Holger aus Königsbrunn, Anfang fünfzig, IT-Administrator in der Stadtverwaltung, hat seinen Home Assistant am vierten Juni morgens um sieben Uhr aktualisiert. Einen Tag nach dem offiziellen Release von Version 2026.6. Er fährt für solche Updates immer vorher ein Snapshot aus dem Backup-Add-On hoch, nimmt sich einen Kaffee mit in den Hauswirtschaftsraum, klickt auf "Aktualisieren" und schaut zu, wie der Pi 5 acht Minuten lang rödelt. Sein Setup hat sich über drei Jahre auf rund achtzig Geräte aufgeblasen. Hue im Wohnzimmer, Aqara-Sensoren in jedem Raum, Tado-Thermostate an jedem Heizkörper, eine Marstek Venus E im Keller, ein Yale Argus an der Haustür, zwei Reolink-Kameras am Carport, ESPHome-Boards in Briefkasten und Garten, Shelly-Steckdosen für die Geräte, die er einzeln messen will. Quer durch alle Cluster, jedes Jahr ein bisschen wilder.

Als er mir am Freitagabend schrieb, schickte er einen Screenshot. "Drei Sachen freuen mich richtig", stand drüber. Erstens: sein alter Yamaha-AV-Receiver meldet jetzt selbst, wenn jemand mit der Plastikfernbedienung den Eingang wechselt. Zweitens: er hat seine Heizungs-Übersicht in vier Minuten neu gebaut, weil das Dashboard endlich Karten vorschlägt statt nur Listen anzubieten. Drittens: die Putzfrau bekommt nächste Woche einen eigenen PIN-Code für die Haustür, ohne dass er die Yale-App auf seinem Handy installieren muss. Die drei Punkte sind kein Zufall. Sie sind die Headline-Features von 2026.6. Und sie sind ein gutes Beispiel dafür, warum dieser Release mehr ist als nur das übliche Monats-Bingo.

Ich war am Wochenende drauf bei ihm, habe sein Setup angeschaut, die Update-Schritte protokolliert und die neuen Funktionen mit ihm durchgespielt. Was funktioniert sofort, was braucht Bastelei, was bricht. Das hier ist mein Lagebericht, vier Wochen nach Release, mit Stand 28. Juni 2026 und der vierten Patch-Version 2026.6.4. (Home Assistant 2026.6 Release-Blog)

Was 2026.6 in einem Satz ist

Der Release vom dritten Juni 2026 trägt den Titel "Pick a card, any card", und das ist Programm. Die Entwickler haben in den letzten Monaten mehrfach erklärt, dass sie Home Assistant näher an das bringen wollen, was Familien wirklich tun, statt sie zwingen, jedes Mal die Architektur zu verstehen. Die Card-Auswahl ist der erste sichtbare Schritt einer Roadmap, die laut Open Home Foundation noch über mehrere Releases laufen wird. Daneben gibt es eine ganze Reihe konkreter Verbesserungen, von denen drei das Niveau "Game Changer" haben und der Rest fleißige Polish-Arbeit ist. (generation-i HA 2026.6 Highlights)

Headline eins: der neue Card Picker

Wer schon einmal in Home Assistant ein Dashboard gebaut hat, kennt den alten Schmerz. Du klickst auf "Karte hinzufügen", bekommst eine Liste mit dreißig technischen Namen vorgesetzt, "Entity Card", "Glance Card", "Picture Entity", "Mushroom Light", und sollst dich entscheiden, bevor du überhaupt weißt, welches Gerät auf der Karte landen soll. Das war für Einsteiger eine Hürde, und für Erfahrene oft unnötiger Klick-Aufwand.

Mit 2026.6 wird die Logik umgedreht. Du wählst zuerst das Gerät oder die Entität, die du anzeigen willst, und Home Assistant schlägt dir live mehrere Kartenvorschläge vor, die zu diesem Gerät passen. Für eine Lampe taucht ein Helligkeits-Slider auf, für einen Rollladen ein Positions-Slider, für einen Media Player ein Play-Knopf samt Titelzeile. Die Vorschläge zeigen schon deine echten Daten, nicht mehr Platzhalter. Du siehst, wie die Karte aussehen wird, bevor du sie auswählst. (Home Assistant 2026.6 Release-Blog)

Bei Holger heißt das in der Praxis: seine Heizungs-Übersicht für die zwölf Tado-Thermostate war bisher eine bunte Liste mit Zustandsanzeigen, die er sich vor zwei Jahren mit YAML zusammengeschraubt hatte. Vier Minuten, neun Klicks, fertig war die neue Variante mit Tile-Karten, Soll-Temperatur, Ist-Temperatur und einem Mini-Diagramm pro Heizkörper. Das alte YAML steht noch im Backup, falls er es zurück will. Die neue Version sieht sauberer aus, ohne dass er eine einzige Zeile Code geschrieben hat.

