der Tuya-Cloud verwendet, was die Verschlüsselung von Geräte-Info, Reinigungsdaten, Karten und Einstellungen geschwächt hat. Roborock hat den Bug gepatcht, aber die Tatsache, dass die kompletten Wohnungsgrundrisse vieler Käufer monatelang potenziell abgreifbar waren, sitzt im Markt. (Roborock Vulnerability Disclosure zur Tuya-IoT-Cloud)

Check Point Research hat parallel demonstriert, dass sich Roborock-Modelle mit Kamera per Remote-Zugriff kapern und die Kamera-Streams sowie LiDAR-Karten exfiltrieren ließen. Xiaomi hat die Lücken vor der Veröffentlichung gepatcht und ein dreißigtausend-Dollar-Bug-Bounty gezahlt, aber der Vorfall hat klargemacht, was theoretisch möglich ist. (Kunal Ganglani zum Roborock-Bug-Bounty 2025)

Tobias' Position ist nüchtern. Er kauft das Gerät, weil seine Frau es haben will und der Greifarm sie tatsächlich überzeugt. Er will aber die Wohnungsgrundrisse, die Kamerabilder und die Bewegungsmuster der Familie nicht über eine Cloud routen, deren Rechtsraum er nicht kennt. Genau dafür gibt es Home Assistant. Die Frage ist nur, wie weit man damit beim Z70 kommt.

Die offizielle Home-Assistant-Roborock-Integration

Seit Home Assistant 2023.5 gibt es eine offizielle, von Home Assistant gepflegte Roborock-Integration im Core. Sie wurde 2024 erheblich erweitert und ist seit dem Release 2024.6 in der Lage, neben den klassischen S-Serie-Robotern auch die neueren Qrevo- und Saros-Modelle einzubinden. Die Integration läuft im offiziellen Verzeichnis unter Silver-Quality und wird von etwa neun Prozent aller aktiven Home-Assistant-Installationen genutzt. (Home Assistant Roborock Integration)

Was sie kann: Sie greift bei der Ersteinrichtung auf die Roborock-Cloud zu, holt die Geräteliste und die nötigen Tokens, findet die Roboter dann im lokalen Netzwerk und kommuniziert mit ihnen direkt über TCP-Port achtundfünfzigtausendachthundertsiebenundsechzig. Die Steuerung läuft lokal, die Geräte werden alle dreißig Sekunden gepollt, und Befehle wie Start, Stop, zurück zur Dockingstation, Saugkraft ändern oder einen bestimmten Raum reinigen funktionieren komplett ohne Cloud-Roundtrip, solange das Gerät einmal eingerichtet ist.

Was die Integration als Entitäten bereitstellt:

  • Vacuum-Entität: Start, Stop, zurück zur Station, Fan-Speed, Locate, Clean-Spot, Send-Command
  • Image-Entität: Live-Karte als gerendertes PNG (die offizielle Lösung für die Map-Visualisierung)
  • Select-Entitäten: Mopp-Modus, Mopp-Intensität, ausgewählte Karte, Leermodus
  • Binary-Sensoren: Ladezustand, Reinigung läuft, Mopp eingehängt, Wassertank-Status
  • Sensoren: gereinigte Fläche, Reinigungszeit, Wartungs-Timer für Bürsten und Filter, Fehlerstatus
  • Switches: Kindersicherung, LED-Anzeige, Nicht-stören-Modus
  • Time-Entitäten: Nicht-stören-Zeitfenster
  • Number-Entitäten: Lautstärke
  • Button-Entitäten: Wartungs-Reset, Routine-Trigger
Was sie nicht kann, und das ist beim Z70 der entscheidende Punkt: Sie liefert keine Kontrolle über den OmniGrip-Arm, keine Steuerung der KI-Objekterkennung, keinen Zugriff auf den Live-Kamerastream, keine Steuerung der dreidimensionalen Hindernisvermeidung über die Standard-Toggles hinaus, und keine direkte Anbindung an den Wischmopp-Heizmechanismus des Docks. Die Integration ist von Hause aus mit der S-Serie gewachsen, und alles, was über das hinausgeht, was ein klassischer Saugroboter kann, fehlt. (Discussion zum Roborock-Camera-Zugriff in Home Assistant)

Tobias hat den Z70 zunächst in der Roborock-App eingerichtet, weil das eine zwingende Voraussetzung ist. Die Roborock-Integration in Home Assistant funktioniert ausschließlich mit Geräten, die vorher in der Hersteller-App registriert wurden und ein gültiges Cloud-Token haben. Anschließend hat er in HA die Integration hinzugefügt, seine Roborock-E-Mail-Adresse und das Passwort eingegeben, einen Einmal-Bestätigungscode per Mail erhalten und nach drei Minuten den Z70 als Gerät mit etwa zwanzig Entitäten in seinem Lovelace stehen gehabt.

