!Wärmepumpe Außeneinheit

Wer eine Wärmepumpe hat und Home Assistant betreibt, kommt irgendwann auf dieselbe Idee: die beiden Dinge zusammenbringen. PV-Überschuss automatisch ins Warmwasser. Günstigen Börsenstrom ausnutzen. Sperrzeiten vorab abfangen.

Die Schnittstellen dafür heißen SG Ready und Modbus. Klingen technisch, sind es auch. Wer sich ein paar Stunden in Foren liest, merkt aber schnell: Das eigentliche Problem sitzt nicht im Protokoll. Es sitzt in der Frage, was der Hersteller aus dem Signal macht.

Was SG Ready wirklich bedeutet

SG Ready ist ein Label, das der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) seit 2012 vergibt. Die Idee ist simpel: Zwei potentialfreie Relaiskontakte (K1 und K2) steuern die Wärmepumpe aus vier definierten Betriebszuständen an. Potentialfrei bedeutet, dass das steuernde System keinen Strom liefert, sondern nur einen Kontakt öffnet oder schließt, ähnlich einem einfachen Schalter.

Die vier Zustände entstehen durch die Kombination aus K1 und K2:

K1K2ZustandWirkung
0 (offen)0 (offen)1: NormalbetriebWärmepumpe läuft nach eigener Regelung
1 (geschlossen)0 (offen)2: EVU-SperreNetzbetreiber sperrt, max. 2 Stunden
0 (offen)1 (geschlossen)3: Verstärkter BetriebErhöhte Vorlauftemperatur, mehr Warmwasser
1 (geschlossen)1 (geschlossen)4: EinschaltbefehlWärmepumpe startet aktiv, volle Leistung
Zustand 1 ist der Ruhezustand, keiner der Kontakte ist aktiv. Zustand 2 war historisch für den Netzbetreiber gedacht, der per Rundsteuerempfänger Lasten abschalten konnte. Zustände 3 und 4 sind die interessanten für PV-Überschusssteuerung: Sie sagen der Wärmepumpe, dass Strom günstig oder reichlich vorhanden ist.

Wer das in Home Assistant umsetzen will, braucht zwei schaltbare Ausgänge zwischen HA und der Wärmepumpe. Beliebt sind Shelly-Relais (Shelly 1, Shelly Plus 1) oder ein ESP32 mit ESPHome. Die Relais schalten die beiden Kontakte an der Wärmepumpe, HA steuert die Relais über deren native Integrationen. Keine proprietäre Schnittstelle, keine Cloud, kein Hersteller-Login. Das funktioniert zuverlässig, weil es technisch trivial ist.

Wo SG Ready seine Grenzen zeigt

Die Frustration mit SG Ready taucht in Foren regelmäßig auf. Das Signal sagt der Wärmepumpe "erhöhter Betrieb", aber nicht wie viel erhöht, wie lange, und unter welchen Bedingungen. Die SG-Ready-Spezifikation schreibt das nicht vor. Was die Wärmepumpe mit Zustand 3 oder 4 anstellt, liegt beim Hersteller.

In einer Diskussion auf Wärmepumpenforum.com formuliert ein Nutzer das treffend: SG Ready reduziert die Steuerung auf vier Bits, und was die Wärmepumpe daraus macht, ist eine Blackbox. Bei manchen Herstellern hebt Zustand 3 die Warmwassertemperatur um fünf Kelvin an. Bei anderen startet die Pumpe sofort eine Vollladung, egal ob der Speicher schon warm ist.

Dazu kommt: SG Ready ist eine Einbahnstraße. HA schickt ein Signal, bekommt aber keine Rückmeldung, ob die Wärmepumpe gestartet hat oder überhaupt reagiert. Wer sinnvolle Automatisierungen bauen will, braucht deshalb mindestens einen Shelly-Stecker oder Stromzähler an der Wärmepumpe, um die tatsächliche Leistungsaufnahme zu messen.

Noch ein Punkt, der oft vergessen wird: Zustand 4 (aktiver Einschaltbefehl) muss die Wärmepumpe auch implementiert haben. Ältere Geräte mit SG-Ready-Label unterstützen teils nur Zustand 3. Ein Blick ins Installationshandbuch lohnt sich, bevor man die Automatisierung plant.

Modbus TCP: mehr Kontrolle, mehr Aufwand

Wer mehr als vier Betriebszustände will, Sensorwerte auslesen oder die Vorlauftemperatur direkt setzen möchte, braucht Modbus. Das Protokoll stammt aus der Industrieautomatisierung, ist in der Wärmepumpenbranche seit Jahren verbreitet und wird von den meisten aktuellen Geräten unterstützt.

