Du stehst morgens in der Küche, hast den Müsli-Hagel gerade aufgesaugt, weil das Kind seine Schale durchs halbe Zimmer geschoben hat, und denkst kurz darüber nach, ob der Saugroboter unter dem Bett das vielleicht für Dich erledigen könnte. Theoretisch ja. In der Praxis hängt er gerade an einem Kabel fest, das er gestern zum dritten Mal in dieser Woche eingesammelt hat, und meldet sich über die Hersteller-App mit einer Fehlermeldung, die nur auf Englisch funktioniert. Du wischst es mit dem Lappen weg, trinkst den Kaffee aus und überlegst zum hundertsten Mal, ob es nicht doch einen Weg gibt, das Ding sauber an Home Assistant zu hängen. Ohne dass jeder Quadratmeter Deiner Wohnung über einen Server in Shenzhen rollt.

Es gibt einen Weg. Mehrere sogar. Und 2026 ist das Jahr, in dem die Auswahl ehrlich gesagt unübersichtlich geworden ist, weil sich der Saugroboter-Markt in zwei Richtungen entwickelt hat: einmal nach oben, mit Greifarmen, Heißwasser-Docks und KI-Hinderniserkennung, und einmal nach hinten, weil das Ökosystem von Tag zu Tag verschlossener wird. Wer die richtigen Geräte kauft, hat 2026 mehr Möglichkeiten als je zuvor. Wer die falschen kauft, klebt für die nächsten fünf Jahre an einer Cloud-App, die irgendwann eingestellt wird, und einem Robot, der ohne Internet nicht mal aus seiner Ladestation findet.

Worum es eigentlich geht

Ein moderner Saugroboter ist kein Roboter mehr. Er ist ein kleiner Roll-PC mit LiDAR-Scanner, Kamera, manchmal einem Wassertank, einer Wischwalze und einer Absaugstation, die nach jedem Lauf den Staubbeutel füllt und die Mopps mit Heißwasser wäscht. Die Topmodelle 2026 haben 22.000 Pascal Saugleistung, scannen Deine Wohnung in zentimetergenauer Auflösung und erkennen ein Sockenpaar von einem Hundeknochen. Das alles macht den Eindruck, als würde man hier eine fertige Hardware kaufen. Der eigentliche Wert steckt aber in der App, im Cloud-Backend und in der Frage, ob Du das Gerät irgendwann mal an etwas anderes anschließen kannst als an die Hersteller-Software.

Genau hier teilt sich der Markt 2026 in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen Roborock und Ecovacs mit Cloud-Apps, die immerhin eine offizielle Home-Assistant-Integration anbieten oder zulassen. Auf der anderen Seite Dreame, deren Geschäftsmodell ausdrücklich auf Cloud-Bindung setzt und die jeden Versuch, die Geräte lokal zu betreiben, mit Updates erschweren. Und dazwischen liegt Valetudo, eine Open-Source-Alternative zur Hersteller-Cloud, die seit 2018 existiert und 2026 mit deutlich vereinfachter Installation auf den Markt zurückgekommen ist.

Stiftung Warentest 1/2026: Nur einer wischt gut

Im Januar 2026 hat Stiftung Warentest 37 Saug- und Wischroboter in den Vergleich geschickt. Die Überschrift des Artikels lautet "Nur einer wischt gut", und das ist keine Marketingfloskel, sondern die nüchterne Beschreibung der Testergebnisse. Die meisten Geräte saugen Hartböden ordentlich, einige bewältigen Teppiche, aber beim Wischen versagt fast die ganze Riege. Schlieren, schlechte Eckenreinigung, ungleichmäßige Wasserverteilung und Mopps, die nach drei Räumen so dreckig sind, dass sie den Boden eher schmutzig machen als sauber.

Der einzige Roboter, der beim Wischen ein "gut" bekommen hat, war der Roborock Saros Z70. Das ist das Modell mit dem Greifarm, der Socken aufheben und in einen Wäschekorb legen kann, wenn man den vorher per App definiert. Bei testberichte.de bekommt er eine Gesamtnote von 1,8. Bei Stiftung Warentest reichte es im Detail für 2,0 beim Saugen Hartboden, 2,1 beim Wischen, aber nur 4,2 beim Saugen Teppich, was bei einem Gerät für aktuell 1.549 Euro Listenpreis dann doch eine Diskussion wert ist. Bei Geizhals findest Du ihn ab 960 Euro, was ihn aus der Premium-Klasse in die obere Mittelklasse zieht.