Saugen, Wischen, Stoppen, in einen bestimmten Raum schicken: funktioniert sofort und zuverlässig. Karte: wird als Image-Entität angezeigt, die alle dreißig Sekunden aktualisiert wird. Saugkraft umstellen: ja. Mopp-Intensität: ja. Wartungs-Timer für die Hauptbürste: ja, inklusive Restlaufzeit in Stunden. Was nicht ging, als er es das erste Mal probiert hat: den Arm hochfahren lassen, einen bestimmten Gegenstand greifen lassen, die Kamera als Stream einbinden oder die KI-Objekterkennung über HA-Automationen ansprechen.

Die Community-Integration und python-roborock

Parallel zur offiziellen Integration gibt es eine Community-Variante, die früher unter humbertogontijo gepflegt wurde und mittlerweile die Empfehlung trägt, auf die Core-Version zu wechseln. Der Maintainer selbst schreibt im Repository, dass die meiste Entwicklungszeit in die Core-Integration fließt und der Custom-Component-Zweig nur noch begrenzt gewartet wird. (Custom Roborock Integration auf GitHub)

Was es bei beiden Integrationen im Hintergrund treibt, ist die python-roborock-Bibliothek von Humberto Gontijo, eine Open-Source-Implementierung des Roborock-Kommunikationsprotokolls. Sie unterstützt zwei Protokollvarianten: V1 für die klassischen Saugroboter, A01 für Geräte wie Dyad-Nass-Trocken-Sauger und Zeo-Waschmaschinen. Der Z70 fällt unter V1, was bedeutet, dass die Basis-Kommunikation funktioniert, aber alle Z70-spezifischen Features wie der Arm derzeit nicht im Protokoll abgebildet sind. (python-roborock auf GitHub)

Es gibt darüber hinaus den local_roborock_server, ein selbst gehostetes HTTPS- und MQTT-Backend, das die offizielle Roborock-Cloud auf der Netzwerk-Ebene ersetzt. Das Konzept ist DNS-Hijacking: Du leitest die Roborock-Domains auf deinen eigenen Server um, der Roboter glaubt, mit der Roborock-Cloud zu sprechen, in Wahrheit landet alles bei dir. Das Projekt ist explizit experimentell, listet keine vollständige Geräte-Kompatibilitätsliste und sagt im Repo selbst, dass Features wie Kamera, Greifarm-Steuerung und KI-Erkennung nicht abgedeckt werden. Für den Z70 gibt es bislang keine bestätigten Erfolgsmeldungen aus der Community. (Python-roborock local_roborock_server)

Tobias hat die Community-Integration einmal kurz angeschaut und sie nach zwanzig Minuten wieder verworfen. Sie bietet einen Vorteil, der ihn interessiert hätte, nämlich eine Kamera-Entität, die bei manchen Modellen den Live-Stream durchschleift. Aber sie ist nicht für den Z70 dokumentiert, der Maintainer empfiehlt selbst die Core-Variante, und der zusätzliche Wartungsaufwand für minimal mehr Funktionalität war ihm den Aufwand nicht wert.

OmniGrip in Home Assistant: stand der dinge

Hier kommt die unbequeme Wahrheit. Der OmniGrip-Arm, das eigentliche Verkaufsargument des Saros Z70, ist im Juni 2026 in Home Assistant nicht steuerbar. Weder die offizielle Roborock-Integration noch die Community-Variante noch der local_roborock_server bilden die Arm-Funktionen ab. Roborock hat die Arm-Steuerung als proprietäre Erweiterung im eigenen Cloud-Backend implementiert, und der Verkehr läuft über verschlüsselte Channels, die in der python-roborock-Bibliothek nicht reverse-engineered sind. (Vacuum Wars zur OmniGrip-Aktivierung)

Konkret heißt das: Wenn Tobias den Arm benutzen will, um Socken vor dem Wischen wegzuräumen, muss er das in der Roborock-App tun. Er kann in HA per Automation einen Reinigungsdurchlauf starten, der vorher in der Roborock-App so konfiguriert wurde, dass der Arm aktiviert wird. Er kann aber nicht aus HA heraus sagen "fahre jetzt zu Raum X, greife das Objekt Y und lege es bei Z ab". Die Arm-Steuerung läuft komplett innerhalb des Reinigungs-Routinen-Kontextes, der in der Hersteller-App festgelegt wird.