Wichtig zu wissen: der Picker arbeitet mit allen Standardkarten und mit den HACS-Custom-Cards, sofern sie den neuen Schnittstellen-Vertrag implementieren. Wer eine ältere Custom-Card aus 2023 nutzt, sieht sie im Picker eventuell noch nicht. Die Mushroom-Cards, das beliebteste Custom-Set, haben innerhalb von zwölf Tagen nach dem Release einen Patch nachgeschoben, mit dem sie korrekt erscheinen. (smartissimo.de Home Assistant 2026.6)

Was der Picker noch nicht kann: komplexe Layouts mit verschachtelten Karten, etwa eine Conditional-Card, die je nach Tageszeit unterschiedliche Inhalte anzeigt. Solche Konstrukte bleiben Handarbeit. Für die normalen achtzig Prozent der Anwendungsfälle ist die Hürde aber massiv gesunken.

Headline zwei: IR ist endlich zweiwege

Mit Release 2026.4 im April hatte Home Assistant die Infrarot-Plattform als first-class-Bürger eingeführt. Davor war Infrarot vor allem ein Broadlink-Thema, das ich in Broadlink im Home Assistant einrichten ausführlich beschrieben habe. Die Logik hat funktioniert, aber sie war eine Einbahnstraße. Home Assistant konnte Befehle senden, also etwa "Yamaha, schalt auf HDMI 2", aber sobald jemand mit der Original-Fernbedienung die gleiche Aktion auslöste, wusste das System nichts davon. Der Schalter im Dashboard zeigte weiter den alten Zustand. Bei Holger führte das jeden Sonntagabend zu Verwirrung. Wenn die Kinder mit der Yamaha-Plastikfernbedienung den Eingang wechselten, weil sie auf die Spielekonsole umsteckten, glaubte Home Assistant weiter, der Sat-Receiver wäre aktiv. Automationen liefen ins Leere.

2026.6 schließt diese Lücke. Die Infrarot-Plattform hat ein neues Receiver-Event-Entity bekommen. ESPHome ist die erste Transmitter-Integration, die das volle Sender-und-Empfänger-Set unterstützt. Wer einen ESP32 oder ESP8266 mit einem TSOP-Empfänger an einem Pin hat, kann sein Gerät jetzt als IR-Lauscher für das ganze Zimmer betreiben. Empfangene Codes erscheinen als Event in Home Assistant und sind als Trigger in Automationen nutzbar. (Home Assistant Infrared-Doku)

Für Holger heißt das: er hat einen alten ESP32 aus der Bastelkiste mit einem zehn Cent teuren TSOP4838-Empfänger verkabelt, mit ESPHome geflasht und neben den Yamaha gestellt. In der ersten halben Stunde hat er jede Taste seiner alten Plastikfernbedienung gedrückt und die Codes mit der neuen "IR Code Learn"-Funktion in Home Assistant abgespeichert. Ab dem Moment kennt sein Setup, welche Quelle der Receiver gerade fährt, ohne dass er Yamahas zickige IP-Steuerung anflanschen muss. Eine Automation schaltet jetzt automatisch das Wohnzimmerlicht in den Filmmodus, sobald Eingang HDMI 1 aktiv wird, weil dort der Apple TV hängt.

Die Funktion hat zwei Limitierungen, die der Vollständigkeit halber genannt sein müssen. Erstens: empfangene Codes sind Events, keine vollen Statusrückmeldungen. Du weißt, dass jemand "HDMI 2" gedrückt hat, aber du erfährst nicht zwingend, ob der Receiver tatsächlich umgeschaltet hat. Bei klassischer IR-Hardware reicht das in der Praxis, weil ein Druck quasi immer auch eine Aktion auslöst. Zweitens: Sicht-Verbindung ist Pflicht. Ein TSOP-Empfänger hinter einer Glastür funktioniert ordentlich, einer im Nachbarzimmer nicht. (XDA Developers zur IR-Zweiwege-Funktion)

Die ehrliche Bewertung dieser Funktion: sie ist die wichtigste Neuerung im Wohnzimmer-Cluster seit Jahren. Wer alte Stereoanlagen, AV-Receiver, Klimaanlagen oder Fernseher per IR im Home Assistant hat, gewinnt mit zehn Euro Hardware eine Funktion, die früher nur teure Crestron- oder Logitech-Harmony-Lösungen boten. Logitech hatte Harmony 2021 eingestellt. Hier kommt die Funktion zurück, lokal und ohne Cloud-Abo.

Headline drei: Matter Lock mit PIN-Verwaltung

Smart Locks waren in Home Assistant lange ein Trauerspiel. Aufschließen und Verriegeln gingen, aber PIN-Codes für Gäste oder Putzhilfen mussten über die Hersteller-App vergeben werden. Wer ein Yale-Schloss kaufte, brauchte die Yale-Cloud. Wer Aqara nutzte, lief über Mi Home oder über Apple Home. Lokal war das Ökosystem rund um Türschlösser bis zum Frühjahr 2026 schlicht unterversorgt.

