Im Sommer 1998 trafen sich in einer Kopenhagener Wohnung vier dänische Ingenieure, die einen Funkstandard für Lichtsteuerung bauen wollten, weil ihnen die existierenden Lösungen zu teuer und zu kompliziert waren. Die Firma hiess Zensys, das Protokoll Z-Wave, und die Idee war so unspektakulär wie tragfähig: Wenn man ein Funksignal nicht auf dem überfüllten 2,4-GHz-Band schickt, sondern auf einem Sub-GHz-Band, das in jedem Haushalt praktisch ungenutzt ist, dann durchdringt es Wände und braucht weniger Strom. Drei Jahre später lief die erste kommerzielle Z-Wave-Implementierung. Acht Jahre später wurde Zensys von Sigma Designs übernommen, 2018 von Silicon Labs gekauft, und im Frühsommer 2024 öffnete Silicon Labs etwas, das jahrzehntelang als unverhandelbar galt: die Z-Wave-Spezifikation selbst.
Im selben Sommer 1998, ein paar tausend Kilometer westlich, beschloss eine andere Arbeitsgruppe — die spätere IEEE 802.15-Truppe — sich um genau dasselbe Problem zu kümmern. Funkkommunikation zwischen kleinen, batteriebetriebenen Geräten. Aus dieser Arbeit wurde 2003 der IEEE-802.15.4-Standard, und auf dessen Basis ratifizierte die Zigbee Alliance am 14. Dezember 2004 die erste Zigbee-Spezifikation, Version 1.0.[^1]
Beide Standards sind also vor mehr als 20 Jahren entstanden, beide haben sich seither so gründlich geändert, dass jede Aussage über sie ein Verfallsdatum hat, und beide werden 2026 von einer dritten Macht bedrängt — Matter, die alles vereinheitlichende Anwendungsschicht der Connectivity Standards Alliance, die selbst aus der Zigbee Alliance hervorgegangen ist. Wer heute eine Smart-Home-Installation plant und sich fragt, ob Z-Wave oder Zigbee die richtige Wahl ist, bekommt im Internet vorwiegend Texte aus 2019 zu lesen, die sich zwischen Hersteller-Marketing und Forenfolklore bewegen. Dieser hier soll anders sein.
Was 2024 mit Z-Wave passierte (und warum Sie das interessieren sollte)
Bis April 2024 war Z-Wave ein geschlossenes System. Die Spezifikation gehörte Silicon Labs, die Chips, auf denen Z-Wave-Geräte funkten, kamen ausschliesslich von Silicon Labs, und wer ein Z-Wave-Produkt bauen wollte, musste sich durch ein Lizenzregime arbeiten, das viele Hersteller abgeschreckt hat. Das ist auch der Grund, warum es auf jedem zweiten Aliexpress-Sensor für 7 Euro Zigbee draufsteht und nicht Z-Wave.
Am 30. April 2024 hat Trident IoT, eine Halbleiterfirma aus Carlsbad in Kalifornien, gegründet von Z-Wave-Veteranen aus der Zensys-Sigma-Silabs-Linie, ihre eigene Z-Wave-Chip-Linie namens Taurus angekündigt — basierend auf der Open Z-Wave Specification Release 2024A.[^2] Das war der erste sichtbare Effekt der Öffnung. Die zweite Chip-Quelle in der Geschichte des Protokolls. Im Juni 2025 zertifizierten sowohl Silicon Labs als auch Trident IoT ihre Implementierungen unter dem neu eingeführten Z-Wave Protocol Certification Programm — und damit war zum ersten Mal seit 25 Jahren ein Z-Wave-Hardware-Markt ohne Monopol entstanden.[^3] Im Februar 2026 kündigten Trident IoT und Semtech, der Hersteller hinter LoRa, eine Kooperation für eine multi-protokollare Entwicklungsplattform an. Z-Wave bekommt ökonomische Konkurrenz, was seit zwei Jahrzehnten überfällig war und für die nächsten Jahre niedrigere Gerätepreise wahrscheinlich macht.