Es gibt aktuell auch keinen Hinweis aus der python-roborock-Community, dass an einer Arm-Reverse-Engineering gearbeitet wird. Der Aufwand wäre erheblich: Roborock hat den Z70 als Premium-Produkt positioniert und die Schnittstelle bewusst geschlossen gehalten. Selbst wenn jemand die Befehle entschlüsseln würde, müsste die KI-Objekterkennung, die der eigentliche Wert des Arms ist, separat nachgebaut werden. Solange nicht ein finanzkräftiger Sponsor oder ein Sicherheitsforscher mit Interesse einsteigt, bleibt der Arm 2026 ein Closed-Source-Feature.

Was im Test bei Tobias funktioniert hat: Er hat in der Roborock-App eine Routine "Vorm Saugen aufräumen" definiert, die den Z70 ins Wohnzimmer schickt, alle erkannten Socken in den Korb neben dem Sofa legen lässt und anschließend mit dem Saugen anfängt. Diese Routine wird als Routine-Button-Entität in HA exportiert. Er hat eine Automation gebaut, die diesen Button jeden Werktag um neun Uhr fünfzehn triggert, fünfzehn Minuten nachdem seine Frau und die Kinder das Haus verlassen haben. Der Arm tut, was er tun soll, ohne dass HA wissen muss, wie er es genau tut. Es ist eine Krücke, aber sie funktioniert.

Matter 1.4, 1.5 und die Hoffnung auf 1.6

Seit der CSA-Spezifikation Matter 1.2 vom Oktober 2023 gibt es einen Robotic-Vacuum-Cleaner-Geräte-Typ mit der ID 0x0074. Matter 1.4 hat im November 2024 das Service-Area-Cluster nachgereicht, das zonen- und raumweises Reinigen standardisiert. Matter 1.5 hat die Spezifikation um Run-Mode-, Clean-Mode- und Operational-State-Cluster erweitert. (Matter-Smarthome zum Vacuum-Robot-Geräte-Typ in iOS 18)

Roborock hat im April 2025 ein Firmware-Update für sieben Modelle ausgerollt, das Matter-Support nachreicht. Auf der Liste stehen S8 MaxV Ultra, Saros Z70 (Firmware-Version 02.40.92), Saros 10, Saros 10R, Qrevo Curv, Qrevo Edge und Qrevo Master. Damit ist der Z70 einer der ersten Premium-Saugroboter, die per Matter ansprechbar sind. (Roborock PR zum Matter-Update April 2025)

Was Matter im Z70 aktuell kann: Ein- und Ausschalten, Status abfragen, in den Operating-Mode wechseln. Das ist es. Voice-Control über Siri oder Google Assistant funktioniert, eine Automation in Apple Home Hub ist möglich, der Z70 erscheint in Home Assistant als Matter-Gerät mit einer Vacuum-Entität, die rudimentäre Befehle entgegennimmt. Aber alles, was über Basis-Befehle hinausgeht, also Saugkraft im Detail einstellen, einen bestimmten Raum auswählen, den Mopp-Modus wechseln, Wartungs-Timer abfragen, läuft weiterhin nur über die Roborock-Integration und damit über die Roborock-Cloud-Verbindung. (Matter Alpha zur Matter-Update-Roadmap)

Die Hoffnung für 2026 heißt Matter 1.6. Die CSA hat angekündigt, dass das Release im zweiten Halbjahr 2026 finalisiert wird, vermutlich im Herbst. Was genau im Vacuum-Bereich erweitert wird, ist noch nicht öffentlich. Wahrscheinlich kommt eine Erweiterung des Service-Area-Clusters um detailliertere Raum-Definitionen, möglicherweise ein neues Cluster für Karten-Daten, und vielleicht erste Standards für Hindernis-Avoidance. Was eindeutig nicht kommen wird in 1.6, ist ein Standard für Greifarme. Der OmniGrip ist 2026 noch zu nischig, um in eine Cross-Vendor-Spezifikation aufgenommen zu werden. (Matter Alpha zu Matter 1.6 Ambient-Context-Sensor)

Für den Z70 bedeutet das: Matter 1.6 wird die Basis-Funktionalität verbessern, aber die Cloud-Bindung für die spezifischen Z70-Features bleibt vorerst. Wer den Z70 in Home Assistant ohne jeden Cloud-Kontakt betreiben will, kann es per Matter-Bridge versuchen und kommt mit Start-Stop-Befehlen weiter, verliert aber den Karten-Zugriff und die meisten Sensoren. Die offizielle Roborock-Integration mit Cloud-Setup und lokaler Steuerung ist der pragmatische Mittelweg.

