Anneliese aus Memmingen hatte im März dreihundert Euro von einer alten Lebensversicherung wiederbekommen, im April starb ihre Tante, und plötzlich lagen achthundert Euro auf dem Konto, die niemand erwartet hatte. Ihr erster Gedanke war Spanien. Ihr zweiter Gedanke, an einem Donnerstagabend mit zwei Gläsern Riesling und einer Folge Tatort, war das Smart Home. Nicht weil sie Technikfan ist. Sondern weil sie im Winter zweimal nachts aufgestanden war, um zu prüfen, ob sie die Haustür abgeschlossen hatte, weil ihre Gasrechnung im Februar dreihundertvierzig Euro betrug und der Sohn am Telefon gesagt hatte "Mama, das geht heute mit dem Handy", und weil sie das Gefühl hatte, dass die Welt sie irgendwie hinter sich ließe, wenn sie nicht bald mitmachte.

Sie rief mich an. Ich heiße Lukas, bin der Sohn ihrer Nachbarin, baue seit vier Jahren Smart Homes in der Region und habe vermutlich mehr Aqara-Sensoren in einer Garage liegen als der durchschnittliche Conrad-Laden. "Lukas, was bekomme ich für achthundert Euro?", fragte sie. Eine berechtigte Frage. Und eine, auf die das Internet vor allem Marketing-Antworten gibt.

Hier ist die ehrliche Antwort, in drei Budget-Stufen.

Was die Kosten überhaupt treibt

Bevor wir Listen anschauen, ein kurzer Blick darauf, warum Smart-Home-Setups so unterschiedliche Preise haben können. Drei Faktoren sind entscheidend.

Erstens: Hardware versus Software. Open-Source-Lösungen wie Home Assistant kosten nichts in der Lizenz, brauchen aber einen kleinen Computer, der läuft. Hersteller-Ökosysteme wie Bosch Smart Home oder Apple Home haben oft höhere Hardware-Preise, dafür keine Konfigurationsstunden. (anyhelpnow Smart Home Kosten)

Zweitens: Lokal versus Cloud. Geräte, die ohne Hersteller-Server funktionieren, sind im Anschaffungspreis oft etwas teurer, sparen aber später die Abogebühren. Aqara, Eve, Shelly und Homematic IP arbeiten weitgehend lokal. Tuya, Ring oder Google Nest hängen am Cloud-Tropf. Wer Reolink-Kameras mit Cloud-Speicher abonniert, zahlt schnell drei bis dreißig Euro pro Monat zusätzlich. (anyhelpnow Folgekosten)

Drittens: Skalierbarkeit. Ein Setup, das von Anfang an auf Erweiterung ausgelegt ist, ist im Einstieg teurer, weil du einen ordentlichen Hub kaufst statt einer Steckdose. Das zahlt sich aber aus, sobald du das vierte Gerät hinzubuchst. Wer mit einer einzelnen WLAN-Steckdose anfängt und dann ein Smart Home draus bauen will, kauft den Hub doppelt. Mein Tipp: lieber gleich einen anständigen Hub als zwei Jahre lang Insellösungen.

Bundle 1: Das 250-Euro-Setup für den vorsichtigen Einstieg

Anneliese fragte mich, ob es nicht etwas Kleines gäbe, wo sie erstmal sehen könne, ob ihr das gefällt. Klar gibt es das. Ein 250-Euro-Setup ist kein Vollkasko-Smart-Home, aber es deckt drei sinnvolle Funktionen ab: zentrale Steuerung, ein paar Steckdosen, zwei Sensoren für den Anfang.

KomponenteModellPreis
Hub mit Thread-Border-RouterAqara Hub M3105 Euro
Zwei smarte SteckdosenAqara Smart Plug T1 (Zigbee)2 mal 18 Euro = 36 Euro
Zwei Tür-Fenster-SensorenAqara Door Sensor T12 mal 12 Euro = 24 Euro
Ein BewegungsmelderAqara Motion Sensor P122 Euro
Vier smarte LED-Birnen E27IKEA Tradfri (Matter-Update)4 mal 12 Euro = 48 Euro
Puffer für Kabel und AdapterDiverse15 Euro
Summe250 Euro
Der Aqara M3 ist der eigentliche Held in diesem Setup. Auf Geizhals liegt er Stand Mai 2026 bei etwa 105 Euro. (Geizhals Aqara Hub M3) Er kann gleichzeitig als Zigbee-Coordinator, als Thread-Border-Router und als Matter-Controller funktionieren, du brauchst also keine drei Geräte für drei Funkstandards. Stromversorgung wahlweise per USB-C-Netzteil oder per PoE-Ethernet, was im Setup oft praktisch ist, wenn das Netzkabel ohnehin schon im Flur liegt. Ich habe ihn ausführlich getestet, Bericht im Artikel Aqara Hub M3 im Praxistest.