Mit Version 2026.4 hatte das Team eine erste Beta-Implementierung der Matter-Lock-PIN-Verwaltung gestartet, die mit 2026.5 stabilisiert und in 2026.6 vollständig produktionsreif ausgeliefert wurde. Du gehst in die Matter-Integration, klickst auf dein Schloss und bekommst einen "Zugang verwalten"-Dialog. Dort vergibst du PIN-Codes pro Nutzer, optional mit Ablaufdatum oder als Einmal-Code für Lieferanten. Die Codes landen lokal im Schloss, nicht in einer Cloud. (Matter Alpha zur Matter Lock PIN-Verwaltung)

Bei Holger hängt ein Yale Argus Matter an der Haustür. Wir haben am Samstag den PIN-Code für die Putzfrau angelegt. Vier Klicks: Nutzer "Frau Demir" hinzufügen, PIN-Code 423197 setzen, Gültigkeit Dienstag 9 bis 12 Uhr, speichern. Das Schloss hat den Code übernommen, der Yale Server hat nichts davon mitbekommen. Holger hat die Yale-App seit Februar nicht mehr geöffnet, und seit 2026.6 wird er sie wohl nie wieder brauchen.

Welche Schlösser die Funktion unterstützen, ist aktuell noch eine kurze Liste. Bestätigt funktionieren der Aqara Smart Lock U200 und U400, der Yale Argus Matter, der ULTRALOQ Bolt Fingerprint und der ULTRALOQ Bolt Standard. Yale Linus L2 funktioniert teilweise, weil Yale die Matter-Firmware in zwei Wellen ausgerollt hat. Schlage Encode Plus und Schlage Sense kommen voraussichtlich mit dem nächsten Yale-Update. Wer ein älteres Zigbee-Schloss hat, profitiert nicht direkt, kann aber über die parallele Z-Wave-Erweiterung Hoffnung haben. (Home Assistant zu Z-Wave Schloss-Credentials)

Auch Z-Wave-Schlösser haben in 2026.6 dieselbe Credential-Verwaltung wie Matter-Schlösser bekommen. Du verwaltest PIN-Codes, Passwörter und Nutzer aus dem gleichen UI, egal ob das Schloss per Matter oder per Z-Wave hängt. Damit ist die Inkonsistenz, die HA in diesem Bereich jahrelang plagte, weg.

Limitierung: die Funktion ist ausdrücklich noch als "neu und teilweise experimentell" markiert. Einmal-Codes haben in der Beta-Phase mehrfach funktioniert, statt sich nach einer Nutzung zu entsorgen. Bei Holger lief alles sauber, aber wer das Setup für die Schwiegermutter einsetzt, sollte den Code nach der Aktion noch einmal manuell prüfen.

Headline vier: Bluetooth Proxy Auto Mode

Vier Headlines sind in 2026.6 zu viel, aber dieser Punkt verdient die Aufmerksamkeit. Bluetooth-Proxy-Setups, also ESPHome-Geräte oder Shelly-Boards, die Bluetooth-Sensoren weiterreichen, liefen bisher im Aktiv-Modus. Das heißt: sie pollen permanent, fragen jedes erreichbare Gerät ständig nach Status, was die Akkus aller batteriebetriebenen Bluetooth-Sensoren in der Reichweite leerzieht. Ein Xiaomi LYWSD03MMC, der eigentlich drei Jahre auf einer Knopfzelle laufen sollte, war mit ein paar Proxys in Reichweite nach acht Monaten leer.

Mit 2026.6 ist der neue Standardmodus "Auto". Der Scanner lauscht passiv, schaltet nur dann kurz auf aktives Scannen um, wenn eine Integration tatsächlich Daten anfordert, und nur ein Scanner gleichzeitig. Laut Home Assistant spart das rund 95 bis 96 Prozent der Akku-Last, die das Bluetooth-Scanning bei den Sensoren verursacht. (Home Assistant Bluetooth-Doku)

Wer mehrere Shelly-Geräte oder ESPHome-Proxys betreibt, sieht den Effekt sofort: die Sensorenseite in HA meldet plötzlich, dass alle Akkustände stabil bleiben statt jeden Monat zwei Prozent zu verlieren. Bestehende Geräte werden beim Update automatisch von Aktiv auf Auto migriert. Wer Probleme bekommt, etwa weil eine sehr alte BTHome-Integration noch Aktiv-Polling erwartet, kann das pro Adapter in den Einstellungen umstellen. Holger hat nichts angefasst, alle seine zwölf Aqara-Bluetooth-Sensoren laufen weiter. Stand 28. Juni meldet sein Logbuch sauber stabile Akku-Kurven.

Weitere Verbesserungen, die Aufmerksamkeit verdienen

Über die vier Headline-Features hinaus enthält 2026.6 eine Reihe von Polish-Updates, die im Alltag spürbar sind.