Modbus TCP ist dabei die netzwerkbasierte Variante: Die Wärmepumpe oder ihr Gateway bekommt eine IP-Adresse im Heimnetz, HA spricht darüber mit dem Modbus-Register-Satz des Herstellers. Modbus RTU ist die serielle Variante über RS485, die für ältere Geräte ohne Netzwerkschnittstelle relevant ist und einen RS485-zu-USB-Konverter oder einen ESP32 als Brücke erfordert.

Stiebel Eltron: Die ausgefeilteste offizielle Integration

Stiebel Eltron bietet mit dem ISG (Internet Service Gateway) eine Netzwerkschnittstelle, die Modbus TCP unterstützt. Home Assistant hat eine offizielle Integration, die Grundfunktionen abdeckt: Heizbetrieb, Warmwassermodus, Solltemperaturen, einige Sensoren.

Wer mehr will, greift zur HACS-Komponente stiebel_eltron_isg_component von GitHub-Nutzer pail23, die deutlich mehr Register abdeckt. Unterstützte Regler sind WPM 3, WPM 3i, WPMsystem, LWZ-Serien und LWZ R290. Die Komponente liest unter anderem Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur, Verdichterfrequenz, Energiewerte und den SG-Ready-Eingangsstatus aus.

Eine Warnung zur Firmware: Die Kombination aus ISG und EMI-Extension (Energiemesseinheit) funktioniert erst ab ISG-Firmware v12.1.2 korrekt, da ältere Versionen Modbus und die EMI nicht gleichzeitig betreiben können. Wer auf einem älteren Firmware-Stand ist und sich über seltsam fehlende Entitäten wundert, sollte dort zuerst schauen.

Konfigurationsgrundlage in configuration.yaml für die HACS-Komponente:

# Stiebel Eltron ISG (HACS-Komponente)
# ISG muss im Netz erreichbar sein, DHCP-Reservierung empfohlen
stiebel_eltron_isg:
  host: 192.168.1.50
  port: 502

Die Integration trägt danach Entitäten wie sensor.actual_temperature_fek, sensor.actual_temperature_hk1, climate.heating und bei R290-Geräten auch Kältemitteldrücke ein.

Vaillant: Cloud-Integration mit Tücken

Vaillant-Wärmepumpen (aroTHERM-Serie) lassen sich über die HACS-Komponente mypyllant-component von Signalkraft einbinden. Die Komponente nutzt die myVAILLANT-API, also Vaillants Cloud. Das Einrichten ist einfach: App-Zugangsdaten eingeben, fertig.

Die Cloud-Abhängigkeit ist gleichzeitig die größte Schwäche. Vaillant dokumentiert seine API-Kontingente nicht öffentlich. Was in der Praxis bedeutet: Bei zu häufigen Abfragen erscheint "Quota Exceeded", und die Verbindung fällt aus. Die Komponenten-Dokumentation empfiehlt deshalb Polling-Intervalle von mindestens 1800 Sekunden, also 30 Minuten. Das ist für Echtzeit-Automatisierungen ungeeignet.

Dazu kommt, dass Energiedaten aus der Vaillant-API mit erheblicher Verzögerung ankommen: stündliche Werte, die erst einige Zeit nach vollen Stunden übertragen werden. Für PV-Überschusssteuerung, die auf aktuelle Leistungsdaten reagieren soll, ist das der falsche Weg.

Eine lokale Modbus-Schnittstelle bietet Vaillant für die aroTHERM-Serie nicht ohne Weiteres an. Wer lokale Kontrolle will, ist auf Drittlösungen oder Erweiterungsboards angewiesen, die am Gerät intern ansetzen.

Viessmann: API-Grenzwerte und ein Ende im Oktober 2025

Die Viessmann ViCare Integration in Home Assistant läuft ebenfalls über eine Cloud-API. Die Limits sind scharf definiert: 120 Aufrufe pro 10 Minuten und 1.450 pro 24 Stunden im kostenlosen Tier. Bei Überschreitung folgt eine 24-stündige Blockade.

Das klingt großzügig, ist es aber nicht. Die Integration pollt standardmäßig alle 60 Sekunden, was bei einem einzelnen Gerät rund 1.440 Abfragen pro Tag ergibt. Wer zusätzlich die ViCare-App nutzt oder gelegentlich Temperaturen über HA setzt, überschreitet das Limit.

Im November 2025 meldete Nutzer emoins in GitHub Issue #155585, dass die offizielle ViCare-Integration seit dem 31. Oktober 2025 mittags komplett ausgefallen war. Betroffene Version: core-2025.10.4. Das Issue wurde dem Maintainer CFenner zugewiesen. Ursache war eine API-Endpunkt-Abschaltung von Viessmann, die Viessmann im Vorfeld für April 2025 angekündigt hatte, aber nicht alle Komponenten trafen die Umstellung sauber.