Im IM TEST 04/26 schneidet der Ecovacs Deebot T90 Pro Omni mit 2,07 ab, also "gut", mit Lob für Hinderniserkennung und Saugleistung auf Hartboden. Der Dreame Matrix10 Ultra hat in den Praxistests 2026 ebenfalls solide Bewertungen bekommen, mit besonderem Lob für die Heißwasser-Mopp-Wäsche und die Trocknung der Pads in der Station.

Was in den Tests fast nie auftaucht, ist die Frage, was passiert, wenn die Hersteller-App in fünf Jahren eingestellt wird. Genau diese Frage ist 2026 wichtiger als je zuvor.

Der Cloud-Zwang von Dreame

Auf GitHub gibt es eine Diskussion im Tasshack/dreame-vacuum-Repository, die im Februar 2026 geführt wurde. Die Frage war, ob Dreame seine Geräte irgendwann mal lokal arbeiten lässt. Die Antwort des Maintainers war kompromisslos: Dreame will nicht, dass die Geräte ohne Cloud funktionieren, und das hat sich in den letzten Jahren auch nicht geändert. Wer einen Dreame ohne Cloud betreiben will, muss ihn rooten und Valetudo aufspielen. Die offizielle Mi-Home-App ist auf Cloud angewiesen, und der inoffizielle Tasshack-Connector arbeitet im Wesentlichen als Mi-Home-Replacement, das die Cloud-API nachbaut.

Ironischerweise ist Dreame trotzdem die mit Abstand am besten unterstützte Marke bei Valetudo. Im Mai 2026 stehen 16 Dreame-Modelle auf der Liste der unterstützten Geräte, mehr als von jedem anderen Hersteller. Der Grund: Die Dreame-Robots haben über die letzten Jahre ein vergleichsweise zugängliches Linux-System unter der Haube, und seit dem 2026er Switch der Valetudo-Anleitung von einem proprietären Vendor-Tool auf das offene sunxi-tools-Projekt ist das Rooting deutlich sauberer geworden. In der Praxis dauert es bei vielen Dreame-Modellen rund zehn Minuten, das Gerät über WLAN zu rooten, ohne dass man das Gehäuse öffnen muss.

Konkret: Wenn Du heute einen Dreame kaufst, dann kauf ihn mit dem festen Plan, ihn zu rooten. Sobald Du das tust, hast Du einen Saugroboter, der vollständig lokal läuft, per MQTT direkt an Deinen Home-Assistant-Broker spricht, eine Live-Karte rendert und sich Auto-Updates aus der Cloud verbietet. Wenn Du das nicht willst, kauf etwas anderes. Der Dreame ohne Root ist ein Cloud-Gerät, und das wird er bleiben.

Roborock: Cloud-Discovery, lokale Kommunikation

Bei Roborock ist die Geschichte einfacher. Es gibt eine offizielle Home-Assistant-Integration, die seit 2024 sauber funktioniert und in Version 2026.4 endlich auch die Q10- und Q7-Modelle unterstützt, die vorher monatelang außen vor waren. Die Integration arbeitet mit einer Cloud-Discovery, holt sich also einmalig die Geräteinformationen über das Roborock-Backend, und kommuniziert dann lokal mit dem Roboter. Im laufenden Betrieb braucht Dein Roborock keinen Internetzugang, solange Du nicht aus der Ferne starten willst.

Das ist ein vernünftiger Kompromiss. Du hast offizielle Update-Pflege, Du kannst die App nutzen, um Karten zu zeichnen und No-Go-Zonen zu definieren, und gleichzeitig laufen die Befehle aus Home Assistant ohne Cloud-Latenz. Die Zone-Cleanup-Automatisierung, die Du nach dem Frühstück in der Küche startest, geht direkt vom Home-Assistant-Server an den Roboter, ohne Umweg über Shenzhen.