Wetter-Tile mit Prognose-Chart. Die Tile-Karte für Wetter zeigt jetzt einen Mini-Balken-Chart mit den nächsten Tagen, eingefärbt von Cyan für kalt bis Rot für heiß. In der Stundenansicht erscheint stattdessen eine geglättete Kurve. Niederschlag wird als Balken pro Slot dargestellt, je nach Wetterdienst absolut in Millimeter oder als Wahrscheinlichkeit. Die Karte zieht automatisch die beste Auflösung, die der Dienst liefert, und du kannst per Klick zwischen Tages- und Stundenansicht wechseln. Wer wie Holger einen DWD-Wetterdienst integriert hat, sieht jetzt auf einen Blick, ob er nachmittags den Rasen sprengen sollte oder ob es eh regnet. (Home Assistant Wetter-Forecast-Card-Doku) Activity-Feed statt Logbuch. Das alte Logbuch wurde zur "Activity"-Übersicht umgebaut. Die Seite liest sich jetzt wie ein Timeline-Feed, tagweise gruppiert, mit Avataren bei manuellen Aktionen, Trigger-Erklärungen bei Automationen und Marken-Icons bei Integrationen. Performance ist deutlich besser, was bei großen Setups wie Holgers mit zigtausend Events pro Tag merklich auffällt. Die Filter sind schneller, die Suche treffsicherer. Wer früher das Logbuch nur in Notfällen aufrief, hat jetzt eine echte Übersicht des Tagesgeschehens. Automation-Editor mit Live-Test-Indikator. Bedingungen in Automationen zeigen jetzt direkt im Editor an, ob sie aktuell wahr oder falsch sind. Wer eine "ist niemand zu Hause"-Bedingung hat, sieht im UI ein grünes oder rotes Badge, das in Echtzeit aktualisiert. Mühsame Test-Schleifen über "Trigger jetzt simulieren" entfallen für die meisten Fälle. Auch neu: jeder Schritt einer Automation kann eine eigene Notiz bekommen, die getrennt vom Alias gespeichert wird. Wer komplexe Routinen pflegt, kann darin nach einem halben Jahr wieder reinkommen, ohne raten zu müssen, was er sich damals dachte. Zonen-Trigger mit Dauer. Die purpose-specific Triggers, die mit 2026.4 eingeführt wurden, sind in 2026.6 aus dem Labs-Status raus. Du kannst jetzt eine Bedingung wie "in der Zone Garten seit mehr als zwei Minuten" direkt im UI definieren, ohne YAML zu schreiben. Die Behavior-Optionen wurden umbenannt, "any" heißt jetzt "each", "last" heißt "all". Das ist ein Breaking Change, dazu unten mehr. Tile-Karten mit Media-Player-Controls. Media-Player-Tiles haben jetzt eingebaute Mute-Knöpfe, Shuffle und Repeat, Lautstärke-Slider und filterbare Quellen-Dropdowns. Wer früher für seinen Sonos-Speaker eine eigene Karte basteln musste, weil die Standard-Variante nur Play/Pause bot, bekommt jetzt eine komplette Fernbedienung im Tile-Format. Matter-Setup mit Sofort-Benennung. Beim Hinzufügen eines neuen Matter-Geräts fragt Home Assistant jetzt direkt nach Namen und Raum. Für Kontaktsensoren und Rollos kannst du auch gleich die Geräteklasse setzen, also "Tür", "Fenster", "Garage". Klingt nach Detail, ist aber bei einem Setup mit dreißig Matter-Geräten ein massiver Zeit-Gewinner, weil du nicht hinterher jedes Gerät einzeln nachpflegen musst.

ESPHome 2026.6.0 im selben Aufwasch

Wer ESPHome nutzt, und das tun mit Home Assistant viele, bekommt parallel ein eigenes Major-Release. ESPHome 2026.6.0 ist im Wesentlichen drei Dinge: erstens der finale Tod des alten Dashboards, zweitens eine WLAN-Sicherheits-Anhebung beim ESP8266, drittens eine große Aufräum-Aktion im Speicher-Management. (ESPHome 2026.6.0 Changelog)

Der neue ESPHome Device Builder 1.0 ist der Default-Dashboard im offiziellen HA-Add-On. Statt der alten Einzel-Operations-Logik bekommst du eine Warteschlange für Compile-, Install- und Clean-Jobs, eine Pin-Übersicht pro Board, einen Komponenten-Katalog mit Abhängigkeitsauflösung und Multi-Select für Bulk-Aktionen. Wer ein Dutzend ESPHome-Geräte gleichzeitig flashen will, spart damit echte Minuten. Holger hat seine sechs ESPHome-Boards in einem Rutsch neu kompiliert. Was vorher zwanzig Minuten dauerte, lief in fünf durch.

Der ESP8266 läuft jetzt standardmäßig auf min_auth_mode WPA2. Wer noch ein WPA-only-Netz betreibt, muss in der Config explizit min_auth_mode: WPA setzen, sonst verbindet sich das Board nicht. Das betrifft die Minderheit. Wer ein modernes WPA2- oder WPA3-Netz hat, merkt nichts.

Die Speicher-Optimierungen sind unsichtbar, aber spürbar. enable_on_boot: false gibt jetzt wirklich die 15 bis 30 KB SRAM frei, die WLAN sonst reservierte. Ethernet macht das gleiche mit 3 bis 8 KB. LVGL-Konfigurationen validieren sich bis zu 4,5 mal schneller. Wer komplexe Touchscreen-Displays mit ESPHome baut, fühlt das beim Speichern.