Was Anneliese damit machen kann, sobald alles eingerichtet ist: Sie sieht auf dem Handy, ob die Haustür offen ist, der Bewegungsmelder im Flur schaltet abends das Licht an, die Kaffeemaschine bekommt einen Zeitplan, und das Schlafzimmerlicht lässt sich dimmen ohne aufstehen. Das ist nicht spektakulär, aber es ist der Punkt, an dem Smart Home von einer abstrakten Idee zu einer konkreten Erleichterung wird.

Wer es noch günstiger will, kann statt des Aqara M3 einen Echo Pop für etwa vierzig Euro nehmen, der seit dem Update 2025 auch als Matter-Controller funktioniert. (compott Smart Home Geräte 2026) Die Funktionen sind reduzierter, vor allem fehlt der Zigbee-Coordinator, sodass die Geräteauswahl auf WLAN- und Matter-Devices begrenzt ist. Bei einem 250-Euro-Budget ist das verschmerzbar, langfristig aber eine Sackgasse. Ich rate dazu, die zwanzig Euro mehr zu investieren.

Weiterführende Anleitungen: Wer hier startet, lese als nächstes Smart Home einrichten für Anfänger und den Thread-Praxistest, damit klar wird, wie die einzelnen Funkstandards zusammenspielen.

Bundle 2: Das 500-Euro-Setup mit Heizung und mehr Sensoren

Wenn das Budget reicht, springt der Nutzen mit dem zweiten Setup deutlich nach oben. Hier geht es nicht mehr um Spielerei, sondern um Funktionen, die sich rechnen. Heizungssteuerung ist der Hauptkandidat. Eine smarte Heizungssteuerung amortisiert sich laut Verbraucherzentrale-Berechnungen nach zwei bis vier Jahren über fünfzehn bis fünfundzwanzig Prozent niedrigere Heizkosten. (anyhelpnow Heizungssteuerung)

KomponenteModellPreis
HubAqara Hub M3105 Euro
Vier Heizkörperthermostatetado X Starter Pack (3 Thermostate) plus 1 Einzel140 Euro plus 60 Euro = 200 Euro
Vier Tür-Fenster-SensorenAqara Door Sensor T14 mal 12 Euro = 48 Euro
Zwei PräsenzsensorenAqara FP2 (Millimeterwellen)1 mal 60 Euro = 60 Euro (zweiter später)
Drei smarte SteckdosenAqara Plug T13 mal 18 Euro = 54 Euro
Vier LED-BirnenIKEA Tradfri E27 oder Aqara LED T14 mal 10 Euro = 40 Euro
Summe507 Euro
Bei den Thermostaten würde ich Anneliese zu tado raten, weil das Starter-Set mit drei Thermostaten und Bridge auf Amazon und Idealo Stand Mai 2026 bei etwa 140 Euro liegt und das System Matter und Thread spricht, also offen genug ist, um später weiterzuwachsen. (homeandsmart Smarte Thermostate 2026, ADAC Heizkörperthermostate) Wer eine FRITZ!Box hat, ist mit AVM FRITZ DECT 302 fast gleich gut bedient, der Preis pro Gerät liegt bei etwa fünfzig Euro, das macht in Summe ein paar Euro mehr, dafür Setup direkt über die FRITZ!Box ohne weiteren Hub.

Die Sparvariante ist TP-Link Kasa KE100, die mit Hub schon ab 33 Euro im Set zu haben sind und einzeln für etwa fünfundzwanzig Euro. (heise Heizkörperthermostate Top 10) Wer dort spart, hat plus etwa hundert Euro im Budget für zusätzliche Sensoren oder eine Kamera.

Der Aqara FP2 ist der einzige Präsenzsensor in diesem Setup, der über einfache Bewegungserkennung hinausgeht. Er nutzt ein Millimeterwellen-Radar und erkennt auch ruhige Anwesenheit, etwa beim Lesen auf dem Sofa oder im Bett liegen. Klassische PIR-Bewegungsmelder erkennen nur Bewegung und schalten das Licht nach zwei Minuten aus, wenn jemand still sitzt. Bei zweikommafünf Euro Strom pro KWh und zwei Lampen ist das über ein Jahr ein nennenswerter Effekt. Wer billiger will, nimmt Zigbee-PIR-Sensoren von Aqara für 12 bis 18 Euro und akzeptiert die Schaltunschärfe.