Ein früheres Problem, dokumentiert in Issue #108175 von Januar 2024: Nutzer Friedi1970 bekam die Fehlermeldung "API rate limit development portal daily limit exceeded. Max 1450 calls in timewindow. Limit reset at 2024-01-17T00:00:03." beim Versuch, die Warmwassertemperatur zu setzen.

Wer auf lokale Kontrolle angewiesen ist: Viessmann bietet für manche Vitocal-Modelle eine Modbus-Schnittstelle über das Vitoconnect-Gateway an. Die offizielle Integration nutzt sie nicht, aber die Home-Assistant-Community hat Modbus-Konfigurationen dokumentiert.

Nibe: Offiziell und lokal

Nibe-Wärmepumpen haben eine offizielle Home-Assistant-Integration seit Version 2022.10. Neuere S-Series-Modelle (S1155, S1255, S1156, S1256, S2125) bringen einen eingebauten Modbus-TCP-Server mit. Ältere F-Series-Geräte brauchen das MODBUS40-Zubehör und kommunizieren über RS485.

Für F-Series-Pumpen ohne direkte Netzwerkschnittstelle gibt es einen alternativen Weg: Das System emuliert das MODBUS40-Zubehör über einen ESP32 oder Raspberry Pi mit RS485-Hat. Die HA-Dokumentation nennt diesen Weg "UDP Gateway (NibeGw)" und beschreibt ihn als gut unterstützt. RCU-Verbindungen über seriellen Adapter sind seit HA 2022.10 möglich, aber als "untested" markiert.

Im Dezember 2025 ergänzte Nibe in Firmware 4.7.5 neue Modbus-Register für externe Leistungsbegrenzung (Register 6007 und 6008). Das ist für § 14a EnWG relevant, dazu gleich mehr.

Bosch/Buderus und Daikin

Für Bosch/Buderus-Geräte gibt es keine offizielle Home-Assistant-Integration. Die Community setzt auf den Weg über evcc mit SG-Ready-Relais oder auf inoffizielle Modbus-Konfigurationen. Die Bosch-eigene Dokumentation für Modbus ist nicht öffentlich zugänglich, was Community-Projekte erschwert.

Daikin bietet mit der Daikin-Cloud-Integration einen Cloud-basierten Weg, ähnlich den Problemen bei Vaillant und Viessmann. Eine lokale Schnittstelle ist bei Altima- und Emura-Modellen über serielle Adapter möglich, aber aufwendig einzurichten und nicht offiziell unterstützt.

Was man sinnvoll automatisiert

PV-Überschuss ins Warmwasser

Das ist der häufigste Anwendungsfall und auch der überzeugendste. Die Logik: Wenn die PV-Anlage mehr erzeugt als der Haushalt verbraucht, wird der Überschuss ins Warmwasser verschoben, statt ihn für wenig Geld ins Netz zu verkaufen.

Mit SG-Ready-Relais in HA sieht eine einfache Automatisierung so aus:

automation:
  - alias: "WP SG Ready Modus 3 bei PV-Überschuss"
    trigger:
      - platform: numeric_state
        entity_id: sensor.pv_ueberschuss_watt
        above: 1500
        for:
          minutes: 10
    condition:
      - condition: numeric_state
        entity_id: sensor.warmwasser_temperatur
        below: 55
    action:
      - service: switch.turn_on
        target:
          entity_id: switch.wp_sg_ready_k2  # K2 = Zustand 3
    mode: single

  - alias: "WP SG Ready zurueck auf Normal bei niedrigem PV"
    trigger:
      - platform: numeric_state
        entity_id: sensor.pv_ueberschuss_watt
        below: 500
        for:
          minutes: 5
    action:
      - service: switch.turn_off
        target:
          entity_id: switch.wp_sg_ready_k2
    mode: single

Die 10-Minuten-Verzögerung beim Aktivieren verhindert, dass die Wärmepumpe bei kurzen Bewölkungsdurchgängen ständig schaltet (Takten). Die Temperaturbedingung stellt sicher, dass kein Warmwasser auf 60 Grad geheizt wird, wenn der Speicher sowieso schon warm ist.