Setup Schritt für Schritt

Voraussetzung ist ein Home Assistant Server, mindestens Version 2024.6, idealerweise 2026.5 oder neuer. Der Z70 muss vorher in der Roborock-App registriert sein, das geht nicht ohne Cloud-Account. Wer das nicht will, kommt am Z70 nicht vorbei.

Roborock-App. Smartphone-App installieren, Account anlegen mit E-Mail und Passwort, Z70 per WLAN ins eigene Netzwerk bringen. Das WLAN-Pairing läuft über die 2,4-GHz-Variante, der Z70 unterstützt kein 5 GHz. In modernen FritzBox-Setups mit Common-SSID muss man kurz das 5-GHz-Band deaktivieren, das Gerät anlernen, dann wieder aktivieren. Die Z70-Firmware sollte mindestens 02.40.92 sein, sonst fehlt Matter und ein paar Bugfixes. Roborock-Integration in HA. Im HA-UI Einstellungen, Geräte und Dienste, Integration hinzufügen, "Roborock" suchen. E-Mail-Adresse eingeben, die in der Roborock-App registriert ist. Roborock schickt einen Einmal-Code per E-Mail, den in HA eingeben. Nach wenigen Sekunden erscheint der Z70 in der Geräteliste mit etwa zwanzig Entitäten. Die Cloud-Authentifizierung läuft einmalig beim Setup, danach ist die Steuerung lokal über Port achtundfünfzigtausendachthundertsiebenundsechzig. Lokale Erreichbarkeit prüfen. Der HA-Host muss den Z70 im Netzwerk erreichen können. Auf einigen Routern muss in der Firewall der Port siebenundsiebzigtausendachthundertsechsundsechzig für eingehende Broadcasts und achtundfünfzigtausendachthundertsiebenundsechzig für ausgehende Verbindungen freigeschaltet werden. Bei FritzBox-Setups klappt das in der Regel ohne Eingriff, bei OPNsense oder pfSense kann eine VLAN-Regel notwendig sein. Wenn der Z70 nach dem Setup als "nicht verfügbar" in HA steht, ist das fast immer ein Netzwerk-Problem, kein Integrations-Problem. Karte einbinden. Die offizielle Integration liefert eine Image-Entität mit dem Raum-Layout. Wer mehr will, installiert über HACS das lovelace-xiaomi-vacuum-map-card von Piotr Machowski, das aktive Raumauswahl, Zonen-Steuerung und virtuelle Wände erlaubt. Die Konfiguration ist ein paar Zeilen YAML, die Doku auf GitHub ist sauber. (Lovelace-Xiaomi-Vacuum-Map-Card auf GitHub) Matter parallel. Wer den Z70 zusätzlich per Matter einbinden will, etwa um in Apple Home eine Szene zu bauen, fügt in HA den Matter-Server hinzu, scannt den QR-Code des Z70 oder den Pairing-Code aus der Roborock-App, und der Z70 erscheint ein zweites Mal in HA als Matter-Gerät. Die Entitäten sind reduzierter, dafür funktioniert die Matter-Verbindung auch dann, wenn der WAN-Zugang weg ist und die Cloud nicht erreichbar wäre. Mehr zum Setup unter Matter Controller Home Assistant.

Beispiel-Automatisierungen

Tobias hat in den ersten zwei Wochen drei Automatisierungen gebaut, die für ihn den Z70 von einem App-gesteuerten Gerät in einen vollintegrierten Smart-Home-Bewohner verwandeln. Die YAML steht hier weitgehend so, wie sie bei ihm läuft.