Für den Heimnutzer bedeutet das vor allem eines: Z-Wave ist nicht mehr das sterbende Protokoll, als das es zwischen 2018 und 2023 oft beschrieben wurde. Es ist im Gegenteil das einzige der älteren Smart-Home-Funknetze, das gerade einen ökonomischen Frühling erlebt.
Die Frequenzen — und warum 2,4 GHz immer noch das wichtigste Argument gegen Zigbee ist
Zigbee funkt weltweit auf 2,4 Gigahertz, demselben Band, das auch WLAN, Bluetooth, schnurlose Kopfhörer, Mikrowellen, Babyfone und neuerdings Matter-over-Thread benutzen. Es gibt zwar 16 Zigbee-Kanäle in diesem Band, aber drei davon (Kanal 11, 15 und 20) liegen mitten zwischen den drei nicht-überlappenden WLAN-Kanälen, und in einem Mehrfamilienhaus mit zwölf WLAN-Routern auf einer Etage hat dein Zigbee-Coordinator manchmal schlicht keinen freien Platz mehr. Das ist kein Theorieproblem. Wer auf Reddit nach „zigbee channel interference" sucht, findet jede Woche Posts von verzweifelten Nutzern, deren Sensoren reproduzierbar abfallen, sobald der Nachbar abends YouTube auf 5 GHz streamt — wodurch dessen Router das 2,4-GHz-Backupnetz hochpegelt und alles auf der Etage stört.
Z-Wave funkt in Europa auf 868,42 Megahertz und in Nordamerika auf 908,4 Megahertz. Diese Sub-GHz-Bänder sind für ISM-Anwendungen reserviert, der Verkehr ist überschaubar, und niedrigere Frequenzen haben einen physikalischen Vorteil, der sich nicht wegmarketing-en lässt: sie durchdringen Wände besser. Eine 30 Zentimeter dicke Beton-Stahlbeton-Wand dämpft ein 2,4-GHz-Signal um etwa 20 dB, ein 868-MHz-Signal um etwa 12 dB. Das klingt nach wenig, ist aber in der Praxis der Unterschied zwischen „funktioniert" und „funktioniert nicht".
Realistische Reichweite pro Hop, also pro direkter Funkverbindung zwischen zwei Geräten, liegt bei Zigbee in Innenräumen zwischen 10 und 20 Metern. Bei klassischem Z-Wave (also nicht Long Range) zwischen 30 und 40 Metern. Im Freifeld, ohne Wände, schaffen beide deutlich mehr — aber niemand baut sein Smart Home im Freifeld auf.
Z-Wave Long Range: der Reichweitenturbo, von dem Sie wahrscheinlich noch nichts gehört haben
Im Sommer 2022 hat die Z-Wave Alliance eine Erweiterung des Protokolls eingeführt, die im US-Markt sofort verfügbar war, in Europa aber zwei Jahre länger gebraucht hat: Z-Wave Long Range, kurz ZWLR. Im Februar 2024 wurde die europäische Spezifikation fertiggestellt[^4], und im August 2025 brachte Aeotec mit dem SmokeShield, einem ZWLR-Adapter für Ei-Electronics-Rauchmelder, das erste echte Long-Range-Gerät auf den europäischen Markt — mit einer angegebenen Reichweite von bis zu einem Kilometer im Freifeld.[^5]
ZWLR macht drei Dinge, die normales Z-Wave nicht kann. Erstens: Es ersetzt das Mesh durch eine Sterntopologie. Statt dass Funksignale von Knoten zu Knoten weitergereicht werden, sprechen alle Geräte direkt mit dem Hub. Das halbiert die Latenz und vereinfacht die Fehlersuche. Zweitens: Es erweitert den Adressraum von 8 auf 12 Bit, wodurch statt der bisherigen 232 Geräte pro Netzwerk plötzlich 4.000 möglich werden. Das ist relevant für Hotels, Mietshäuser und gewerbliche Anwendungen — für ein Einfamilienhaus eher nicht. Drittens: Durch die maximale Sendeleistung von 30 dBm und dynamische Leistungssteuerung kommen ZWLR-Sensoren mit einer Knopfzelle bis zu zehn Jahre aus.[^6]
Der Punkt, den Hersteller-Marketing nicht offen sagt: ZWLR ist auf dem europäischen Markt im April 2026 noch eine kleine Nischenangelegenheit. Es gibt im Aeotec-Shop in Europa eine Handvoll Geräte mit dem ZWLR-Logo, dazu einige Range Extender und das offizielle Home-Assistant-Connect-ZWA-2-Stick von Nabu Casa. Wer 2026 Z-Wave kauft, kauft mehrheitlich noch klassisches Z-Wave Plus v2 mit Mesh-Topologie. ZWLR ist die Zukunft, aber die Gegenwart ist Mesh.