Was nicht geht: Live-Map-Streams ohne Cloud. Die offizielle Integration zeigt Dir keine Karte. Dafür gibt es das Custom-Component Xiaomi-Cloud-Map-Extractor von PiotrMachowski, das alle paar Sekunden die Karte aus der Cloud zieht und in einer Lovelace-Karte anzeigt. Funktioniert für Roborock, Viomi, Roidmi und Dreame, ist aber strenggenommen wieder Cloud-Abhängigkeit. Wer die Karte lokal will, muss zu Valetudo greifen, und damit zur Root-Variante.

Preislich liegt der Roborock-Markt 2026 zwischen 400 Euro für die Einsteiger-Modelle und 1.500 Euro für den Saros Z70 mit Greifarm. Der Saros Z70 hat in der Praxis übrigens das gleiche Problem, das jeder kennt, der schon mal einen Saugroboter mit Wischfunktion hatte: Wenn die Bude nicht aufgeräumt ist, kommt er mit den Socken und Kabeln nicht zurecht. Der Greifarm hilft theoretisch, ist aber langsam, schafft nur Objekte bis 300 Gramm, und die Übung mit der App, in der Du jeden möglichen Ablageort und jedes mögliche Aufnahmeobjekt vorher definierst, dauert länger als einmal selbst durchwischen.

Ecovacs Deebot T90 Pro Omni: Der pragmatische Mittelweg

Ecovacs hat 2026 mit dem Deebot T90 Pro Omni eine Liga unter dem Saros Z70 ein Gerät auf dem Markt, das in der Praxis vermutlich für die meisten Haushalte besser passt. Saugleistung um 11.000 Pascal, rotierende Mopps mit gleichmäßigem Druck, eine Absaugstation mit Heißwasserwäsche und einem Listenpreis um 1.099 Euro, der zur Black Week regelmäßig auf 700 Euro fällt. Die KI-Hinderniserkennung ist nach IM-TEST-04/26 zuverlässiger als bei vielen Mitbewerbern, und das Saugen auf Hartböden überzeugt.

Die Home-Assistant-Integration läuft über das DeebotIoT-Custom-Component, das nicht offiziell ist, aber stabil. Du brauchst Deinen Ecovacs-Cloud-Account, hängst die Integration an HACS, gibst Username und Passwort ein und bekommst dann Saug-, Wisch- und Stations-Steuerungen als Entitäten. Live-Map gibt es ähnlich wie bei Roborock nur über Custom-Lösungen.

Was Ecovacs gegen sich hat: Die Cloud-Server stehen in China und in Singapur. Die Datenströme sind nach EU-Standard nicht audited, und die Hersteller-App fragt mehr Berechtigungen ab als nötig. Wer hier die Datenschutzbrille aufsetzt, sollte den Roboter in einem eigenen VLAN ohne Internet betreiben und nur über die HA-Integration steuern. Das funktioniert, ist aber Bastelarbeit.

Valetudo: Cloud raus, MQTT rein

Wenn Dir der Cloud-Zirkus reicht, dann führt Dein Weg zu Valetudo. Hypfer hat das Projekt 2018 gestartet, weil er sich nicht damit abfinden wollte, dass sein Xiaomi-Roboter ohne Internet nicht funktioniert, und 2026 läuft die Software auf Tausenden von Geräten weltweit. Auf Roborock, Dreame, Xiaomi, MOVA, Viomi, Eureka, Cecotec, Prosenic, Commodore und IKOHS, sofern das jeweilige Modell auf der Liste steht.

Wichtig: Valetudo ist keine Custom-Firmware. Es ist eine Cloud-Replacement-Software, die auf der originalen Linux-Distribution des Roboters läuft und die Hersteller-Cloud-Komponenten ersetzt. Der Roboter denkt weiter, dass er mit der Cloud spricht, redet aber in Wirklichkeit mit dem Valetudo-Daemon auf dem eigenen Gerät. Der bietet ein lokales Web-Interface, MQTT-Anbindung an Deinen Home-Assistant-Broker und einen Live-Map-Stream, der ohne Cloud auskommt.

Die Installation ist je nach Modell unterschiedlich aufwendig. Bei den meisten Dreame-Modellen mit dem aktuellen sunxi-Verfahren ist es eine reine WLAN-Aktion: Roboter in den Recovery-Modus bringen, mit dem Hochladen-Script arbeiten, fertig. Bei Roborock muss man häufiger das Gehäuse öffnen, einen FEL-Mode aktivieren oder einen Dropbear-Shell-Zugang über UART einrichten. Wer technisch fit ist, schafft das in einem Nachmittag. Wer nicht, kauft im Valetudo-Friendly-Shop einen vorgerooteten Roboter, etwa bei dontvacuum.me.