Saugen, wenn niemand da ist. Trigger ist die Person-Entität, die alle vier Familienmitglieder zusammenfasst. Wenn alle "nicht zuhause" sind, mindestens fünfzehn Minuten lang, startet der Z70 die Routine "Aufräumen und Saugen", die in der Roborock-App den OmniGrip-Arm aktiviert.
alias: "Saros Z70: Start wenn alle weg"
description: "Aufräum-Routine 15 Min nach letzter Person aus dem Haus"
mode: single
trigger:
  - platform: state
    entity_id: zone.home
    to: "0"
    for:
      minutes: 15
condition:
  - condition: time
    after: "08:00:00"
    before: "16:00:00"
  - condition: state
    entity_id: vacuum.saros_z70
    state: docked
  - condition: numeric_state
    entity_id: sensor.saros_z70_battery
    above: 50
action:
  - service: button.press
    target:
      entity_id: button.saros_z70_routine_aufraeumen_und_saugen
  - service: notify.tobias_telegram
    data:
      message: "Saros startet die Aufräum-Routine. Alle weg seit 15 Min."

Die Routine "Aufraeumen und Saugen" ist in der Roborock-App definiert. Sie schickt den Z70 zuerst durch Wohn- und Esszimmer mit Arm-Aktivierung, dann durch Küche und Flur mit Wisch-Funktion. Tobias hat die Routine einmal in der App eingerichtet, danach erscheint der dazugehörige Button automatisch in HA.

Nicht starten, wenn Schlafzimmertür offen. Der Aqara-Tür-Sensor am Schlafzimmer meldet, wenn die Tür offen ist. Wenn das der Fall ist, fährt der Z70 nicht ins Schlafzimmer, weil der Babyschlaf der dreijährigen Tochter heilig ist und der Z70 trotz Niedriglautstärke-Modus immer noch fünfundfünfzig Dezibel macht.
alias: "Saros Z70: Block Schlafzimmer wenn Tür auf"
description: "Schlafzimmer aus Reinigungs-Plan nehmen wenn Aqara meldet Tür offen"
mode: single
trigger:
  - platform: state
    entity_id: vacuum.saros_z70
    to: cleaning
condition:
  - condition: state
    entity_id: binary_sensor.aqara_schlafzimmer_tuer
    state: "on"
action:
  - service: vacuum.send_command
    target:
      entity_id: vacuum.saros_z70
    data:
      command: app_segment_clean
      params:
        - segments: [16, 17, 18, 19]
          repeat: 1
  - service: notify.tobias_telegram
    data:
      message: "Schlafzimmer übersprungen. Tür offen, Kind schläft vielleicht."

Die Segment-IDs entsprechen den Raumnummern aus der Roborock-App. Wer die nicht weiß, fragt sie über den Entwickler-Tools-Service vacuum.send_command mit dem Befehl get_room_mapping ab, der die Mapping-Tabelle ausgibt.

Stopp, wenn jemand kommt. Wenn die Frau mit den Kindern überraschend früher zurückkommt, soll der Z70 sofort in die Station fahren und sich nicht hinter dem Sofa verstecken. Der Aqara-Bewegungsmelder im Flur und der Tür-Sensor an der Haustür triggern den Stopp.
alias: "Saros Z70: Stop bei Heimkehr"
description: "Z70 sofort docken wenn jemand reinkommt"
mode: single
trigger:
  - platform: state
    entity_id: binary_sensor.aqara_haustuer
    from: "off"
    to: "on"
condition:
  - condition: state
    entity_id: vacuum.saros_z70
    state: cleaning
action:
  - service: vacuum.return_to_base
    target:
      entity_id: vacuum.saros_z70
  - delay: "00:01:30"
  - service: notify.tobias_telegram
    data:
      message: "Saros dockt. Jemand zuhause."

Tobias hat parallel das Tablet im Flur so eingerichtet, dass es bei dieser Automation eine Push-Notification auf der Lovelace-Map anzeigt. Wer die Wohnung betritt, sieht sofort, wo der Z70 gerade steht und wie lange er noch braucht, um zu docken.

