Markus aus Schwabmünchen, Anfang dreißig, Fahrradmechaniker mit einer Werkstatt am Bahnhof, hat am Sonntagvormittag seinen Raspberry Pi 5 ausgepackt. Acht-Gigabyte-Variante mit Aluminium-Kühler, eine SanDisk-Extreme-microSD, das offizielle Pi-Netzteil. Er hat zwei Folgen eines Smart-Home-Podcasts gehört, das HAOS-Image mit dem Raspberry Pi Imager auf die Karte geflasht, das Ding an den Switch gehängt, am Notebook das Onboarding gemacht, die Hue-Bridge integriert, drei Lampen umbenannt, ein erstes Dashboard zusammengeklickt. Bis dahin ist alles gegangen wie in den Tutorials. Er sitzt jetzt am Küchentisch, den Pi blinkt grün hinter dem Telefonkabel, und denkt sich: schön, das funktioniert. Aber er will das Ding auf dem iPhone haben, nicht nur am Browser. Logisch. Smart Home ohne Smartphone wäre ja Quatsch.

Also App Store auf, in die Suche "Home Assistant" eintippen. Und dann steht er da.

Es erscheinen, je nach Tag und Region, drei oder vier Treffer. Ganz oben "Home Assistant" mit einem weißen Logo, das aussieht wie ein Mini-Haus aus Pixeln, Entwickler "Home Assistant Inc." beziehungsweise "Nabu Casa". Direkt darunter eine App, die "HA Companion" heißt, Logo in Grau, von einem Entwickler, dessen Name er noch nie gehört hat. Dann ein Drittes mit ähnlichem Namen, irgendein Sandman-Build, ein Fork von vor drei Jahren, mit zweihundert Bewertungen und einer 2,8er-Sternezahl. Auf Android im Play Store sieht es ähnlich aus. Die offizielle App, ein paar Klone, ein paar Companion-Hilfsapps, die irgendwo Mitlesen.

Markus zögert. Er hat keine Lust, drei Mal Login-Daten in fremde Apps zu tippen. Er weiß nicht, welche die richtige ist. Eine kurze Reddit-Suche später, fünfundvierzig Minuten WhatsApp-Diskussion mit einem Schwager in München, eine durchgeklickte Dokumentation und ein Telefonat mit mir hat er die Antwort. Es gibt genau eine App, die zählt. Sie heißt schlicht "Home Assistant", der Entwickler ist "Home Assistant Inc.", auf Android auch "Open Home Foundation", in der Beschreibung steht "Companion app for Home Assistant". Alles andere im Store sind Forks oder Bezahl-Mockups, die mit der eigentlichen Software nichts zu tun haben. Die offizielle App ist kostenlos, quelloffen, läuft unter Apache-2.0-Lizenz und stammt aus den Repositories home-assistant/iOS und home-assistant/android auf GitHub. (home-assistant/iOS Repository, Apache-2.0, home-assistant/android Repository, Apache-2.0)

Das hier ist die Anleitung, die Markus an dem Sonntag gebraucht hätte. Welche App, was sie kann, wie das erste Setup wirklich läuft, wie der Fernzugriff funktioniert, wie Push, Standort, NFC, Apple Watch und Wear OS dazukommen, und welche Fallen iOS und Android jeweils bauen.

Die offizielle App, klar identifiziert

Die App, die du im Apple App Store unter id1099568401 findest, ist die einzige offizielle iOS-Variante. Sie wird von Home Assistant Inc. veröffentlicht, der zur Open Home Foundation gehörenden Organisation rund um Nabu Casa. Auf Android findest du das Pendant unter dem Paketnamen io.homeassistant.companion.android im Google Play Store, in einer minimalistischen Variante ohne Standort und Push auf F-Droid und als APK auf APKMirror. (Home Assistant im Apple App Store, Home Assistant für Android im Play Store, F-Droid Minimal-Variante)

Die Android-App hat nach Angaben des Home-Assistant-Blogs aus dem Juli 2025 rund anderthalb Millionen Installationen, vierhunderttausend tägliche und eine Million monatliche aktive Nutzer. Geschrieben ist sie zu 99,3 Prozent in Kotlin, die iOS-Variante zu 99,1 Prozent in Swift. Beide Apps sind Apache-2.0-lizenziert, also vollständig quelloffen, und werden aktiv weiterentwickelt. Stand 28. Juni 2026 ist die jeweils aktuelle Veröffentlichung 2026.6.x auf beiden Plattformen, mit wöchentlichen Patch-Releases. (Companion App für Android, HA Blog Juli 2025, HA Android Release 2026.6.6 auf APKMirror)

Die Faustregel lautet: wenn der Entwickler nicht "Home Assistant Inc.", "Nabu Casa" oder "Open Home Foundation" heißt, ist es nicht die richtige App. Es gibt keine offizielle Premium-Variante, keinen Lite-Modus, keine separate Pro-App. Wer eine kostenpflichtige "Home Assistant" Companion sieht, hat einen Klon vor sich. Punkt.

Was die App tatsächlich macht

An dieser Stelle missverstehen die meisten neuen Nutzer den Sinn der App. Sie denken: ich brauche ein Fenster auf mein Dashboard. Wie eine Web-App, eingepackt in einen Mantel. Das ist sie auch, aber das ist nicht der eigentliche Wert. Die Web-Oberfläche von Home Assistant funktioniert in jedem Smartphone-Browser problemlos. Was die Companion-App leistet, geht weit darüber hinaus.