Das Mesh-Problem: Source Routing gegen Distance Vector
Hier wird es technisch — aber nur kurz, weil es einen praktischen Unterschied erklärt, den jeder spürt, der mehr als zehn Geräte besitzt.
Z-Wave benutzt seit jeher ein Source-Routing-Verfahren. Der Hub kennt die komplette Topologie des Netzwerks, weil jedes Gerät beim Anlernen seine direkten Funknachbarn meldet. Wenn der Hub einer Lampe ein Befehl schicken will, berechnet er aus der gespeicherten Karte den optimalen Pfad und schreibt ihn ins Datenpaket: „Geh über Repeater A, dann über Repeater C, dann zur Lampe." Vorteil: deterministisches Verhalten, gut nachvollziehbar, einfach zu debuggen, weil der Hub die Karte hat. Nachteil: bei Topologieänderungen — etwa wenn Repeater A ausfällt — muss das Netzwerk neu kartiert werden, was eine sogenannte „Heal Network"-Operation auslöst. In der Praxis bedeutet das gelegentlich, dass Z-Wave-Netzwerke nach einer Renovierung oder einem Stromausfall einmal neu eingelernt werden müssen.
Zigbee benutzt ein dynamisches Routing nach AODV (Ad-hoc On-demand Distance Vector). Wenn der Coordinator etwas an einen Endknoten schicken will, sendet er eine Broadcast-Anfrage „Wer kennt den Weg zu Knoten X?", und die Router (also die mit Strom versorgten Zigbee-Geräte) antworten mit dem kürzesten Pfad, den sie kennen. Vorteil: das Netzwerk passt sich quasi-automatisch an Änderungen an, ohne dass jemand etwas tun muss. Nachteil: bei vielen Knoten und vielen Anfragen werden die Broadcast-Stürme zum Problem, weil jede Routensuche das ganze Netzwerk belegt. Wer eine grosse Zigbee-Installation mit über 100 Geräten hat, wird in den Logs seines Zigbee2MQTT-Containers regelmässig „network busy"-Einträge sehen.[^7]
In der Theorie unterstützt Zigbee bis zu 65.535 Knoten pro Netzwerk. In der Praxis empfiehlt die Connectivity Standards Alliance selbst, unterhalb von 200 zu bleiben, und in der Heimanwender-Praxis stabilisieren sich die meisten Zigbee-Netzwerke zwischen 50 und 80 Geräten.[^8] Z-Wave erlaubt 232 Knoten — eine harte Grenze, die aus der 8-Bit-Adressierung kommt — und in der Praxis ist diese Grenze für ein klassisches Einfamilienhaus genau richtig dimensioniert.
Welche Hersteller bauen 2026 was — und für wen
Eine Liste, die ohne Werbung auskommt:
Zigbee — die breite MasseAuf der Zigbee-Seite gibt es vier dominante Stränge. Die IKEA-Tradfri-Serie, mit Lampen, Steckdosen, Bewegungssensoren und Tasten zwischen 5 und 30 Euro pro Gerät. Die Philips-Hue-Serie, die zwar ein Premium-Ökosystem mit eigener Bridge ist, aber als Zigbee-Geräte mit anderen Hubs koppelbar bleibt — wenn auch unter Kompromissen bei der Update-Funktionalität. Aqara, der chinesische Hersteller, der mit der M3-Hub-Generation seit 2024 auch Matter-Kompatibilität bietet und qualitativ deutlich über dem Tuya-Niveau liegt. Und schliesslich die grosse OEM-Familie aus Sonoff, Lidl Silvercrest, Tuya-Whitelabel und tausend Aliexpress-Marken, die alle mit Zigbee2MQTT funktionieren und manchmal nach einem halben Jahr aufhören zu funktionieren, weil der Hersteller ein Firmware-Update gegen die Original-Spec geschickt hat.