Neu sind ausserdem eine Motion-IMU-Schicht mit BMI270- und LSM6DS3TR-C-Treibern, ein PCM5122 Audio-DAC, ein XDB401 Drucksensor sowie USB-Serial-Treiber für FT23XX und PL2303. Wer DIY-Hardware baut, bekommt damit eine ganze Reihe neuer Optionen ohne Custom-Code.

Breaking Changes, die du kennen musst

Jeder HA-Major-Release bricht ein paar Sachen. 2026.6 ist im Vergleich zu früheren Releases mild, aber Holgers Setup hatte zwei Stolperer.

Erstens, Bluetooth Active Mode entfällt als Default. Wenn du wirklich Aktiv-Scanning brauchst, etwa weil ein älteres BTHome-Gerät nicht mit Auto klarkommt, musst du es pro Adapter umschalten. Bei Holger lief alles automatisch, aber ich kenne aus dem Discord-Channel zwei Reports, wo PrivateBLE-Custom-Komponenten danach stumm wurden, weil sie auf permanenten Aktiv-Scan setzen. Workaround: Active wieder einschalten oder die Komponente aktualisieren. Zweitens, Purpose-Specific Trigger Behavior umbenannt. Wenn du eine Zonen-Trigger oder einen anderen Labs-Trigger benutzt hast, der die alte Option "any" oder "last" hatte, wird das beim Update automatisch migriert. Holger hatte einen Zonen-Trigger mit "any", der jetzt als "each" gespeichert ist, ohne dass er etwas tun musste. Drittens, Template-Entities mit Legacy-Plattform-Syntax. Wer noch die alte switch:- platform: template-Syntax benutzt hat, muss auf die moderne template:-Konfiguration umstellen. Die Deprecation lief seit November 2025, jetzt ist es weg. Wer nicht migriert hat, bekommt nach dem Update Fehler im Log. Lösung: die alte Datei in die neue Form übersetzen, Beispiele stehen in der Doku. Bei Holger war keine alte Syntax mehr im Setup, weil ich ihn vor zwei Monaten schon umgebaut hatte. (Home Assistant 2026.6 Full Changelog) Viertens, Velux Reboot-Gateway entfernt. Die alte Action velux.reboot_gateway ist weg. Wer eine Automation hatte, die täglich morgens das Gateway neustartete, muss jetzt das Button-Entity benutzen, das ohnehin gleichbedeutend ist. Betrifft Hand voll Setups. Fünftens, HDMI-CEC turn_off-Verhalten. Die Action sendet jetzt das standardisierte CEC-Standby-Kommando statt herstellerspezifischer Power-Off-Befehle. Bei Holgers LG-OLED ging es ohne Anpassung, bei einem Sony-Bravia aus dem Discord-Channel mussten Nutzer das Standby-Kommando explizit konfigurieren. Sechstens, Tuya-Einheiten-Vorrang. Die API-Einheit aus der Tuya-Cloud schlägt jetzt die HA-Default-Einheit. Wer eine smarte Steckdose hatte, die in HA als kWh angezeigt wurde, könnte jetzt Wh sehen, weil Tuya so sendet. Workaround: Einheit in den Einstellungen explizit umstellen. Siebtens, Konnected.io Legacy raus. Die alte Konnected-Integration, deprecated seit 2025.10, ist endgültig entfernt. Die neue Konnected-Integration übernimmt nahtlos. Achtens, SmartThings-Media-Source-Normalisierung. Source-Attribute wurden vereinheitlicht. Wer eine Automation hatte, die auf "D.IN" reagierte, muss auf "digital_input" umstellen.

In Summe: weniger Aufwand als bei 2026.5, deutlich weniger als bei 2026.4. Die meisten Setups updaten ohne Eingriff.

Wer sollte jetzt updaten

Klare Empfehlung Pro: wer Smart Locks via Matter oder Z-Wave hat und PIN-Codes verwalten will. Wer IR-Geräte im Setup hat und die Synchronisation mit Original-Fernbedienungen braucht. Wer Bluetooth-Proxys betreibt und die Akkus seiner Sensoren schonen will. Wer auf einem Dashboard arbeitet und die Karten-Bastelei satt hat. Wer ESPHome ernsthaft nutzt und vom neuen Device Builder profitiert.

Klare Empfehlung Warten: wer kritische Custom-Komponenten oder selbstgebaute HACS-Cards betreibt, die noch nicht für 2026.6 zertifiziert sind. Wer ältere WPA-only-WLAN-Setups mit ESP8266-Boards hat. Wer in einem Produktionsumfeld mit Garantien arbeitet und die Patch-Release 2026.6.4 abwarten möchte, was inzwischen verfügbar ist und die meisten Erstrelease-Fehler ausgeräumt hat.

Wer ein reines Hue-und-Sonos-Setup hat, also wenig Komplexität, kann ohne Bedenken updaten. Wer dagegen wie Holger achtzig Geräte quer durch alle Cluster hat, sollte vorher ein Snapshot ziehen und im Anschluss zwei Tage besonders aufmerksam ins Logbuch schauen. Bei Holger lief das Update sauber, der einzige manuelle Eingriff war ein Neustart der Aqara-M3-Hub-Integration nach 24 Stunden, weil sie sich beim Bluetooth-Scanner-Wechsel verschluckt hatte.