Privacy: was die Cloud trotzdem sieht

Auch mit Home Assistant als Hauptsteuerung ist der Z70 nicht aus der Cloud raus. Die Roborock-Integration verlangt initiale Cloud-Authentifizierung, und das Gerät selbst behält die ganze Zeit eine Verbindung zur Roborock-Cloud aufrecht, weil sonst Karten-Sync, Firmware-Updates und Routinen nicht funktionieren. Was im Hintergrund tatsächlich gesendet wird, hat AV-Test in ihrem 2024er-Test der Roborock-S55-Linie dokumentiert: teilweise unverschlüsselte UDP-Verbindungen, unzureichende Zertifikats-Prüfung und Datenflüsse zu Facebook, Alibaba, Tencent und Alipay über die App. (AV-Test Roborock-Sicherheits-Check)

Für die neueren Saros-Modelle hat Roborock einiges verbessert. Die TLS-Implementierung ist jetzt korrekt, die App-Telemetrie zu Dritten reduziert. Geblieben ist die Cloud-Anbindung selbst und die Tatsache, dass Roborock-Server in einer Mischung aus AWS-Frankfurt für EU-Kunden und Tuya-China für globale Backend-Dienste betrieben werden. Wer absolute Datentrennung will, muss den Z70 in ein eigenes VLAN packen und ihm den Zugriff auf alle externen Domains außer den nötigen Roborock-Endpunkten verbieten.

Tobias hat das in seiner OPNsense-Firewall eingerichtet. Der Z70 hängt in einem IoT-VLAN, das ausschließlich die Roborock-Domains erreichen darf, also api.roborock.com, mqtt-eu.roborock.com und die regionalen Update-Server. Alles andere ist gesperrt. Wenn er die Schraube ganz fest anziehen will, kappt er auch noch den Zugang zu allem außer dem MQTT-Endpunkt, dann fehlen ihm allerdings Firmware-Updates und Map-Backups. Pragmatischer Kompromiss: voller Roborock-Zugriff, aber kein Zugriff auf Drittanbieter wie Facebook oder Tuya. Das geht.

Wer noch tiefer gehen will, kann die Roborock-Domains per Pi-hole auf den lokalen local_roborock_server umleiten und damit den kompletten Cloud-Verkehr in der eigenen Wohnung halten. Das funktioniert für einen Teil der Funktionen, bricht beim Z70 aber bei den Karten-Sync- und Arm-Features, weil die proprietären Endpunkte nicht abgebildet sind. Für den Z70 ist das im Juni 2026 keine praktikable Lösung. Für ältere Modelle wie den S7 MaxV oder den S8 funktioniert es teilweise. (Reddit-Diskussion zum local_roborock_server)

Was der Z70 in HA tatsächlich besser kann als in der App

Es gibt drei Dinge, die in Home Assistant deutlich besser funktionieren als in der Roborock-App selbst. Erstens, die Integration in andere Smart-Home-Komponenten. Eine Automation, die den Z70 startet, wenn der Saugroboter "alle Personen weg, draußen kein Regen, Heizung im Sparmodus" alle gleichzeitig erfüllt, ist in der Roborock-App nicht möglich. In HA sind das zehn Zeilen YAML.

Zweitens, die Visualisierung. Das Lovelace-Dashboard mit dem vacuum-card von Denys Dovhan zeigt Batterie, Reinigungsstatus, Letzte-Reinigung-Zeit, Wartungs-Timer und Map auf einem Blick. Die Roborock-App ist gut, aber sie ist nicht das, was Tobias drei Mal am Tag aufmacht. Sein HA-Dashboard ist es. (Vacuum-Card für Home Assistant)

Drittens, die Sprachsteuerung. Die Home Assistant Voice Preview Edition versteht Befehle wie "Saros, sauge das Wohnzimmer" oder "Saros, fahr nach Hause" über die lokale Whisper-Pipeline, ohne dass irgendetwas zu Amazon oder Google geht. Mit der Roborock-App geht das nur über Alexa oder Google Home, beide mit Cloud-Zwang.

Was der Z70 in HA nicht besser kann: alles, was den OmniGrip-Arm, die KI-Objekterkennung und den Live-Kamera-Stream betrifft. Diese Features bleiben in der Roborock-App eingesperrt. Wer den Z70 vor allem wegen des Arms kauft, sollte sich ehrlich fragen, ob die HA-Integration den Aufpreis von etwa fünfhundert Euro gegenüber einem Saros 10R rechtfertigt, der keinen Arm hat, aber die identische HA-Integration bekommt.

Vergleich mit anderen Roborock-Modellen in HA

Wer keinen Greifarm braucht, hat 2026 eine Liga von Geräten unter dem Z70, die in Home Assistant fast die gleichen Features bieten und deutlich günstiger sind.