Z-Wave — die etablierten europäischen MarkenAuf der Z-Wave-Seite sieht das Feld weniger zerklüftet aus, was teilweise an den höheren Lizenzkosten liegt, die jahrelang Hobbyhersteller ausgeschlossen haben. Aeotec, ursprünglich aus Australien, ist in Europa über die Aeotec-Europe-Tochter der Marktführer für Sticks, Sensoren und neue ZWLR-Geräte. Fibaro, das polnische Unternehmen, das 2018 von Nice Group übernommen wurde, baut Heizthermostate und Aktoren. Heatit Controls, eine schwedisch-norwegische Firma, dominiert den nordeuropäischen Markt für Z-Wave-Heizungsthermostate — der Heatit Z-TRM6 für 16 Ampere ist in vielen Schweden-Häusern Standard und kostet rund 130 Euro.[^9] Yale, vor allem für Z-Wave-Türschlösser. Shelly hat seit 2024 mit der Wave-Linie auch Z-Wave-Geräte im Programm, was für ein primär WLAN-orientiertes Unternehmen ungewöhnlich ist.
Die Faustregel, die in der Praxis hält: Wer 30 Geräte für unter 500 Euro will, kauft Zigbee. Wer 30 Geräte für 1.500 Euro will, die alle in fünf Jahren noch funktionieren und einer Familie mit Kind und Putzhilfe ohne Erklärung zugemutet werden können, kauft Z-Wave.
Home Assistant, der wahre Schiedsrichter
Die einzige relevante Frage für die meisten Selbstbauer im deutschsprachigen Raum lautet inzwischen: Was unterstützt Home Assistant gut? Und auf der Antwort steht für beide Protokolle ein klares Ja, mit Nuancen.
Für Z-Wave läuft die Welt seit Jahren über die zwave-js-Familie. Konkret: das Add-on „Z-Wave JS UI" (früher Z-WaveJS to MQTT), das die Brücke zum Z-Wave-Stick herstellt, plus die offizielle Z-Wave-Integration in Home Assistant, die per WebSocket darauf zugreift.[^10] Das Setup ist seit etwa 2022 einigermassen stabil, der Stick der Wahl ist entweder das Aeotec Z-Stick 7 (genauer ZWA010), das Home-Assistant-Connect ZWA-2 von Nabu Casa, oder neuerdings der Aeotec Z-Stick 10 Pro mit ZWLR-Unterstützung.
Für Zigbee gibt es zwei konkurrierende Lösungen. Zigbee2MQTT, gepflegt von der Open-Source-Community rund um Koen Kanters, unterstützt im April 2026 über 3.300 Geräte und ist die Lösung mit der besten Hardware-Unterstützung quer durch alle Hersteller. ZHA (Zigbee Home Automation), die direkt in Home Assistant eingebaute Variante, ist einfacher zu installieren, hat keine MQTT-Abhängigkeit, aber unterstützt deutlich weniger exotische Geräte als Zigbee2MQTT. Wer Aqara, IKEA und Hue hat, kommt mit ZHA aus. Wer Tuya-Sensoren mit eigenwilliger Firmware oder einen Lidl-Silvercrest-Stecker einbinden will, braucht Zigbee2MQTT. Eine ausführliche Gegenüberstellung der beiden findest du im Artikel Zigbee2MQTT vs ZHA 2026.
Die Matter-Frage: Warum Z-Wave nicht abgelöst wird, Zigbee aber sehr wohl
Matter ist die grosse Konvergenzwette der Smart-Home-Industrie. Es ist eine Anwendungsschicht — kein Funkstandard — und definiert, wie sich Geräte gegenüber einem Steuersystem verhalten, unabhängig davon, ob sie über WLAN, Thread oder Ethernet erreichbar sind. Das ist der wichtige Punkt: Matter läuft auf bestehenden IP-Funknetzen, nicht auf Sub-GHz-Funk.