In Home Assistant taucht der Valetudo-Roboter dann über MQTT-Discovery auf. Du bekommst Sensoren für Akku, Status, Reinigungszone, Wassertank-Füllstand, eine Vacuum-Entity zum Steuern und über den Companion-Service eine Map-Camera-Entity, die das Lovelace-Dashboard mit der Live-Karte versorgt. Keine Cloud, keine Latenz, keine Telemetrie nach Shenzhen. Die Stromrechnung Deines Datenschutzes liegt bei null Watt zusätzlich.

Drei Beispiel-Automatisierungen, die in der Praxis funktionieren

Wenn der Saugroboter erst mal in Home Assistant hängt, fängt der eigentliche Spaß an. Drei Setups, die wir bei Technikheim laufen haben.

Erstens: Saugen, wenn keiner zuhause ist. Ein Trigger auf den Personen-Status, mit einem Delay von zehn Minuten, damit der Lieferdienst nicht direkt nach dem Klingeln den Roboter aktiviert. Wenn Du am Mähroboter-Beispiel aus Artikel 062 schon weißt, wie Geofencing in Home Assistant funktioniert, ist das hier einfach. Wichtig: Eine Bedingung auf den Wassertank-Füllstand setzen, weil ein leerer Tank den Wischlauf abbricht und Du den Roboter dann ungeplant wiederfindest, wo Du ihn nicht haben willst.

Zweitens: Zonen-Reinigung nach dem Frühstück. Mit einem NFC-Tag am Kaffeebecher-Untersetzer löst Du eine Skript aus, das den Roboter in die Küchen-Zone schickt. Funktioniert mit jedem Modell, das Zone-Cleanup unterstützt, also Roborock, Dreame und Valetudo-rooted. Bei Ecovacs musst Du den Custom-Service deebot.cleanArea aufrufen, der die Zonen-Definition aus der App-Karte holt.

Drittens: Akustische Warnung, wenn der Roboter zur Reinigung in die Station zurückkehrt und der Schmutzbehälter voll ist. Sensor auf den dust_bin_full-Wert von Valetudo oder den entsprechenden Custom-Component-Status, mit einer TTS-Ausgabe auf den Wohnzimmer-Lautsprecher: "Der Saugroboter ist fertig, der Beutel ist voll." So vergisst Du den Beutelwechsel nicht zwischen zwei Läufen, und die Absaugstation muffelt nicht durch das halbe Haus.

Datenschutz: Was die Roboter wirklich nach Hause schicken

Saugroboter sammeln Daten. Eine Menge Daten. Karten Deiner Wohnung, Bewegungsmuster, Zeitstempel jeder Reinigung, manchmal Bildmaterial der KI-Hinderniserkennung. Wenn Du einen Cloud-Roboter betreibst, gehen diese Daten je nach Hersteller in Server in China, Singapur, den USA oder Deutschland. Die DSGVO greift in Deutschland, der Hersteller-Datenschutzhinweis erlaubt aber meistens deutlich mehr Verarbeitung, als Du intuitiv unterschreiben würdest.

2025 hat die Verbraucherzentrale NRW in einer Untersuchung mehrere Saugroboter-Apps abgemahnt, weil die Datenschutzhinweise nicht transparent waren. Ecovacs hat die Hinweise inzwischen überarbeitet, Dreame hat 2026 nachgezogen, Roborock war von Anfang an etwas weniger problematisch, weil die offizielle App keinen Bilder-Upload an die Cloud erzwingt. Wer hier wirklich Datensparsamkeit will, kommt um Valetudo nicht herum. Bei einem gerooteten Roboter verlassen die Karten Dein Heimnetz nie. Punkt.