ModellMarktpreis Juni 2026HA-IntegrationBesonderheit
Saros Z70759 bis 999 EuroVoll (ohne Arm-Steuerung)OmniGrip-Greifarm
Saros 10R1.099 EuroVollRotierende Mopp-Pads, größerer Staubbehälter
Saros 10999 EuroVollKlassische Mopp-Pads, sehr leise
Qrevo Edge749 EuroVollHot-Water-Mopping, mittlere Preisklasse
Qrevo Curv899 EuroVollAdaptiLift, ähnliche Schwellenüberwindung wie Z70
Qrevo Master1.199 EuroVollPremium-Dock mit Multi-Funktion
S8 MaxV Ultra1.099 EuroVollBewährter Vorgänger, große Community
Vacuum Wars empfiehlt für die meisten Käufer den Saros 10R, weil er die Reinigungsleistung des Z70 ohne das Arm-Gimmick zum niedrigeren Preis liefert. Ähnlich sieht es das 6-Monate-Langzeit-Review, das die Z70-Greiffunktion als "magisch, wenn sie funktioniert, aber inkonsistent" beschreibt. (6-Monats-Review zu Saros Z70 und 10R)

Tobias hat für den Z70 entschieden, weil seine Frau den Arm wollte und das Frühlingsangebot bei MediaMarkt den Preis auf das Niveau der Konkurrenz gebracht hat. Wenn er heute neu kaufen müsste, ohne familiäre Vorbestellungen, würde er vermutlich den Qrevo Edge nehmen. Gleiche HA-Integration, gleiche StarSight-Navigation, kein Arm, aber dafür dreihundert Euro Ersparnis. Andere Smart-Home-Vorhaben für die dreihundert Euro stehen bei ihm noch genug auf der Liste.

Wann es Sinn macht, wann nicht

Der Saros Z70 in Home Assistant ist die richtige Wahl, wenn drei Dinge zusammenkommen. Erstens, jemand im Haushalt will den OmniGrip-Arm wirklich haben und akzeptiert, dass er nur über die Roborock-App vollständig nutzbar ist. Zweitens, Home Assistant ist die zentrale Smart-Home-Schaltzentrale, in der die Vacuum-Entität neben Heizung, Licht und Sensoren mitlaufen soll. Drittens, das Privacy-Bedenken ist da, aber nicht extrem, sodass eine Cloud-Authentifizierung beim Setup und ein laufender Cloud-Sync im Hintergrund toleriert werden.

Wenn der Privacy-Anspruch maximal ist, geht der Z70 nicht. Dann führt der Weg über Valetudo-Geräte, also einen gerooteten älteren Roborock S5 Max oder einen Dreame L10s Ultra mit Custom-Firmware, der komplett offline läuft. Mehr dazu im Artikel Saugroboter Home Assistant 2026, der den Markt 2026 von Roborock über Dreame bis zu Valetudo durchgeht.

Wenn der Arm egal ist, ist der Saros 10R die bessere Wahl, mit gleicher HA-Integration, größerem Staubbehälter und besserer Reinigungsleistung auf Teppich. Wer ohnehin schon auf StarSight und AdaptiLift verzichten kann, bekommt mit dem S8 MaxV Ultra ein bewährtes Premium-Gerät zum mittlerweile vernünftigen Preis.

Wenn Home Assistant das zentrale Steuerungssystem ist, lohnt es sich, vor dem Kauf einen Blick in die Home-Assistant-Roborock-Integrationsdoku zu werfen und zu prüfen, ob das gewünschte Modell explizit erwähnt ist. Die Saros-Serie als ganzes ist supported, das heißt aber nicht, dass jedes einzelne Feature jedes Modells im Detail funktioniert.

Was 2026 noch kommt

Drei Entwicklungen stehen für das zweite Halbjahr 2026 im Raum. Erstens, das Matter-1.6-Release im Herbst, das vermutlich den Service-Area-Cluster erweitert und damit detailliertere Raumsteuerung über Matter ermöglicht. Für den Z70 würde das bedeuten, dass auch Raum-Auswahl, Mopp-Modus und Saugkraft per Matter steuerbar sind, ohne den Umweg über die Cloud-API.

Zweitens, eine mögliche Erweiterung der python-roborock-Bibliothek um Z70-spezifische Befehle. Es gibt Diskussionen im python-roborock-Discord, ob die Arm-Steuerung reverse-engineered werden soll, aber ohne klares Zeitfenster. Wer das verfolgt, sollte das python-roborock-Repository im Auge behalten.