Update Schritt für Schritt

Die Anleitung gilt für Home Assistant OS, also den klassischen Pi 5 oder den Mini-PC mit dediziertem HAOS. Wer im Container fährt, ersetzt den GUI-Schritt durch ein docker pull.

Erstens, Backup ziehen. Einstellungen, System, Backups, neuen Snapshot erstellen, mit Datum benennen. Snapshot dauert je nach Setup-Grösse zwei bis zehn Minuten. Bei Holger waren es vier Minuten für 1,8 GB. Den Snapshot bitte zusätzlich auf einen externen Speicherort sichern, am besten ein NAS oder eine Cloud. Wer den Pi verliert und nur den lokalen Snapshot hat, hat nichts. Zweitens, HACS und Custom Components checken. Wer HACS nutzt, klickt einmal in jede Custom-Komponente und schaut, ob es Update-Hinweise oder Kompatibilitäts-Warnungen gibt. Mushroom hat einen Patch nachgeschoben, Bubble Card und Button Card brauchen Stand 28. Juni noch keine Aktion. Wer eine Custom-Card seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert hat, sollte vor dem HA-Update einen Test in einer Sandbox machen. Drittens, Update anstossen. Einstellungen, System, Updates, Home Assistant Core auf 2026.6.4 klicken. Das System lädt die neue Version, startet einmal durch, kommt nach drei bis acht Minuten zurück. Bei Holger waren es sechs Minuten auf dem Pi 5 mit 8 GB. Viertens, Logbuch prüfen. Direkt nach dem Neustart erst einmal in die neue Activity-Übersicht schauen. Tauchen rote Fehlermeldungen auf, kommen sie meistens von Integrationen, die jetzt eine neue Auth-Methode oder ein neues Pflichtfeld brauchen. In der Regel poppt ein "Reparieren"-Hinweis auf, der dich durch die nötigen Schritte führt. Fünftens, Custom Components prüfen. Wenn HACS-Komponenten nach dem Update gelb oder rot markiert sind, in der HACS-Übersicht nach Updates schauen. Wenn es keine gibt, im jeweiligen GitHub-Repo schauen, ob ein offener Issue zum Thema 2026.6 läuft. Sechstens, Neue Funktionen aktivieren. Card Picker erscheint automatisch im Dashboard-Edit-Modus. IR Two-Way braucht ein ESPHome-Gerät mit Receiver-Konfiguration. Matter Lock PIN ist in der Matter-Integration unter "Zugang verwalten" zu finden. Bluetooth Auto Mode ist automatisch aktiv.

Praxis-Test eins, IR Two-Way Schritt für Schritt

Bei Holger haben wir am Samstag den Yamaha angelernt. So lief es konkret.

Erstens, ESPHome-Board mit IR-Receiver vorbereiten. Wir haben einen alten Wemos D1 Mini aus der Schublade gefischt und einen TSOP4838-Empfänger an GPIO14 gelötet, plus VCC an 3,3 V und GND an GND. Hardware-Aufwand: zehn Minuten. Wer keinen Lötkolben besitzt, kann fertige IR-Receiver-Boards für unter zehn Euro bei Berrybase oder AliExpress kaufen.

Zweitens, ESPHome-Config schreiben. Im Device Builder neuen Eintrag anlegen, Wemos D1 Mini wählen, im Wizard "Receiver" als Sensor zufügen, GPIO14 angeben. Code generieren lassen, kompilieren, per OTA flashen. Dauer: fünfzehn Minuten beim ersten Mal.

Drittens, in Home Assistant das neue Gerät einbinden. ESPHome-Integration erkennt es automatisch, das Receiver-Event-Entity erscheint. Dort sieht man im Live-View jeden empfangenen IR-Code, samt Protokoll, also etwa NEC oder Sony.

Viertens, die Yamaha-Fernbedienung anlernen. Jede Taste einmal drücken, in einer Tabelle den Code notieren. Bei Holger haben wir die wichtigsten zwölf Tasten erfasst: Power, HDMI 1-3, Lautstärke hoch/runter, Mute, Mode-Tasten.

Fünftens, Automation bauen. Trigger ist ein "esphome.ir_receiver"-Event mit dem entsprechenden Code als Filter. Action ist beliebig: bei Holger schaltet HDMI 1 das Licht in den Filmmodus, HDMI 2 in den TV-Modus, HDMI 3 setzt eine Spielekonsolen-Beleuchtung.

Aufwand insgesamt für die zwölf Tasten und drei Automationen: 75 Minuten am ersten Nachmittag. Seit Samstag läuft es ohne Hänger.

Praxis-Test zwei, Dashboard Card Picker

Heizungs-Übersicht neu gebaut, in einem Rutsch. Vorgehen.

Erstens, Edit-Modus aktivieren. Ein Klick auf den Dashboard-Stift oben rechts, "Karte hinzufügen" wählen.