Cyber Resilience Act: Der CRA, der Smart-Locks aus Artikel 064 betrifft, gilt genauso für Saugroboter. Ab Dezember 2027 müssen alle in der EU verkauften Geräte mit digitalen Komponenten die Cybersecurity-Anforderungen erfüllen, ab September 2026 müssen Hersteller ausgenutzte Schwachstellen innerhalb von 24 Stunden an die ENISA melden. Roborock und Ecovacs sind hier in der Vorbereitungsphase, Dreame hat sich öffentlich zur Compliance bekannt. Was am Ende davon übrig bleibt, wird man erst Anfang 2028 sehen.

Hardware-Empfehlung 2026 nach Anwendungsfall

Die Frage "Welcher Saugroboter ist der beste" ist 2026 nicht mehr sinnvoll zu beantworten, weil sie davon abhängt, wo Du in der Frage Cloud versus Lokal stehst.

Wenn Du einen Roboter willst, der einfach läuft, mit offizieller Home-Assistant-Integration ohne Custom-Components: Roborock Q-Serie ab 2026.4. Solide, gut unterstützt, lokale Kommunikation nach einmaligem Cloud-Discovery. Preisbereich 400 bis 800 Euro für die meisten Modelle.

Wenn Du Premium-Hardware mit Heißwasser-Wäsche und Karten-Stream willst, ohne zu rooten: Ecovacs Deebot T90 Pro Omni mit dem DeebotIoT-Custom-Component. Die Cloud-Anbindung ist hier nicht ideal, aber praktikabel, und die Hardware gehört zum Besten, was es 2026 gibt. Preis um 1.000 Euro Liste, regelmäßig deutlich günstiger.

Wenn Du Datensparsamkeit willst und ein Stündchen Bastelei nicht scheust: Dreame L10s Pro Ultra Heat oder Dreame Z10 Pro, dazu Valetudo. Der Dreame ist die mit Abstand einfachste Plattform für das Rooten, und Du bekommst danach ein Gerät, das vollständig in Deinem MQTT-Stack lebt. Preisbereich 600 bis 1.000 Euro.

Wenn Du den Greifarm und das letzte Stück Innovation willst, und das Geld nicht weh tut: Roborock Saros Z70. Bei aktuell 960 Euro Marktpreis hat sich die Preis-Leistung in den letzten Wochen deutlich verbessert. Aber sei ehrlich: Der Greifarm ist noch eine Demo-Funktion, kein produktives Werkzeug.

Was Du nicht kaufen solltest

Lass die Finger weg von No-Name-Robotern auf Drittanbieter-Marktplätzen. Eufy und ähnliche Marken sind oft günstig, aber die Cloud-Anbindung ist undokumentiert, die Update-Politik unklar, und Home-Assistant-Integration gibt es entweder gar nicht oder als verlassenes GitHub-Projekt. Dasselbe gilt für die noch günstigeren Modelle von Lefant, Yeedi und ähnlichen Anbietern. Wenn Du an einer Cloud kleben willst, dann wenigstens an einer von einem Hersteller, der in fünf Jahren noch existiert.

Auch nicht: Roomba. iRobot hat sich 2026 endgültig aus dem deutschen Markt zurückgezogen, nachdem die Übernahme durch Amazon 2024 von der EU blockiert wurde und das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Die offizielle Home-Assistant-Integration funktioniert noch, aber die Update-Kette ist fragil, und Ersatzteile sind in Deutschland kaum noch zu bekommen.

Die ehrliche Bilanz

Saugroboter sind 2026 erwachsen geworden, aber ihre Software ist immer noch ein Software-Geschäftsmodell mit Cloud-Bindung. Die Hardware ist gut genug, die Saug- und Wischleistung ist bei den Topmodellen praxistauglich, und die Hinderniserkennung scheitert nur noch an Hundekot und schwarzen Socken auf dunklem Parkett. Was 2026 wirklich entscheidet, ist die Frage, wo Du Deine Karten gespeichert haben willst und wie viel Bastelei Du in das Setup investierst.

Für die meisten Leute reicht ein Roborock mit der offiziellen HA-Integration. Wer mehr will, geht den Valetudo-Weg und vergisst die Cloud. Wer den Wow-Effekt braucht, kauft den Saros Z70 und akzeptiert, dass er für die nächsten zwei Jahre ein Spielzeug ist. Was Du auf keinen Fall machen solltest: einen Saugroboter ohne Plan kaufen und dann hoffen, dass die App in fünf Jahren noch funktioniert. Sie wird es nicht.