Drittens, neue Saros-Modelle. Roborock hat auf der CES 2026 den Saros 20 vorgestellt, mit sechsunddreißigtausend Pascal Saugleistung und Matter-Support out of the box. Der Saros 20 hat keinen Greifarm, ist aber das technisch ausgereifteste Roborock-Modell des Jahres. Wer auf den Z70 gewartet hat, weil der Arm interessant war, aber die Inkonsistenz abschreckend, könnte beim Saros 20 die bessere HA-Wahl finden. Der Saros 20 ist seit Mai 2026 in Deutschland verfügbar, Marktpreis um die 1.200 Euro. (Digital Reviews zum Saros 20)

Fazit nach zwei Monaten Z70 bei Tobias

Tobias' Z70 läuft seit Mitte April 2026 zuverlässig in seinem Home-Assistant-Setup. Die Reinigungsleistung auf Hartboden ist hervorragend, die Mopp-Funktion ist die beste, die er je hatte, und die Integration in seine Smart-Home-Automatisierungen ist nach der Anfangskonfiguration komplett unsichtbar. Der Z70 ist Teil der Wohnung, wie die Heizung Teil der Wohnung ist.

Der OmniGrip-Arm ist ein Spielzeug. Er funktioniert, wenn er funktioniert, und die Kinder finden es lustig, wenn er ihre Socken aufhebt. Tobias' Frau hat ihn zweimal in den ersten zwei Wochen mit dem Wäschekorb falsch positioniert. Seitdem läuft die Aufräum-Routine nur noch alle paar Tage, weil die Familie inzwischen aufgeräumter ist als der Arm es je sein wird. Das war nicht der Plan, aber es ist das, was passiert ist.

Die Datenschutz-Bedenken bleiben. Tobias hat die Firewall-Regeln auf das absolute Minimum reduziert, das die Roborock-App noch tolerieren kann. Die Cloud-Verbindung ist da, sie ist limitiert, und sie ist der Preis für ein Premium-Gerät, das ohne die Hersteller-Cloud zwei Drittel seiner Features verliert. Wer das nicht akzeptieren will, sollte zum Dreame mit Valetudo greifen.

Wenn Tobias heute nochmal kaufen müsste, würde er den Saros 10R nehmen. Das hat er mir letzte Woche am Telefon gesagt, als die Z70-Wartungs-LED zum ersten Mal aufleuchtete und er die kleine Hauptbürste reinigen musste. Der Arm war an dem Tag nicht im Einsatz, weil eine Tasche im Wohnzimmer stand, die der Z70 nicht klassifizieren konnte, also hat er sie als Hindernis behandelt. Der Roboter hat sauber drumherum gesaugt, der Arm ist gefaltet geblieben, und Tobias hat zugesehen.

Manchmal ist das die ehrlichste Antwort auf eine Premium-Anschaffung: Sie tut, was sie soll, aber das, was sie besonders macht, brauchst du eigentlich gar nicht.


Weiterführende Artikel: Quellen:
  1. Roborock US zur Saros Z70 Produktseite
  2. Geizhals zum Saros Z70 mit technischen Daten
  3. Vacuum Wars Saros Z70 Review
  4. Roborock Saros Z70 bei MediaMarkt
  5. Smarthomeassistent.de Test des Saros Z70
  6. Home Assistant Roborock Integration
  7. python-roborock auf GitHub
  8. Custom Roborock Integration auf GitHub
  9. Python-roborock local_roborock_server
  10. Roborock PR zum Matter-Update April 2025
  11. Matter Alpha zur Matter-Update-Roadmap
  12. Matter-Smarthome zum Vacuum-Robot-Geräte-Typ in iOS 18
  13. Matter Alpha zu Matter 1.6 Ambient-Context-Sensor
  14. KED Global zur Roborock-Datenschutzkontroverse
  15. Roborock Vulnerability Disclosure zur Tuya-IoT-Cloud
  16. Kunal Ganglani zum Roborock-Bug-Bounty 2025
  17. AV-Test Roborock-Sicherheits-Check
  18. Discussion zum Roborock-Camera-Zugriff in Home Assistant
  19. Vacuum Wars zur OmniGrip-Aktivierung
  20. Lovelace-Xiaomi-Vacuum-Map-Card auf GitHub
  21. Vacuum-Card für Home Assistant
  22. 6-Monats-Review zu Saros Z70 und 10R
  23. Digital Reviews zum Saros 20