Was du damit machst, im Wochenrhythmus: Die Heizung folgt deinem Tagesablauf, regelt automatisch herunter, wenn du das Fenster öffnest, und drosselt nachts. Die Steckdosen schalten Kaffeemaschine und Bügelheim ferngesteuert, der Präsenzsensor im Wohnzimmer hält das Licht aus, wenn keiner mehr da ist. Tür- und Fenstersensoren melden dir aufs Handy, ob du wirklich abgeschlossen hast. Anneliese sagte mir nach drei Wochen, sie schlafe wieder durch.

Detail-Bauanleitungen: Smart-Home-Anfänger-Paket 2026 hat eine Variante dieses Setups mit Home Assistant statt Aqara-Hub, falls du lieber selbst hostest. Für den Heizungs-Aufbau und die Frage AVM versus Eve versus tado siehe Tado vs Homematic.

Bundle 3: Das 1.000-Euro-Setup mit Kamera, Türschloss und Sprachassistent

Tausend Euro klingt nach viel. Im Smart-Home-Markt ist das das, wo die Sätze über drei bis acht Tausend Euro für Vollausstattung einer Hundertquadratmeter-Wohnung anfangen Realität zu werden. (anyhelpnow Smart Home Vollausstattung) Aber für eine 75 Quadratmeter Wohnung, in der die wichtigsten Funktionen abgedeckt sind, reicht es.

KomponenteModellPreis
HubAqara Hub M3105 Euro
Vier Heizkörperthermostatetado X Starter Pack plus 1200 Euro
Smartes TürschlossAqara Smart Lock U200 (Matter, Thread)250 Euro
InnenkameraAqara G3 mit Hub-Funktion90 Euro
AußenkameraReolink Argus 3 Pro (solar)130 Euro
SprachsteuerungAmazon Echo Show 8 oder Apple HomePod mini120 Euro
Vier Tür-Fenster-SensorenAqara T148 Euro
Zwei PräsenzsensorenAqara FP2120 Euro
Vier smarte SteckdosenAqara Plug T172 Euro
Vier LED-BirnenIKEA Tradfri / Aqara LED T140 Euro
Wassermelder für Bad und KücheAqara Water Leak Sensor2 mal 20 Euro = 40 Euro
PufferKabel, Adapter, Klebepads25 Euro
Summe1.240 Euro
Streng genommen sind das 1.240 Euro, weil das ehrliche Bundle bei "richtigem" Smart Home das Sparen schwer macht. Wer auf 1.000 Euro genau will, lässt entweder die zweite FP2 weg oder kürzt die Außenkamera, oder nimmt das tado-Starterpaket nur mit drei statt vier Thermostaten. Aber als Orientierung: Das hier ist das Setup, das du nicht zwei Jahre später bereust.

Beim Türschloss ist Aqara U200 die einzige sinnvolle Wahl bei knappem Budget, weil es Thread und Matter beherrscht und damit direkt in Apple Home oder Home Assistant hängt, ohne Cloud-Abo. (Matter Alpha Aqara U200) Nuki Smart Lock Pro 4 ist die nicht-Matter-Alternative, ist aber etwa hundert Euro teurer und bringt eine Hersteller-App-Pflicht mit. Beide laufen retrofittend, also ohne Türaustausch, über den vorhandenen Schließzylinder.

Bei den Kameras zerfällt die Auswahl in zwei Lager. Reolink Argus 3 Pro ist solarbetrieben, mit microSD-Karte für lokale Aufzeichnung ohne Cloud, der Preis für 4K-Modell schwankt zwischen 100 und 150 Euro. (safehome Reolink Argus Eco) Die Alternative im Innenraum ist Aqara G3 für etwa neunzig Euro, hat einen integrierten Zigbee-Hub und kann gleichzeitig als sekundärer Thread-Border-Router dienen. Wer keine Cloud will und das auch durchhält, achtet darauf, dass keine Kamera mit Cloud-Pflicht im Setup landet.

Folgekosten bei diesem Setup im Jahr, wenn alles richtig konfiguriert ist: Strom etwa 80 bis 120 Euro für Hub, Kameras im Standby und die fünfundzwanzig Geräte im Mesh. (digitalzimmer Standby-Verbrauch, connect Stromverbrauch Smart Home) Cloud-Abos null, wenn lokal aufgebaut. Geräte-Ersatz nach drei bis fünf Jahren etwa fünfzehn bis fünfundzwanzig Prozent der Anfangsinvestition, also etwa 200 Euro auf vier Jahre verteilt. (anyhelpnow Folgekosten)

Anschlussartikel für dieses Setup: Sprachassistenten-Vergleich in Alexa vs Google Home vs Siri, Türschloss-Tiefenanalyse in Smart Lock 2026 mit Matter und Home Assistant, Kamera-ohne-Cloud-Auswahl in Kamera ohne Abo.

