!Aussengeraet einer Waermepumpe an einer Hauswand
Vaillant liefert keine offene lokale Schnittstelle für seine Wärmepumpen und Gasgeräte. Was es gibt, ist die myVAILLANT-App und die Cloud dahinter. Genau dort setzt die Integration an, um die es hier geht.
Das Projekt heißt myPyllant, stammt von signalkraft und besteht aus zwei Teilen: einer Python-Bibliothek, die mit der myVAILLANT-API spricht, und einer Home-Assistant-Komponente, die daraus Entitäten macht. Es ist nicht mit Vaillant affiliiert, das steht so in der Projektbeschreibung, und dieser Umstand erklärt die meisten Eigenheiten.
Was unterstützt wird
Die Liste im Repository nennt unter anderem diese Kombinationen als getestet:
- aroTHERM plus Wärmepumpe mit sensoCOMFORT VRC 720 und sensoNET VR 921
- ecoTEC plus Gasgeräte mit verschiedenen Reglern
- EcoCompact VSC 206 mit Multimatic VRC 700/6
- VR 42 Regler
- Saunier Duval DUOMAX F30 90 mit MISET Radio und MiLink V3
Die Integration erzeugt je nach Anlage rund fünfzig und mehr Entitäten. Darunter Klima-Entitäten für die Heizzonen mit Soll- und Isttemperatur, Warmwasserspeicher mit Temperatur und Sollwert, Verbrauchs- und Effizienzwerte in Wattstunden, Betriebsarten wie Zeitgesteuert oder Manuell, dazu Diagnosewerte: aktuelle Heizkurve, Vorlauftemperatur, Wasserdruck, Firmware-Stand, Online-Status und Störcodes.
Dazu kommen eigene Dienste, die sich in den Entwicklerwerkzeugen unter der Suche nach "myvaillant" finden. Damit lassen sich etwa Zeitpläne setzen oder der Warmwasserbetrieb kurzzeitig hochfahren, was für dynamische Stromtarife interessant ist.
Installation
Der Weg über HACS ist der übliche:
- HACS installieren, falls noch nicht vorhanden
- In HACS nach der myVAILLANT-Integration suchen und installieren
- Home Assistant neu starten
- Unter Einstellungen, Geräte und Dienste, Integration hinzufügen die myVaillant-Integration wählen
- Mit denselben Zugangsdaten anmelden, die in der myVAILLANT-App verwendet werden
- Land auswählen, und bei Saunier Duval oder Bulex zusätzlich die Marke
custom_components in das Konfigurationsverzeichnis und startet neu. Das Ergebnis ist dasselbe, nur ohne automatische Updates.
Die Länderauswahl ist keine Formalie. Die Liste beschränkt sich auf bekannte, unterstützte Länder, und ein falscher Eintrag führt zu einem Anmeldefehler, der nach einem Passwortproblem aussieht.
Das eigentliche Thema: das Abfrageintervall
Hier liegt der Grund, warum diese Integration einen eigenen Artikel verdient. Die Projektdokumentation formuliert es nüchtern: Die Vaillant-API hat ziemlich häufig Störungen und strenge Kontingente, die zu Fehlern führen.
Und dann folgt der Satz, der die meiste Zeit spart: Das Warteintervall zwischen den Aktualisierungen nicht zu niedrig setzen. Ein Wert von 10 Sekunden führt zu "quota exceeded"-Fehlern und einer vorübergehenden Sperre.
Das ist keine theoretische Warnung. Im Repository gibt es dazu eigene Vorgänge, unter anderem Issue 122 mit dem Titel "Quota exceeded" und Issue 204 mit "Error: API calls being exceeded". Im Home-Assistant-Forum läuft dazu seit Jahren ein Thread mit inzwischen dreißig Seiten.
Aus der Praxis haben sich zwei Werte herausgeschält, die sich als tragfähig erwiesen haben:
| Einstellung | Empfohlener Wert |
|---|---|
| Aktualisierung der Livedaten | 1800 Sekunden (30 Minuten) |
| Aktualisierung der Energiedaten | 7200 Sekunden (2 Stunden) |
Berichte aus dem Forum deuten darauf hin, dass Vaillant die Kontingente zwischenzeitlich weiter verschärft hat, bei einzelnen Endpunkten offenbar auf einen Aufruf pro Stunde. Wer nach einem Update plötzlich Fehler sieht, sollte das Intervall also hochsetzen, bevor er anfängt zu debuggen.
Es gibt keine Dokumentation von Vaillant darüber, welche Endpunkte welche Kontingente haben. Man arbeitet hier mit Erfahrungswerten.
Der Trick mit dem zweiten Nutzer
Es gibt einen Kniff, der im Forum immer wieder empfohlen wird und der das Problem an der Wurzel entschärft.
Das Kontingent hängt am Konto. Wenn dasselbe Konto gleichzeitig von der Handy-App und von Home Assistant benutzt wird, addieren sich die Abfragen. Wer also die App mehrmals täglich öffnet und parallel alle paar Minuten pollt, erreicht die Grenze schneller.
Die Lösung: In der myVAILLANT-App einen zweiten Nutzer einladen und dieses zweite Konto ausschließlich für Home Assistant verwenden. Die App auf dem Handy läuft dann weiter auf dem Hauptkonto, und die beiden Zugriffe stehen sich nicht mehr im Weg.
Das ist eine der wenigen Stellen, an denen man die Situation strukturell verbessern kann statt nur zu warten.
Was diese Integration nicht leistet
Sie ist ein Cloud-Zugang, kein lokaler. Das hat zwei Folgen, die man vor dem Einbau kennen sollte.
Erstens: Fällt das Internet aus, fällt die Integration aus. Automationen, die auf diesen Entitäten beruhen, laufen dann nicht. Für eine Heizungssteuerung ist das ein echtes Argument, und es spricht dafür, die Regelung der Anlage selbst zu überlassen und Home Assistant nur für Optimierung und Auswertung zu nutzen. Zweitens: Die Latenz ist keine Sekundenfrage. Bei einem Abfrageintervall von 30 Minuten ist ein Sensorwert im Zweifel eine halbe Stunde alt. Wer eine Wärmepumpe im Sekundentakt gegen einen Strompreis oder eine PV-Erzeugung regeln will, ist hier falsch. Dafür gibt es den SG-Ready-Weg über potentialfreie Kontakte, der lokal und ohne Cloud arbeitet. Dazu steht alles im Artikel über Wärmepumpe und SG Ready in Home Assistant.Die sinnvolle Arbeitsteilung sieht also so aus: myPyllant für Sichtbarkeit, Auswertung, Verbrauchsdaten und gelegentliche Sollwertänderungen. SG Ready oder Modbus für alles, was schnell und zuverlässig sein muss.