Erstens: Push-Benachrichtigungen. Die App ist die einzige Möglichkeit, aus Home Assistant heraus zuverlässig Push auf dein Handy zu schicken. Die Verbindung läuft über den Nabu-Casa-Cloud-Relay-Dienst, kostenlos, ohne dass dein HA-Server selbst eine Push-Verbindung zu Apple oder Google halten muss. Bei iOS sind das bis zu fünfhundert Benachrichtigungen pro Tag und Gerät, was für normale Setups locker reicht. Die Notifications können Buttons enthalten, Aktionen auslösen, Bilder anhängen, sogar Critical Alerts sein, die den Stumm-Modus umgehen. (HA Companion: Notifications Basis, HA Companion: Actionable Notifications)

Zweitens: Standort-Tracking. Das Handy meldet, wenn du eine geografische Zone betrittst oder verlässt. Damit weiß HA, ob du zu Hause bist, im Büro, in der Werkstatt oder unterwegs. Das ist der Schlüssel zu Anwesenheits-Automationen, also Heizung absenken beim Verlassen, Lampen ein beim Heimkommen, Robotersauger pausieren, wenn der Hund alleine ist.

Drittens: Sensoren vom Handy. Die App stellt dutzende Werte deines Smartphones als Sensoren in HA bereit. Akku-Stand, Ladezustand, WLAN-SSID, Schritte, geokodierte Adresse, Aktivitätserkennung, Bluetooth-Verbindungen, Audio-Output, Tastenstatus. Auf Android zusätzlich Health-Connect-Daten, Helligkeitssensor, Nähe, Luftdruck, App-Status, Doze-Modus, Mobil-Daten, Geschwindigkeit und Reichweite via Android Auto. iOS liefert dafür Apple-Watch-Akku, durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit, ascended/descended floors. (HA Companion: Sensors-Übersicht) Diese Sensoren sind frei als Trigger für Automationen verwendbar.

Viertens: Wearables. Apple Watch und Wear-OS-Uhren bekommen eigene Komplikationen, Tiles und Schnellzugriffe. Du kannst die Garagentor-Steuerung als Watch-Komplikation auf das Zifferblatt legen, ohne das Handy zu zücken. (HA Companion: Apple-Watch-Komplikationen)

Fünftens: Im Auto. Android Auto und Apple CarPlay zeigen reduzierte Steuerelemente. Garagentor öffnen, Heizung hochdrehen, Alarmanlage scharfstellen, alles aus dem Auto-Bildschirm, sicher und ohne dass du das Telefon entsperrst.

Sechstens: NFC-Tags. Die App liest und schreibt NFC-Tags. Du klebst einen Sticker für ein paar Cent neben dein Bett und sagst HA: wenn ich das Tag berühre, Schlafmodus ein, Lichter aus, Alarmanlage scharf, Schlafmusik aus. Diese Funktion allein ersetzt für viele die teuren Tastendrucker-Cubes aus dem IKEA-Sortiment.

Wer das alles weiß, versteht: die Companion-App ist kein App-Mantel über einer Web-Oberfläche, sie ist die kritische Brücke zwischen deinem digitalen Zuhause und dem Stück Plastik in deiner Hosentasche, das du jeden Tag in der Hand hast.

Erstes Setup, Schritt für Schritt

Bei Markus haben wir am Sonntagnachmittag die App auf seinem iPhone 15 installiert. Auf Android läuft der Prozess fast identisch, die wichtigsten Unterschiede notiere ich an Ort und Stelle. Wir starten beim Setup-Bildschirm im neu installierten Programm, mit aktivem WLAN, Handy im selben Netz wie der Pi.

Schritt eins, der Willkommensbildschirm. Du tippst auf "Connect to my Home Assistant server" beziehungsweise "Mit meinem Home Assistant verbinden". Die App scannt jetzt das lokale Netz nach Servern. Wenn dein HAOS auf einem Pi im selben WLAN sitzt und mDNS funktioniert, taucht der Server innerhalb von fünf bis zehn Sekunden auf, mit seinem Namen, etwa "Home Assistant" oder dem von dir vergebenen Onboarding-Namen, und der lokalen IP. Tippst du auf den Eintrag, springt die App direkt zum Login. (HA Companion: Getting Started)

Funktioniert die Auto-Erkennung nicht, weil du in einem komplexeren Netz mit VLAN-Trennung sitzt oder mDNS blockiert ist, gibst du die URL manuell ein. Das Standard-Schema ist http://homeassistant.local:8123. Wer eine feste IP konfiguriert hat, nutzt diese, also etwa http://192.168.178.42:8123. Wichtig: lokal reicht HTTP, denn die App akzeptiert unverschlüsselte Verbindungen im lokalen Netz. Sobald du den Fernzugriff einrichtest, fordert die App HTTPS. Dazu unten mehr.

Schritt zwei, der Login. Du tippst Benutzername und Passwort des HA-Kontos ein, das du im Onboarding angelegt hast. Bei Markus war das markus mit einem ziemlich langen Passwort. Falls Multi-Faktor-Authentifizierung aktiv ist, kommt jetzt der zweite Faktor.

Schritt drei, der Gerätename. Die App fragt dich, wie das Gerät in Home Assistant heißen soll. Default ist meist der Modellname, also "iPhone" oder "Pixel 8". Schreib hier etwas Sprechendes hin, etwa "iPhone Markus" oder "Werkstatt-Tablet". Der Name landet als Geräte-ID in deinem Setup. Alle Sensoren, alle Notifications adressieren sich später über diesen Namen, also sensor.iphone_markus_battery_level oder notify.mobile_app_iphone_markus. Wer den Namen später ändert, hat Stress mit kaputten Automationen.

Schritt vier, Berechtigungen. Die App fragt nacheinander nach Benachrichtigungen, Standort, Bluetooth und Hintergrund-Aktivität. Aktiviere alle vier mit den jeweils höchsten Stufen.