Was die Installation zeitlich kostet

Geld ist die eine Achse. Zeit die andere. Hier wird gerne übersehen, dass Smart-Home-Aufbau zwischen ein paar Stunden Wochenendbastelei und drei Wochen Frust schwanken kann.

Im DIY-Modus, also ohne Elektriker, sind die ungefähren Aufwände für die drei Bundles:

BundleAuspacken und Apps installierenHub einrichten und koppelnAutomationen schreibenGesamt DIY
250 Euro1 Stunde2 Stunden1 Stunde4 Stunden
500 Euro2 Stunden3 Stunden3 Stunden8 Stunden
1.000 Euro3 Stunden5 Stunden6 Stunden14 Stunden
Heizkörperthermostate brauchen mehr Zeit als gedacht, weil die alten Ventile manchmal festsitzen und neue Adapter angeschraubt werden müssen. Türschlösser sind das größte Risiko: Das Aqara U200 sitzt bei der Hälfte aller deutschen Schließzylinder ohne Probleme, bei der anderen Hälfte braucht es einen passenden Adapter, den du nachbestellen musst. Plane das ein.

Wer das nicht selbst machen will, ruft einen Elektriker oder Smart-Home-Spezialisten. Der Stundenlohn liegt 2026 bei 55 bis 85 Euro netto, also 65 bis 100 Euro brutto. (My-Hammer Smart Home Kosten, handwerk.cloud Elektroinstallation Kosten) Smart-Home-Spezialisten nehmen 80 bis 120 Euro pro Stunde. Für das 1.000-Euro-Bundle musst du dann mit zusätzlich 800 bis 1.500 Euro Installation rechnen, also fast verdoppelt sich das Budget.

Wo der Elektriker Pflicht ist: alles am Stromnetz fest verkabelt. Lichtschalter mit Neutralleiter-Anschluss, Unterputz-Schaltaktoren, Wallboxen. Diese Arbeiten müssen in Deutschland von einer Fachkraft durchgeführt werden. (anyhelpnow Smart Home Vollausstattung) Was du selber machen kannst und solltest: Funkbatterie-Geräte einbauen, Steckdosen umkonfigurieren, Software einrichten, Sensoren kleben. Hier sparst du 40 bis 60 Prozent der Handwerkerkosten.

Mein Tipp aus der Praxis: Beim 250-Euro-Bundle braucht es nie einen Elektriker. Beim 500-Euro-Bundle ist es eine Komfort-Entscheidung. Beim 1.000-Euro-Bundle lohnt sich oft eine bis zwei Stunden Beratung durch einen Fachmann für die Konzept-Frage, wo Kameras und das Türschloss optimal sitzen.

Folgekosten: Was nach dem Kauf weiterläuft

Smart Home ist kein Auto, das einmal getankt einen Monat fährt. Es kostet jeden Tag ein bisschen. Drei Posten machen den Löwenanteil.

Strom. Jede smarte Steckdose, jede vernetzte Birne, jeder Sensor zieht im Standby Strom. Bei einem typischen Drei-Personen-Haushalt mit Smart-Home-Komponenten liegen 10 bis 15 Prozent des Gesamt-Stromverbrauchs im Standby. (TarifHunter Standby-Stromverbrauch, ENTEGA Standby) In Smart-Home-lastigen Haushalten über zwanzig Prozent. Bei aktuellen Strompreisen sind das 150 bis 300 Euro pro Jahr. Die Grundlast aus all den Kleinstverbrauchern liegt bei voll ausgebauten Setups bei 30 bis 50 Watt. Cloud-Abos. Wer Reolink-Kameras mit Cloud-Speicher abonniert, zahlt etwa fünf Euro pro Monat. Apple iCloud+ kostet ab 0,99 Euro für die Familienoption mit HomeKit Secure Video bis hin zu 9,99 Euro für das größte Paket. Ring Alarm kostet ein eigenes Abo. Bei einem vollausgestatteten Cloud-lastigen Setup laufen schnell 60 bis 360 Euro pro Jahr auf. (anyhelpnow Cloud-Abos) Hier gilt: Wer lokal aufbaut, spart das komplett. Geräte-Lebensdauer. Erfahrungswerte aus der Praxis: Aqara-Sensoren halten etwa fünf bis sieben Jahre, Heizkörperthermostate drei bis fünf Jahre wegen Batteriealterung und Motorverschleiß, Türschlösser etwa fünf Jahre, Kameras zwei bis fünf Jahre je nach Hersteller-Update-Politik. Du musst also alle drei bis fünf Jahre Geräte im Wert von ungefähr fünfzehn bis fünfundzwanzig Prozent der Anfangsinvestition ersetzen.