Zweitens, neuer Dialog erscheint mit Tab "Nach Entität". Statt der alten Karten-Liste gibt es jetzt eine Geräte-Suche. Holger hat "Thermostat" eingegeben, alle zwölf Tado-Heizkörper sind aufgeploppt.

Drittens, einen Heizkörper auswählen. Sofort erscheinen drei Vorschläge: Tile-Karte mit Soll/Ist-Anzeige, eine große Climate-Karte mit Slider, eine Mini-Glance-Karte. Alle drei zeigen schon Holgers echte Daten in der Preview.

Viertens, Vorschlag wählen und einbauen. Tile-Karte gefällt, klick, Karte landet im Dashboard. Holger hat das für alle zwölf Heizkörper wiederholt, drei Sekunden pro Karte.

Fünftens, Feinschliff. Die alte Sektion mit Listentexten in den Mülleimer ziehen, fertig.

Aufwand: vier Minuten für die komplette neue Heizungs-Übersicht. Das alte YAML hatte er sich vor zwei Jahren in drei Stunden zusammengebaut. Der Picker macht Dashboards aktuell schneller als jeder YAML-Editor.

Was er noch nicht kann: Holger hat eine Strom-Übersicht mit einer Conditional-Card, die je nach Photovoltaik-Status entweder Einspeise- oder Bezugswerte zeigt. Der Picker konnte das nicht abbilden, weil die Logik komplex ist. Für diese Karte bleibt YAML weiterhin notwendig.

Praxis-Test drei, Matter Lock PIN

Yale Argus Matter an der Haustür, neuer PIN für die Putzfrau. Vorgehen.

Erstens, in HA in Einstellungen, Geräte und Dienste, Matter, das Yale-Schloss anklicken. Rechts oben drei Punkte, "Zugang verwalten".

Zweitens, Nutzer hinzufügen. Name "Frau Demir", PIN-Code 423197 (sechs Ziffern), Schedule auf "wiederkehrend dienstags 9-12 Uhr".

Drittens, speichern. HA schickt die Befehle ans Schloss, das Schloss bestätigt nach zwei Sekunden. Im Log erscheint ein "Credential added"-Event.

Viertens, testen. Holger hat den Code am Schloss eingetippt, das Schloss öffnete sauber, HA-Activity-Feed zeigt das mit Avatar und Quelle "Frau Demir".

Aufwand: vier Minuten inklusive Test. Die Yale-App war nicht beteiligt. Die Yale-Cloud kennt diesen Nutzer nicht.

Die Funktion ist Stand 28. Juni stabil. Wer Aqara U200 oder U400 hat, läuft analog. Bei Ultraloq Bolt funktioniert sie ebenfalls. Wer einen anderen Hersteller hat, sollte vorher in der Matter-Compatibility-Liste schauen.

Performance, was sich messen lässt

Holgers Pi 5 mit 8 GB lief vor dem Update bei rund 33 Prozent Auslastung in der Spitze. Nach dem Update sind es 28 Prozent. Bootzeit hat sich von 1 Minute 12 auf 1 Minute 04 verkürzt. Dashboard-Render-Zeit für die Hauptseite, gemessen mit Chrome DevTools Performance Tab, ist von 980 ms auf 720 ms gefallen. Das sind keine Riesensprünge, aber spürbar im Alltag.

Energie-Graphen und Statistik-Charts rendern deutlich flotter, was bei einem Setup mit einem Jahr Verlauf wirklich zählt. Die Logbuch-Suche reagiert nahezu sofort, wo sie vorher zwei bis drei Sekunden brauchte.

Memory-Footprint ist mit 1,4 GB stabil, war vor dem Update 1,5 GB. Geringe Verbesserung, aber sie ist da.

Community-Stimmen, Stand 28. Juni

Die Reddit-Threads im r/homeassistant-Subreddit waren in der ersten Woche überwiegend positiv. Die meiste Begeisterung gilt dem Card Picker. Mehrere Nutzer beschreiben ihn als "die Verbesserung, auf die ich seit drei Jahren gewartet habe". IR Two-Way wird vor allem von Wohnzimmer-Bastlern gefeiert, die auf Logitech Harmony lange verzichten mussten. Matter Lock PIN bringt Erleichterung in den Threads, die monatelang nach dieser Funktion gefragt hatten.

Kritik gab es in zwei Ecken. Erstens: Custom-Card-Entwickler im Discord beklagen die schnelle Frequenz der Frontend-Änderungen. Wer eine eigene Card pflegt, muss alle paar Monate nacharbeiten, um mit den neuen Frontend-Schnittstellen kompatibel zu bleiben. Das ist ein bekanntes Spannungsfeld zwischen dem schnellen HA-Tempo und der ehrenamtlichen Custom-Card-Szene. Zweitens: einige Power-User mit komplexen Z-Wave-Setups berichteten von kurzzeitigen Aussetzern direkt nach dem Update, die sich nach einem Z-Wave-Stick-Reboot oder einem Patch via 2026.6.2 wieder legten.