Standort: auf iOS unter "Immer" statt "Beim Verwenden". Auf Android unter "Standort zulassen" mit "Immer zulassen", nicht nur "während der Nutzung". Beide Plattformen schicken die App in einen kastrierten Modus, wenn du das nicht so einstellst. Das ist die häufigste Ursache dafür, dass Anwesenheits-Automationen nicht funktionieren. (HA Companion: Standort-Doku)

Benachrichtigungen: alles erlauben, kritische Warnungen erlauben. Das geht bei iOS in den Einstellungen unter "Mitteilungen" für Home Assistant. Bei Android in den Benachrichtigungseinstellungen.

Bluetooth: auf Android wirst du nach "Nearby devices" gefragt, sag ja. Damit kann die App Bluetooth-Beacons erkennen und als zusätzliche Anwesenheits-Marker nutzen.

Hintergrund-Refresh: auf iOS unter "Allgemein > Hintergrundaktualisierung" auch für Home Assistant einschalten. Auf Android unter Akku-Einstellungen die Companion-App von Akku-Optimierungen ausnehmen.

Schritt fünf, Companion-Sensoren. Sobald du eingeloggt bist, listet die App eine lange Reihe von Sensoren auf, die sie bereitstellen kann. Akku-Stand, Akku-Status, BSSID, SSID, Aktivität, Schritte, Standort, Apple-Watch-Akku, vieles mehr. Bei iOS sind etwa zwanzig Sensoren verfügbar, bei Android über fünfzig, weil das System mehr offene Schnittstellen bietet. (HA Companion: Sensor-Liste iOS und Android)

Lass alle aktiv, die du dir vorstellen kannst zu nutzen. Den Akku-Stand brauchst du definitiv. Schritte sind nett für Fitness-Dashboards. Geokodierte Adresse zeigt dir in HA an, in welcher Straße du gerade bist. Auf Android kannst du die Update-Häufigkeit setzen, Standard alle fünfzehn Minuten, optional jede Minute. Schnelle Updates kosten Akku, Standard reicht für die meisten.

Damit bist du im Grunde fertig. Du landest auf dem Standard-Dashboard, dasselbe wie im Browser, und kannst Schalter drücken. Aber der eigentliche Wert beginnt jetzt erst.

Fernzugriff: drei Pfade, einer mit Geld, zwei ohne

Solange dein Handy im Heim-WLAN hängt, erreicht die App den Server über die lokale IP. Sobald du das Haus verlässt, ist die Verbindung weg. Die App zeigt dann je nach Plattform unterschiedliche Fehler. iOS sagt knapp "Verbindung fehlgeschlagen", Android wird gesprächiger. Du musst also für den mobilen Modus einen externen Pfad einrichten. Es gibt drei sinnvolle Optionen.

Pfad eins, Nabu Casa Cloud. Das ist der offizielle Bezahlpfad. Du buchst ein Abo bei Nabu Casa, dem Trägerunternehmen hinter Home Assistant, und bekommst dafür einen verschlüsselten Tunnel zu deinem HA-Server. Stand Juni 2026 kostet das 6,50 US-Dollar pro Monat oder 65 US-Dollar im Jahr; in der EU sind es 7,50 Euro pro Monat oder 75 Euro im Jahr. Es gibt eine einunddreißigtägige Testphase ohne Zahlungsangabe. Im Abo enthalten sind Fernzugriff, Alexa- und Google-Home-Integration, Cloud-Backups, Webhook-Support und Sprachverarbeitung für Assist. (Nabu Casa Preisliste)

Für die meisten ist das der einfachste Weg. Drei Klicks in den HA-Einstellungen, das Abo aktiviert, die App nutzt die Cloud-URL automatisch. Wer Alexa oder Google Home eh schon einbinden will, hat das damit auch erledigt. Die monatlichen sieben Euro sind, ehrlich, kein schlechter Preis für ein professionell betreutes Backbone. Die Nabu-Casa-Cloud-Infrastruktur ist seit Jahren stabil und finanziert die Open-Source-Entwicklung.

Pfad zwei, Wireguard auf der Fritzbox. Wenn du eine Fritzbox ab FRITZ!OS 7.50 hast, kannst du Wireguard nativ aktivieren. Dein Handy bekommt einen Wireguard-Client, baut bei Bedarf einen verschlüsselten Tunnel ins Heimnetz auf, und ab dann ist HA so erreichbar wie aus dem Wohnzimmer. Keine Cloud, kein Abo. Wir haben das in Wireguard auf der Fritzbox: Home Assistant ohne Cloud erreichen ausführlich beschrieben, inklusive CGNAT-Workaround bei der Telekom. Bei Markus läuft das jetzt seit zwei Wochen sauber. Sein Wireguard-Profil hat er auf iPhone und MacBook installiert, ein Tap im Kontrollzentrum aktiviert den Tunnel, das Telefon klinkt sich ins Heimnetz, die HA-App findet den Server.

Pfad drei, Reverse-Proxy mit eigener Domain. Du registrierst eine Subdomain, etwa ha.beispiel.de, lässt einen Caddy oder Nginx mit Let's-Encrypt-Zertifikat darauf zeigen, gibst Port 443 nach innen frei. Das ist der eleganteste Weg für Power-User, aber er hat zwei Haken: erstens funktioniert er nicht hinter CGNAT, was bei vielen DS-Lite-Anschlüssen der Fall ist. Zweitens öffnest du einen Port nach außen, was zusätzliche Sicherheits-Hygiene verlangt. Wer das macht, sollte 2FA für jeden HA-Account verpflichtend setzen und einen Caddy mit Crowdsec-Integration laufen lassen, der Brute-Force-Versuche blockt.