Anneliese hat sich nach unserem Gespräch für ein hybrides Setup zwischen Bundle 1 und Bundle 2 entschieden, weil ihr die Heizungssteuerung wichtig war und sie auf Außenkamera und Türschloss verzichten konnte. Es ist eine vernünftige Entscheidung. Sie hat 540 Euro ausgegeben und ein Setup, das vier Heizkörper, drei Steckdosen, vier Sensoren und vier Lampen abdeckt. Spanien fällt für dieses Jahr aus.

Versteckte Kosten, die niemand nennt

Aus der Praxis: Drei Posten landen regelmäßig auf der Rechnung, die in keinem Marketing-Material auftauchen.

WLAN-Erweiterung. Wer über zwanzig Geräte ans Heimnetz hängt, merkt schnell, dass der alte 50-Euro-Router überlastet ist. Ein Mesh-WLAN von AVM oder TP-Link kostet ab 150 Euro für ein zwei-Knoten-Set, oft 250 bis 300 Euro für ein drei-Knoten-Setup. Wer Thread und Matter ernsthaft nutzt, sollte zusätzlich darauf achten, dass der Router IPv6 nicht blockiert. Mehr dazu im Artikel Smart Home mit Glasfaser und CGNAT. LAN-Verkabelung. Wer den Hub oder den Home-Assistant-Computer per Kabel ans Netzwerk hängen will, weil WLAN bei kritischer Infrastruktur unangenehm ist, braucht entweder ein verlegtes Kabel, einen Powerline-Adapter (40 bis 80 Euro) oder neu installierte Patchdosen. Patchdosen im Bestandsbau kosten je nach Wand zwischen 80 und 200 Euro pro Stück inklusive Elektrikerarbeit. (handwerk.cloud Smart Home Nachrüsten) Bridges für alte Geräte. Wer schon eine Philips Hue Bridge hat und sie weiterbetreiben will, braucht in einem Aqara-M3-zentralen Setup nichts Neues, weil M3 sowohl Zigbee als auch Matter spricht und die Hue-Lampen auf Matter erreicht. Wer aber alte Tuya- oder Sonoff-Geräte behalten will, muss eventuell deren Bridge weiter betreiben. Das kostet nicht viel, frisst aber Steckdosen und Strom. Plane einen Stromkreis mit drei bis fünf zusätzlichen Steckern ein.

Empfehlung pro Use-Case

Wenn ich Anneliese in einem Satz beraten müsste:

Du wohnst zur Miete, willst keine Bohrlöcher und keine Risiken: 250-Euro-Bundle, vielleicht im nächsten Jahr aufgestockt. Das ist das risikoarme Einstiegssetup. Du wohnst zur Miete, hast eine Gasheizung mit hohen Rechnungen, willst sparen: 500-Euro-Bundle mit tado-Thermostaten ist der Sweet Spot. Die Heizungssteuerung amortisiert sich über zwei Heizperioden. Du wohnst im Eigentum, willst alles bedacht aufbauen: 1.000-Euro-Bundle plus eventuell weitere 500 Euro für Mesh-WLAN und Stromkabel-Erweiterung. Plus eine Stunde Beratung durch einen lokalen Smart-Home-Profi. Du bist Bastler, hast Zeit, willst maximale Kontrolle: Geh nicht den Aqara-Weg, sondern den Home-Assistant-Weg. Das Home-Assistant-Anfänger-Setup kostet ähnlich, ist aber offen wie ein Mietshausflur, kompatibel mit allem, und du lernst dabei Linux. Es ist allerdings auch das Setup, an dem die meisten Leute scheitern, wenn sie keine Lust auf YAML-Dateien haben.

Drei Wochen nach unserem Gespräch traf ich Anneliese in der Memminger Innenstadt. Sie war auf dem Weg in die Stadtbücherei, mit einem Stoffbeutel, in dem ein Buch über Apulien lag, und einem zufriedenen Gesicht. "Lukas, sag mal", sagte sie. "Diese Heizung, die selber runterregelt, wenn das Fenster auf ist. Die war im Vormonat für dreiundachtzig Euro weniger zuständig. Das macht in zehn Monaten Heizperiode achthundertdreißig Euro. Heißt, das Smart Home zahlt sich selber zurück." Ich nickte. "Das ist die Idee." Sie lächelte. "Spanien kommt dann nächstes Jahr."

Eine angemessene Rechnung, schien mir.