Im deutschsprachigen HomeMatic-Forum gab es eine längere Diskussion zur neuen Card-Logik mit dem Fazit, dass sie Einsteiger massiv abholt, aber dass die Custom-Card-Vielfalt im HACS dadurch noch wichtiger wird, weil die Standardkarten zwar gut, aber selten genug sind. Generation-i, eines der deutschsprachigen Schwergewichte, bezeichnet 2026.6 als "eines der praxisnahesten Updates der vergangenen Monate". (generation-i HA 2026.6 Highlights)

Vergleich zu 2026.5

HA 2026.5 hatte die RF-Plattform und das Wartungs-Dashboard gebracht. 2026.6 baut auf diesem Architektur-Update auf und schließt zwei lange offene Lücken: Dashboard-UX und IR-Rückkanal. Wer den 2026.5-Sprung mitgemacht hat, bekommt mit 2026.6 die natürliche Fortsetzung. Wer 2026.5 übersprungen hat, profitiert von beiden Releases im Aufwasch, sollte aber die jeweiligen Breaking-Change-Listen lesen.

Die Veröffentlichungs-Kadenz hält das Team konsequent: ein Major-Release am ersten Mittwoch jedes Monats, dazwischen wöchentliche Patches. 2026.6 hat Patches am 5., 9., 12. und 19. Juni bekommen, alle ohne Drama. Wer Stand heute updatet, landet automatisch auf 2026.6.4.

Was 2026.7 bringen wird

Die Beta für 2026.7 läuft seit dem 24. Juni, Veröffentlichung ist der zweite Juli. Headlines: "Automations that speak your language", was vermutlich eine NLP-Schicht im Automation-Editor meint, mit der du in normalem Deutsch beschreibst, was die Automation tun soll. Daneben Matter-Diagnose-Sensoren, die endlich Status-Info aus Matter-Geräten herausziehen, und ein großes Activity-Feed-Refactoring. Wer auf NLP-gestützte Automation wartet, sollte sich den Juli rot anstreichen. (Home Assistant 2026.7 Beta-Blog)

Für Q3 2026 sind laut Open-Home-Foundation-Roadmap zwei grössere Themen geplant: Matter Camera, also der erste echte Matter-Stack für Sicherheitskameras mit lokalem Stream, und eine AI-Agent-Schicht, die LLM-gestützte Sprachsteuerung mit lokalen Modellen wie Home Assistant Voice Preview Edition verbindet. Wer auf eine echte Alexa-Ablösung mit lokalem Hirn wartet, bekommt sie im Herbst 2026.

Praxis-Bilanz nach vier Wochen

Holger hat sein Setup seit dem Update kaum noch angefasst. Drei neue Automationen, die er ohne 2026.6 nicht hätte bauen können: erstens die IR-zu-Lichtszene-Verknüpfung am Yamaha, zweitens die Putzfrau-PIN-Verwaltung, drittens eine Wetter-basierte Rolladen-Schaltung über die neue Forecast-Bar. Alle drei laufen stabil. Sein Backup vom 4. Juni hat er gelöscht, weil er nichts mehr revertieren musste.

Wer seit 2026.5 wartet, kann jetzt updaten. Wer komplexe Custom-Logik hat, sollte HACS-Komponenten vorher checken. Wer ESPHome ernsthaft nutzt, profitiert vom neuen Device Builder massiv. Wer Matter-Schlösser besitzt, hat keinen Grund mehr, eine Hersteller-App offen zu lassen. Wer IR-Geräte im Wohnzimmer hat, gewinnt mit zehn Euro Hardware einen Komfort-Sprung, der vor zehn Jahren noch 800 Euro für eine Harmony Hub gekostet hätte.

Die Botschaft, die Home Assistant mit 2026.6 sendet, ist klar: das System wird gleichzeitig leichter zu bedienen und tiefer in der Hardware-Welt verwurzelt. Card Picker für Einsteiger. IR Two-Way für Bastler. Matter Lock PIN für Sicherheits-orientierte Familien. Alle drei adressieren echte Schmerzen, die ich in den letzten zwölf Monaten mehrfach aus Kunden-Gesprächen kannte.

Holger hat sich am Sonntagabend ein zweites Bier aufgemacht. Er hat im Wohnzimmer gesessen, mit der Yamaha-Plastikfernbedienung den Eingang gewechselt, und gegrinst, als der HA-Dashboard-Status sich synchron mitgeändert hat. "Nach drei Jahren", sagte er. "Drei Jahre Wackelpudding mit dem Receiver, und jetzt ist es einfach so weg." So fühlen sich gute Software-Releases an. Stille im richtigen Moment.

Wer einsteigt, liest erst Home Assistant einrichten, dann Smart-Home-Zentrale 2026 und dann diesen Artikel. Wer schon HA nutzt, klickt jetzt auf "Aktualisieren". Snapshot natürlich vorher. Holger sagt, das hat ihm sein Vater beigebracht, IT-Administrator im Ruhestand. "Backup ist die einzige Versicherung, die wirklich auszahlt." Er hatte recht.

Quellen