Egal welchen Pfad du wählst: in der Companion-App trägst du unter "Einstellungen > Companion App > Server > URL bearbeiten" zwei Adressen ein, eine interne (LAN-IP, http) und eine externe (https-URL, also entweder die Nabu-Casa-URL, die Wireguard-IP des Pis oder deine Domain). Die App entscheidet anhand der WLAN-SSID, welche sie nutzt. Bist du im Heim-WLAN, geht es lokal, sonst extern.

Notifications einrichten

Push-Notifications sind in HA der Hauptgrund, die Companion-App überhaupt zu betreiben. Sie funktioniert nach dem Aktivieren der App sofort, ohne weitere Konfiguration. Du adressierst dein Gerät über die Notify-Action notify.mobile_app_. Bei Markus heißt das notify.mobile_app_iphone_markus.

Eine minimale Automation, die dir morgens das Wetter pingt:

alias: "Wetter Frühstücks-Push"
trigger:
  - platform: time
    at: "07:30:00"
action:
  - action: notify.mobile_app_iphone_markus
    data:
      title: "Heute draußen"
      message: "{{ states('weather.home') }} bei {{ state_attr('weather.home', 'temperature') }} Grad"

Das funktioniert sofort. Bei Markus stand am Montagmorgen "Heute draußen sunny bei 24 Grad" auf dem Sperrbildschirm, ohne dass er irgendwo eine Push-Server-ID konfigurieren musste. Die mobile-App-Integration in HA hat das Gerät beim Login automatisch als Benachrichtigungsziel registriert. (HA Mobile-App-Integration)

Actionable Notifications sind die Stufe darüber. Push mit Buttons, die in HA Events auslösen. Die moderne Syntax seit iOS-App 2021.5 nutzt das actions-Array direkt in der Notification:

action: notify.mobile_app_iphone_markus
data:
  title: "Bewegung im Carport"
  message: "Reolink hat etwas gesehen. Willst du das Licht anschalten?"
  data:
    actions:
      - action: "LICHT_AN"
        title: "Carport-Licht ein"
      - action: "IGNORIEREN"
        title: "Ignorieren"
      - action: "URI"
        title: "Live ansehen"
        uri: "/dashboard-carport/live"

Auf iOS sind bis zu zehn Aktionen möglich, auf Android maximal drei. Die geklickte Aktion löst in HA ein mobile_app_notification_action-Event mit der entsprechenden Action-ID aus, das du als Trigger für eine zweite Automation nutzt. (HA Companion: Actionable Notifications)

Critical Alerts auf iOS sind die Sonderklasse für Notfälle. Sie durchbrechen den Stumm-Modus, ignorieren Fokus-Profile, klingeln auf voller Lautstärke. Die Aktivierung verlangt explizit die Berechtigung "Kritische Warnungen" in den iOS-Einstellungen, sonst wird das Attribut ignoriert. Die YAML-Syntax:

action: notify.mobile_app_iphone_markus
data:
  title: "Rauchmelder Schlafzimmer"
  message: "Sofort schauen!"
  data:
    push:
      sound:
        name: "default"
        critical: 1
        volume: 1.0

Alternativ funktioniert auch interruption-level: critical. Auf Android gibt es kein direktes Äquivalent, aber priority: high und channel: alarm_stream bewirken etwas Ähnliches: die Notification ignoriert Vibrationsmodus und spielt im Alarm-Stream ab. (HA Companion: Critical Notifications)

Eine ehrliche Bemerkung: Critical Alerts sind kein Spielzeug. Wenn du eine Bewegungserkennung im Garten auf Critical setzt, lernst du nach drei Tagen den Hass deines Partners kennen. Reserve sie für ehrliche Notfälle: Rauchmelder, Wassersensor im Keller, manipulierter Türsensor, kritischer Akku-Stand bei der Tiefkühltruhe.

iOS-Spezifika: Widgets, Siri, Apple Watch, Control Center

Die iOS-App hat in den letzten zwei Jahren stark zugelegt. Die wichtigsten Erweiterungen jenseits der reinen Steuerung sind Widgets, Siri Shortcuts, Apple Watch und Control Center.

Widgets erscheinen auf dem Sperrbildschirm und im Today-View. Die App bietet sieben Widget-Typen: Assist In-App, Scripts, Sensors, Open Page, Gauge, Details und das neue Custom Widget (BETA seit iOS-App 2025.3). Die Größen reichen von Lock-Screen-Inline bis Extra Large auf macOS. Aktualisierungen erfolgen etwa alle fünfzehn Minuten oder auf Push-Anstoß. (HA Companion: iOS-Widgets)

Das Custom Widget ist die spannendste Neuerung. Du baust dir im UI eine Tile-Card-ähnliche Kachel: bis zu vier Entitäten, frei wählbare Hintergrundfarbe, Icon, Tap-Aktion. Tap-Aktionen sind Default-Toggle, Navigation in eine Dashboard-View, Skript starten, Assist öffnen oder nichts. Bei Markus zeigt das mittlere Lock-Screen-Widget jetzt Garagentor-Status und Werkstatt-Heizung, jeweils mit Toggle. Er muss das Telefon nicht entsperren, um zu wissen, ob das Tor offen ist.

Siri Shortcuts sind die zweite große iOS-Klammer. Die Companion-App stellt sechs Shortcut-Aktionen bereit: Call Service, Fire Event, Get Camera Image, Render Template, Send Location, Update Sensors. Du baust dir in der iOS-Shortcuts-App Routinen, die diese Aktionen verkettet ausführen, und kannst sie per Siri-Befehl, Widget-Tap, Touch-Schaltfläche, Watch-Komplikation oder Spotlight-Suche starten. (HA Companion: Siri-Shortcuts-Doku)

Beispiel: ein Shortcut "Werkstatt zu" ruft script.werkstatt_aus auf, der wiederum Licht, Heizung und Alarmanlage in einen Feierabend-Zustand fährt. Markus sagt zu Siri "Werkstatt zu", die Werkstatt fährt herunter. Auch das funktioniert vom HomePod aus, ohne Telefon in der Hand.