Für Zigbee ist das eine existenzielle Bedrohung. Thread, das andere IEEE-802.15.4-basierte Protokoll, funkt im selben 2,4-GHz-Band wie Zigbee und ist technisch in vielen Punkten überlegen — IPv6 statt proprietärer Adressierung, kein Single-Point-of-Failure-Coordinator, sondern echtes Mesh mit Border-Routern. Praktisch jeder neue Zigbee-Chip seit 2023 unterstützt zumindest theoretisch auch Thread, und die meisten neuen Smart-Home-Geräte mit 802.15.4-Funk werden inzwischen für Thread/Matter zertifiziert, nicht mehr für Zigbee. Die Connectivity Standards Alliance schiebt offiziell beide Protokolle weiter, aber der Strom der Innovation fliesst seit 2024 in Richtung Matter-over-Thread.[^11] Mehr dazu im Matter-1.4-Realitätscheck und im Artikel zu Matter, Thread und WLAN.
Für Z-Wave ist Matter dagegen kein Verdrängungsstandard, sondern ein paralleler Markt. Matter braucht IP-Funk auf 2,4 GHz, Z-Wave funkt auf 868 MHz. Wer Z-Wave gekauft hat, hat sich genau für die Eigenschaften entschieden — Reichweite, Wandgängigkeit, störungsfreies Band — die Matter prinzipbedingt nicht liefern kann. Die Z-Wave Alliance hat die strategische Entscheidung getroffen, Matter nicht zu adoptieren, sondern parallel zu existieren. Das wirkt 2026 wie der richtige Schachzug. Wer als Endkunde ein Matter-Gerät kaufen will, kauft einen Thread-Sensor, kein Z-Wave-Gerät. Wer als Endkunde 2,4 GHz nicht traut, kauft Z-Wave.
Die ehrliche Empfehlung, sortiert nach Haus
Neubau, durchgehende Wände aus Trockenbau, kleines Reihenhaus oder Wohnung unter 100 Quadratmetern: Zigbee. Du wirst die Reichweite kaum merken, das Mesh hält durch die vielen Repeater (Steckdosen, Lampen) zusammen, und du sparst beim Geräteeinkauf erheblich. Falls du heute startest, schau dir gleich Matter-over-Thread-Alternativen an — sie sind technisch zukunftsfähiger und werden 2027/2028 dominant sein. Beim Coordinator-Stick lohnt sich ein Blick in den Zigbee-Koordinator-Vergleich 2026. Altbau mit dicken Wänden, Mehrfamilienhaus mit vielen WLAN-Nachbarn, Haus über 150 Quadratmetern, mehrere Etagen: Z-Wave. Die 868 MHz machen den entscheidenden Unterschied, wenn der Sensor in der Speisekammer hinter der Betonwand sitzt. Stick: Aeotec Z-Stick 7 oder ZWA-2 von Nabu Casa. Bestehendes grosses Zigbee-Netzwerk, das funktioniert: Lass es. Migrieren ist teuer und unsinnig, wenn das Vorhandene läuft. Falls du expandierst und Probleme mit Reichweite hast, wäre ein paralleles Z-Wave-Netz für die kritischen Sensoren ein gangbarer Mittelweg — moderne Hubs wie Hubitat oder Home Assistant Yellow handhaben beides parallel ohne Probleme. Ferienhaus, Garagen, Aussenanwendungen, Mehrhauseigentum: Z-Wave Long Range, sobald in 2026 mehr Endgeräte verfügbar sind. Bis dahin entweder klassisches Z-Wave mit Range Extendern oder eine LoRa-basierte Lösung, die hier den Rahmen sprengt. Wer komplett bei Null anfängt, technisch versiert ist und auf 2030 plant: Matter-over-Thread. Aber das ist eine andere Diskussion und wird hier nur am Rande gestreift, weil es keinen direkten Weg von „Funkstandard 2026 wählen" zu „Matter-Stack 2030 verstehen" gibt, der in unter 5.000 Wörtern darstellbar wäre.Was übrig bleibt
Beide Standards sind 2026 quicklebendig, beide haben sich in den letzten zwei Jahren mehr verändert als in den fünf davor, und beide werden noch lange existieren. Der wichtigste Punkt, der in fast allen Vergleichsartikeln untergeht: Es geht nicht darum, welcher Standard besser ist. Es geht darum, welcher zu deinem konkreten Haus, deinen konkreten Wänden und deiner konkreten Geräteauswahl passt. Die Physik des Funks ist gnadenlos lokal, und das beste Hersteller-Marketing kann eine 30-Zentimeter-Stahlbetonwand nicht weichkochen.