Apple Watch ist die dritte Säule. Die HA-App installiert sich automatisch auf einer gekoppelten Watch. Du bekommst ein eigenes Watch-App-Icon, ein reduziertes Dashboard, und Komplikationen für das Zifferblatt. Seit watchOS 9 unterstützt sind die Komplikationstypen Graphic Circular, Graphic Corner, Graphic Rectangular und Modular Large. Werte werden mit Jinja2-Templates erzeugt, du legst Farbe und Icon getrennt fest. (HA Companion: Apple-Watch-Komplikationen)

Bei Markus zeigt die Watch auf dem Zifferblatt "Modular" eine Garagentor-Komplikation, eine Werkstatt-Temperatur und einen Schnellzugriff auf das Garagentor-Skript. Die Werte aktualisieren sich automatisch über die Hintergrundverbindung der Watch zur App, ohne dass das iPhone aktiv sein muss. Seit iOS-App 2026.3 lassen sich Skripte, Szenen und iOS-Actions in Ordner organisieren, was bei vielen Watch-Komplikationen Übersicht schafft.

Control Center ist die jüngste Ergänzung. Seit iOS 18 bietet Apple ein anpassbares Kontrollzentrum, das eigene Widgets aufnimmt. Die HA-App hat darauf reagiert: du bekommst fünf Control-Items, nämlich Assist, Toggle Light, Run Script, Activate Scene und Open Page. Diese Items sind auch auf der Action-Taste der iPhone-15-Pro- und 16er-Reihe verfügbar. Wer also bei jedem Doppeldruck auf den Power-Button die Garage öffnen will, kann das jetzt direkt aus dem Kontrollzentrum oder über die Hardware-Taste.

App Intents schließlich, das WWDC-Konzept für tiefe System-Integration, sind in der HA-App seit 2025.5 sauber unterstützt. Damit funktionieren Spotlight-Suchen, Vorschläge der App auf dem Sperrbildschirm und in der Galerie. Du tippst "Lichter aus" in die Spotlight-Suche, iOS schlägt dir den HA-Script vor, der das tut.

Android-Spezifika: Quick Tiles, Wear OS, Android Auto

Die Android-Welt ist anders strukturiert. Was bei iOS Widgets sind, sind bei Android Tiles, Shortcuts und Launcher-Funktionen. Drei Bereiche stechen heraus.

Erstens: Quick Settings Tiles. Android lässt dich oben aus dem Display-Rand ein Settings-Panel ziehen, mit Schnellzugriff-Kacheln für WLAN, Bluetooth, Taschenlampe. Die HA-App bringt bis zu vierzig solcher Kacheln mit, die du jeweils mit Skripten, Szenen, Schaltern oder Lichtern belegst. Setup über "Einstellungen > Companion App > Manage Tiles". Du wählst eine Entität, ein Label, optional einen Untertitel ab Android 10, optional ein Icon. Dann ziehst du die Kachel in den aktiven Bereich der Schnellzugriffe. Ab Android 7.0 verfügbar, mit Vibrations- und Lock-Screen-Optionen. (HA Companion: Android Quick Settings Tiles)

Markus' Schwager hat ein Pixel 8 mit Android 16 und neunundzwanzig HA-Tiles im Schnellzugriff. Bei ihm bedeutet ein Wisch nach unten plus zwei Taps: Werkstatt-Licht an. Schneller geht es nicht.

Zweitens: Wear OS. Die HA-App auf einer Wear-OS-Uhr (Pixel Watch, Samsung Galaxy Watch, Mobvoi Ticwatch) unterstützt Tiles, Komplikationen, Notifications, Sensoren und Assist. Die Tile-Typen umfassen Shortcuts (bis sieben Schnellzugriffe pro Tile), Template (mit Jinja2 gerendert), Camera (Snapshot), Assist und Thermostat. Stand Juni 2026 ist Wear OS 2026.6.6 die aktuelle Version, mit wöchentlichen Beta-Releases. (HA Wear OS Release 2026.6.6 Beta)

Drittens: Android Auto. Wer ein Android-Auto-fähiges Fahrzeug hat, sieht im Auto-Bildschirm ein HA-Icon und ein vereinfachtes Dashboard mit Skripten, Szenen und Schaltern. Garagentor öffnen aus dem Cockpit, Werkstatt-Heizung hochfahren auf dem letzten Kilometer vor der Ankunft, Alarmanlage entschärfen, sobald du in die Einfahrt rollst. Neu in 2026 sind zusätzliche Auto-Sensoren wie Geschwindigkeit, Reichweite und Tankfüllstand des Fahrzeugs selbst, also Daten, die bisher nur in der Hersteller-App sichtbar waren. (HA Companion-App für Android, Blog Juli 2025)

Es gibt zusätzlich die Möglichkeit, die Android-App als Default-Launcher zu betreiben. Damit wird das Handy oder Tablet zum reinen HA-Wall-Panel. Das ist die Konstellation, in der viele alte iPads oder Pixel-3-Geräte als feste Heizungsdisplay in Eingangsbereichen ein zweites Leben bekommen.

Health Connect ist die jüngste Integration. Die HA-Android-App liest Daten aus dem Health-Connect-Backend, also Schritte, Herzfrequenz, Schlaf, Blutzucker, sofern eine andere App (Fitbit, Samsung Health, Google Fit, Withings) diese Daten dort einspeist. Du kannst damit Automationen bauen, die etwa beim Schlafstart die Heizung absenken oder bei einer Herzfrequenz über 130 das Spotify-Workout-Playlist starten.

Standort-Tracking und Zonen

Das Herzstück vieler Automationen ist die Anwesenheit. Wer ist zu Hause, wer ist weg, wer kommt gerade in die Einfahrt. Die App liefert dafür den device_tracker., der die Werte home, not_home oder den Namen einer Zone annimmt.

Zonen definierst du in HA unter "Einstellungen > Bereiche, Bezeichnungen & Zonen > Zonen hinzufügen". Standard ist die Zuhause-Zone mit hundert Metern Radius um die im Onboarding angegebenen GPS-Koordinaten. Diese Zone kann nicht gelöscht, nur angepasst werden. Weitere Zonen legst du frei an: Arbeit, Schule, Büro, Werkstatt, Schwiegermutter. Jede Zone bekommt einen Namen, ein Icon, GPS-Koordinaten und einen Radius. (HA Zone-Integration)

Auf iOS funktioniert das Tracking über Apples "significant location changes". Das heißt: das Telefon meldet sich beim System nur, wenn ein deutlicher Standortwechsel stattfindet, etwa ein Zellturm-Wechsel oder das Erreichen einer Geofence-Region. Das spart Akku, kann aber dazu führen, dass der Wechsel von "home" zu "not_home" mit ein paar Minuten Verzögerung passiert. Apple gibt etwa fünfzehn Minuten als typischen Hintergrund-Update-Interval an. Mit iBeacons lässt sich das auf wenige Sekunden Genauigkeit drücken, falls du das brauchst.

Auf Android sind die Update-Intervalle granularer einstellbar. Background Location liefert je nach Bewegung Updates alle ein bis drei Minuten, im Idealfall alle dreißig Sekunden. High Accuracy Mode aktiviert GPS-Polling alle fünf Sekunden, kostet aber spürbar Akku. Geofencing mit bis zu hundert Zonen läuft im Hintergrund stabil.

Wichtig für die Privatsphäre: die App schickt standardmäßig exakte GPS-Koordinaten an HA. Wer das nicht will, schaltet in den Server-Einstellungen unter "Privacy > Location Sent" auf "Zone Name Only". Damit kennt HA nur "du bist in Zone Zuhause" oder "du bist in Zone Arbeit", aber nicht die genaue Koordinate. Bei vollständigem Verzicht auf Standortdaten deaktivierst du die Standortberechtigung in den System-Einstellungen, dann sendet die App gar nichts. (HA Companion: Standort-Privacy)

Markus hat bei sich vier Zonen angelegt: Werkstatt-Schwabmünchen mit fünfzig Metern Radius um die Werkstatt-Adresse, Zuhause mit zweihundert Metern, Eltern in Mering, Kletterhalle Augsburg. Sein Garagentor-Automation prüft jetzt: wenn der device_tracker.iphone_markus von not_home nach home wechselt UND die Tageszeit zwischen 17 und 21 Uhr liegt UND das Garagentor zu ist, dann öffne das Garagentor. Bei ihm zu Hause klappt das mittlerweile jeden Werktag um halb sechs. Seine Frau guckt ihn manchmal an wie einen Magier.

NFC-Tags: zehn Cent, große Wirkung

NFC-Tags sind in der HA-Welt einer der unterschätzten Bausteine. Du kaufst einen Bogen NTAG215-Sticker für unter zehn Euro, schreibst auf jeden Sticker eine eindeutige Tag-ID, klebst die Sticker an strategischen Punkten, baust Automationen, die auf die jeweilige Tag-ID reagieren.

Das Schreiben passiert in der Companion-App unter "Einstellungen > Companion App > Tags > NFC Card Write" beziehungsweise unter dem Tag-Symbol im Hauptmenü. Du wählst zwischen einer zufällig erzeugten Tag-ID oder einer eigenen. Hältst den Sticker an die Rückseite des iPhones oder die Antennenstelle deines Android, etwa fünf Sekunden, die App bestätigt das erfolgreiche Schreiben. Wichtig: manche Tags sind read-only oder erlauben nur einen Schreibvorgang, danach sind sie permanent gesperrt. Halte dich an NTAG213, NTAG215 oder NTAG216, die sind robust. (HA Companion: Universal-Links, NFC und QR-Tags, HA Tag-Integration)

Auf iOS funktioniert das Lesen ab iPhone XS, XR und 11 im Hintergrund automatisch. Du musst die App nicht öffnen, das Telefon nimmt das Tag auf, fragt einmalig nach, ob es geöffnet werden soll, und feuert dann ein tag_scanned-Event in HA. Auf Android entfällt diese Rückfrage, das Event wird direkt ausgelöst.

Beispielautomation: NFC-Tag am Bett, klebt unter der Nachttisch-Lampe. Beim Berühren wird der "Schlafmodus" ausgelöst.

alias: "Schlafmodus NFC"
trigger:
  - platform: tag
    tag_id: a7d3e1f8-1234-4abc-9def-aabbccddeeff
action:
  - service: scene.turn_on
    target:
      entity_id: scene.schlafzimmer_schlaf
  - service: alarm_control_panel.alarm_arm_home
    target:
      entity_id: alarm_control_panel.haus_alarm
  - service: notify.mobile_app_iphone_markus
    data:
      message: "Schlafmodus aktiviert. Gute Nacht."