Wer nach diesem Artikel immer noch unsicher ist, hat eine sehr gangbare Alternative: einen Hub kaufen, der beides kann. Home Assistant Yellow, Hubitat C-8 Pro, oder ein Raspberry Pi 5 mit zwei USB-Sticks (einer Z-Wave, einer Zigbee) ermöglichen das Parallelbetreiben beider Netzwerke ohne nennenswerte Mehrkosten. So kannst du klein anfangen, mit zehn Zigbee-Geräten für 80 Euro, und später für die kritischen Stellen — Türsensoren im Keller, Wassermelder in der Speisekammer, Rauchmelder im Dachgeschoss — die paar zuverlässigen Z-Wave-Geräte ergänzen. Das ist nicht die eleganteste Lösung, aber sie ist die ehrlichste.
Quellen
[^1]: Connectivity Standards Alliance: Zigbee Specification, Document History (December 14, 2004 — Zigbee v.1.0 draft ratified). Public PDF, abgerufen April 2026: https://csa-iot.org/wp-content/uploads/2023/04/05-3474-23-csg-zigbee-specification-compressed.pdf
[^2]: Trident IoT: „Trident IoT Launches Z-Wave Series Silicon", Press Release, 30. April 2024. https://tridentiot.com/2024/04/30/trident-iot-launches-z-wave-series-silicon/
[^3]: Residential Tech Today: „Silicon Labs, Trident IoT Achieve Newly Established Z-Wave Protocol Certification", 17. Juni 2025. https://restechtoday.com/silicon-labs-trident-iot-achieve-newly-established-z-wave-protocol-certification/
[^4]: Z-Wave Alliance: „Z-Wave Alliance Announces Release of Z-Wave Long Range Specification for European Market", Pressemitteilung, 29. Februar 2024. https://z-wavealliance.org/news_p/z-wave-alliance-announces-release-of-z-wave-long-range-specification-for-european-market/
[^5]: Z-Wave Alliance: „Aeotec Launches SmokeShield – The First Z-Wave Long Range Node for the EU", 14. August 2025. https://z-wavealliance.org/aeotec-launches-smokeshield-the-first-z-wave-long-range-node-for-the-eu/
[^6]: Silicon Labs: „Z-Wave Long Range (LR) Overview". https://www.silabs.com/wireless/z-wave/z-wave-long-range-overview
[^7]: Digi International: „AODV mesh routing", technische Dokumentation. https://www.digi.com/resources/documentation/Digidocs/90002002/Concepts/c_zb_AODV_mesh_routing.htm
[^8]: Texas Instruments Application Note SWRA427: „Breaking the 400-Node ZigBee Network Barrier With TI's ZigBee SoC and Z-Stack Software". https://www.ti.com/lit/an/swra427d/swra427d.pdf
[^9]: Heatit Controls: Heatit Z-TRM6 Produktseite. https://heatit.com/produkt/10316/heatit-z-trm6-black-matt
[^10]: Aeotec Knowledgebase: „Setup Home Assistant with Z-Stick 7 and Z-WaveJS UI", aktualisiert Dezember 2024. https://aeotec.freshdesk.com/support/solutions/articles/6000246295-setup-home-assistant-with-z-stick-7-and-z-wavejs-ui
[^11]: Silicon Labs Engineering Blog: „Zigbee PRO 2023 Spec Released Increases Security", 12. April 2023. https://www.silabs.com/blog/zigbee-pro-2023-spec-released-increases-security