Andere typische Nutzungen: NFC-Tag im Bad als Wäsche-Anlegen-Marker, der ein Skript für die Trockner-Erinnerung startet. NFC im Büro auf der Schreibtischunterlage, der Fokus-Profil aktiviert. NFC am Esstisch, der die Wohnzimmer-Musik startet. NFC im Auto am Cupholder, der den Heimweg-Modus einleitet. NFC am Kühlschrank, der die Einkaufsliste in HA öffnet.

Die zugehörige Tag-Integration in HA schreibt jeden Scan in das Logbuch, mit Tag-ID, Geräte-ID und Zeit. Du kannst also auch ohne Automation tracken, wer wann welches Tag gescannt hat, was für Kinder-Anwesenheit oder Mitarbeiter-Erfassung in der Werkstatt nett ist.

Beispiel-Automationen mit Companion-Daten

Drei Vorlagen, die bei Markus und auch in meinem Setup täglich laufen.

Erste Vorlage, Akku-Warnung. Die App stellt für jedes Gerät einen sensor._battery_level bereit, also bei Markus sensor.iphone_markus_battery_level. Eine Automation prüft täglich, ob der Wert unter zwanzig Prozent gefallen ist und das Gerät nicht am Strom hängt:

alias: "Akku-Warnung iPhone"
trigger:
  - platform: numeric_state
    entity_id: sensor.iphone_markus_battery_level
    below: 20
condition:
  - condition: state
    entity_id: binary_sensor.iphone_markus_is_charging
    state: "off"
action:
  - action: notify.mobile_app_iphone_markus
    data:
      title: "Akku knapp"
      message: "Noch {{ states('sensor.iphone_markus_battery_level') }} Prozent. Ladekabel anstecken?"

Das gleiche Muster funktioniert für jedes Gerät mit Akku im Setup: die Aqara-Sensoren, die Yale-Türschlösser, die Bluetooth-Thermometer. Eine bewährte Blueprint von Sbyx in der Home-Assistant-Community deckt das pauschal für alle Geräte ab, die ein device_class: battery haben. (HA Tutorial: Niedrige Akku-Benachrichtigung, HA Community Blueprint: Low Battery Detection)

Zweite Vorlage, Heizung-bei-Abwesenheit. Bei Markus läuft die Werkstatt-Heizung im Winter auf siebzehn Grad, sobald sein Telefon die Werkstatt-Zone verlässt:

alias: "Werkstatt-Heizung absenken"
trigger:
  - platform: state
    entity_id: device_tracker.iphone_markus
    from: "Werkstatt"
    to: "not_home"
action:
  - service: climate.set_temperature
    target:
      entity_id: climate.werkstatt_thermostat
    data:
      temperature: 17

Wer in Detail gehen will, baut Verzögerungen und Anwesenheits-Gruppen ein, also zum Beispiel: nur absenken, wenn keiner mehr in der Werkstatt ist, nicht direkt beim Verlassen, sondern nach fünf Minuten. Das ist eine Standard-Konstellation, die in Kombination mit den HA-2026.6-Headlines wie dem Activity-Feed besonders gut nachvollziehbar wird. (Home Assistant 2026.6 Release-Blog)

Dritte Vorlage, Bewegungsmelder mit Bild. Eine Reolink-Kamera erkennt Bewegung, die Companion-App bekommt eine actionable Notification, die ein Snapshot-Bild der Kamera anhängt:

alias: "Carport-Bewegung Push"
trigger:
  - platform: state
    entity_id: binary_sensor.reolink_carport_motion
    to: "on"
action:
  - service: camera.snapshot
    target:
      entity_id: camera.reolink_carport
    data:
      filename: "/config/www/snapshots/carport.jpg"
  - action: notify.mobile_app_iphone_markus
    data:
      title: "Carport: Bewegung"
      message: "Reolink hat etwas erkannt"
      data:
        image: "/local/snapshots/carport.jpg"
        actions:
          - action: "ARM_ALARM"
            title: "Alarm scharf"
          - action: "IGNORE"
            title: "Egal"

Das Bild landet als Vorschau direkt in der Push-Notification, du siehst auf dem Sperrbildschirm, ob da der Postbote, der Nachbar oder ein Fremder ist. Die beiden Action-Buttons triggern weitere Automationen, die jeweils auf mobile_app_notification_action-Events mit den entsprechenden IDs lauschen.

Troubleshooting: die häufigsten Stolperstellen

Der Setup läuft bei den meisten Leuten beim ersten Anlauf gut. Wenn es hakt, sind es meist die gleichen drei Symptome.

Symptom eins, "Server nicht erreichbar" beim ersten Login. Ursache fast immer: dein Telefon hängt in einem anderen Subnetz als der HA-Server, oder mDNS ist im Router blockiert. Fritzboxen und Unifi-Setups blockieren mDNS oft zwischen VLANs. Lösung: manuell die IP-Adresse des HA-Servers eintragen, also http://192.168.178.42:8123. Oder die mDNS-Bridge aktivieren, falls du Unifi nutzt. Falls du HAOS in einem Container statt nativ laufen lässt, kann es zudem sein, dass homeassistant.local gar nicht aufgelöst wird, weil das HAOS-internen Avahi-Dienst voraussetzt. (HA Companion: Troubleshooting FAQs)

Symptom zwei, "Notifications kommen nicht an". Drei Ursachen häufig. Erstens: tägliches Limit ausgeschöpft (500 pro Tag auf iOS pro Gerät). Wer einen Reolink-Spammer hat, der jedes vorbeifahrende Auto meldet, ist schnell durch. Zweitens: das Push-ID-Token ist abgelaufen, was nach iOS-Updates passieren kann. Lösung: in den App-Einstellungen unter "Erweitert > Reset Push-ID" das Token neu generieren. Drittens: der Stumm-Modus oder Fokus-Modus blockiert die Notification. Lösung: für die HA-App Critical Alerts erlauben, oder die App in den Fokus-Ausnahmen führen.

Symptom drei, "Standort funktioniert nicht zuverlässig". Auf iOS ist meist die Standortberechtigung nicht auf "Immer", oder die Hintergrundaktualisierung ist abgeschaltet. Apple hat in iOS 18 die Anforderungen verschärft, wer einmalig "Beim Verwenden" gewählt hat, sieht keine Geofence-Übergänge mehr. Lösung: Einstellungen, Datenschutz, Ortungsdienste, Home Assistant, auf "Immer" stellen. Plus Allgemein, Hintergrundaktualisierung, Home Assistant aktivieren.

Auf Android sind die Probleme andere. Akku-Optimierung im Hintergrund ist der häufigste Killer. Lösung: System-Einstellungen, Apps, Home Assistant, Akku, Optimierung "Nicht optimieren". Bei Samsung-Geräten ist zusätzlich der "Energiesparmodus für Apps" aktiv, der die App nach kurzer Inaktivität schlafen schickt. Bei Xiaomi-Geräten ist der hauseigene "MIUI Battery Saver" das gleiche Problem. Markus' Schwager hat das einmal richtig konfiguriert, seitdem läuft die Anwesenheit sauber. (HA Community: iOS-App-Akku-Verbrauch und Standort-Diskussion)

Eine ehrliche Anmerkung: die HA-App hat in der Vergangenheit Phasen gehabt, in denen der iOS-Akku spürbar gelitten hat. Mehrere Threads in Foren und auf GitHub dokumentieren das. Stand 2026.6 ist das deutlich besser geworden, die Hintergrund-Sensoren sind effizienter implementiert, und mit dem neuen Bluetooth-Auto-Mode in HA 2026.6 entlastet sich auch das gesamte Bluetooth-Setup spürbar. (HA-Issue zum iOS-Akku-Verbrauch, Home Assistant 2026.6 Release-Blog)

Was die App-Version 2026.6 neu kann

Mit der Core-Version 2026.6, die wir in Home Assistant 2026.6: IR Two-Way, Dashboard Picker, Matter Lock PIN ausführlich besprochen haben, kommen ein paar Punkte in der Companion-App zum Tragen.

Erstens, der neue Card Picker im Dashboard. Wer im Mobile-Browser oder in der App ein Dashboard editiert, bekommt jetzt geräte-zentrierte Kartenvorschläge mit Live-Vorschau eigener Daten statt einer Liste mit dreißig Kartenklassen. Das funktioniert auf dem Telefon-Display deutlich besser als die alte Listen-Logik, weil die Vorschauen platzsparend gerendert werden und du den Daumen direkt auf dem Vorschlag hast.

Zweitens, der Activity-Feed. Das alte Logbuch ist als Activity-Feed neu gebaut, tagweise gruppiert, mit Avataren und Marken-Icons. Auf dem Mobile sieht das aus wie ein Timeline-Feed, ähnlich wie Apple Wallet oder Google Now. Wer die Companion-App auf dem Lock-Screen-Widget hat, kann hier nachvollziehen, wer wann welche Aktion ausgeführt hat.

Drittens, der Bluetooth Auto Mode. Wer Bluetooth-Proxies oder Bluetooth-Sensoren mit Home Assistant verwendet, profitiert von der neuen passiven Scan-Logik. Die Akku-Last bei batteriebetriebenen Sensoren in der Reichweite ist um etwa fünfundneunzig bis sechsundneunzig Prozent gesunken, was indirekt auch das eigene Smartphone schont, wenn es als Bluetooth-Beacon dient.

Viertens, die Companion-spezifischen Updates der App selbst. Auf Android brachte 2026.6 die Unterstützung für Android-17-Lokalnetzwerk-Berechtigungen, eine NFC-Write-Funktion direkt aus dem FrontendScreen, Picture-in-Picture-Modus für Kamera-Streams, einen Gesten-Handler für Wischgesten auf Dashboards, und einen HTTP-Basic-Auth-Dialog für Setups mit zwischengelagerter Authentifizierung. (HA Android Release 2026.6.6 auf APKMirror)

Auf iOS war die Version 2026.4.1 lange die jüngste, mit mTLS-Verbesserungen, einem stabilisierten Kiosk-Modus und Apple-Watch-Ordnern. Ab dem Mai-Release sind dann weitere Verbesserungen folgenden Punkten gefolgt: Watch-Komplikationen für CarPlay-Lock-Screen, Custom-Widget-BETA mit erweiterten Templates, App Intents für Spotlight-Integration. Stand 28. Juni 2026 liefert die App im App Store die Version 2026.4.1 mit kleinen Patch-Updates aus. (HA iOS Releases auf GitHub)

Ein letzter Satz, an Markus gerichtet

Wenn du dich am Anfang nicht entscheiden konntest, welche der drei Apps die richtige ist: das war keine Schwäche von dir. Die App-Store-Landschaft ist mit Forks und ungewollten Clones überfrachtet, und Apple und Google haben in den letzten Jahren mehrfach versucht, das einzudämmen, ohne sichtbaren Erfolg. Die richtige App ist die, die vom Entwickler "Home Assistant Inc." kommt, kostenlos ist und einfach "Home Assistant" heißt. Wer sich daran hält, hat in fünfzehn Minuten ein voll funktionsfähiges Mobile-Setup. Mit Push, Standort, NFC, Apple Watch oder Wear OS, in der Werkstatt am Bahnhof oder im Wohnzimmer in Schwabmünchen.

Und falls dir der Fernzugriff über Wireguard noch fehlt, schau in Wireguard auf der Fritzbox: Home Assistant ohne Cloud erreichen rein, das gehört zur Companion-Geschichte dazu.