Wer evcc nutzt, kann die Wärmepumpe dort direkt als steuerbaren Verbraucher einbinden. evcc kennt dann den aktuellen PV-Überschuss und schaltet das SG-Ready-Signal entsprechend. In einer langen Diskussion auf GitHub (evcc-io/evcc Discussion #21276) beschreibt Nutzer KlausiD ein konkretes Problem dabei: Das Relais schaltete abends nicht rechtzeitig ab, weil evcc den Batteriestand in der Logik nicht ausreichend berücksichtigte. Er schlägt eine differenziertere Schaltlogik vor, die unterscheidet, ob die Wärmepumpe gerade läuft oder nicht, und die separate Schwellen für Aktivierung und Deaktivierung kennt.

Sperrzeiten des Netzbetreibers abfangen

Mit § 14a EnWG (in Kraft seit 1. Januar 2024) darf der Netzbetreiber neue Wärmepumpen über 4,2 kW Netzanschlussleistung zeitweise auf genau diese 4,2 kW begrenzen, wenn das Netz überlastet ist. Das passiert über einen Steuerkasten, den der Netzbetreiber einbaut, oder über ein Smart Meter Gateway.

Wer weiß, wann diese Sperrzeiten kommen, kann vorher laden: Warmwasserspeicher vorab auf höhere Temperatur bringen, Heizung vorheizen. Das ist mit einer Automation machbar, wenn der Netzbetreiber die Sperrzeitfenster kommuniziert, was nicht alle tun.

Die Bundesnetzagentur hat drei Netzentgelt-Module definiert. Modul 1 bringt eine pauschale Jahresersparnis von 110 bis 190 Euro, je nach Netzgebiet, ohne dass sich am Betrieb etwas ändert. Modul 2 gibt 40 Prozent Rabatt auf den Arbeitspreis, aber nur bei separatem Zähler für die Wärmepumpe. Modul 3 läuft seit April 2025 mit zeitvariablen Tarifen, die in Schwachlastzeiten günstiger sind.

Für Bestandsanlagen, die vor 2024 installiert wurden, gilt Bestandsschutz. Der Wechsel in die neue Systematik ist freiwillig bis Ende 2028, dann verpflichtend. Das bedeutet: Wer jetzt eine alte Anlage hat und nicht wechselt, verliert ab 2028 die Wahl.

Dynamische Stromtarife ausnutzen

Tibber und aWATTar liefern stündlich wechselnde Börsenstrompreise direkt in Home Assistant. Die Tibber-Integration ist im Core enthalten, aWATTar-Daten kommen über HACS-Komponenten.

Eine typische Strategie für Wärmepumpen mit Modbus-Zugriff: In den günstigsten Stunden des nächsten Tages (die Preise liegen abends vor) die Vorlauftemperatur leicht anheben, sodass das Gebäude und der Speicher thermische Masse aufnehmen. In teuren Stunden läuft die Wärmepumpe im reinen Minimalbetrieb oder pausiert ganz, wenn der Speicher ausreicht.

Mit SG Ready geht das nur grob: Zustand 3 oder 4 aktivieren, wenn der Preis unter einem Schwellwert liegt. Mit Modbus-Zugriff lässt sich die Vorlauftemperatur direkt setzen, was feingranularere Steuerung erlaubt.

# Beispiel: Tibber-basierte Wärmepumpensteuerung (SG Ready)
automation:
  - alias: "WP Betrieb bei guenstigem Tibber-Preis"
    trigger:
      - platform: numeric_state
        entity_id: sensor.tibber_strompreis_aktuell
        below: 0.18  # Cent-Schwelle anpassen
    action:
      - service: switch.turn_on
        target:
          entity_id: switch.wp_sg_ready_k2
    mode: single

  - alias: "WP Betrieb bei teurem Tibber-Preis"
    trigger:
      - platform: numeric_state
        entity_id: sensor.tibber_strompreis_aktuell
        above: 0.30
    action:
      - service: switch.turn_off
        target:
          entity_id: switch.wp_sg_ready_k2
    mode: single

Vorlauftemperatur nachführen

Eine unterschätzte Möglichkeit bei Modbus-Zugriff: Die Vorlauftemperatur witterungsgeführt optimieren, unabhängig von der eingebauten Heizkurve der Wärmepumpe. Home Assistant kennt über die Met.no-Integration oder den OpenWeatherMap-Service die Außentemperatur. Eine Automation kann daraus eine angepasste Vorlauftemperatur berechnen und setzen, die sparsamer ist als die Werkseinstellung.

Klingt machbar, ist aber fehleranfällig. Wer die Heizkurve falsch kalibriert, heizt entweder zu viel oder die Räume werden nachts nicht warm. Ausgangspunkt sollte immer die bestehende Heizkurve vom Heizungsbauer sein, die auf das Gebäude abgestimmt wurde.

Garantie, Aufwand und wann es sich nicht lohnt

SG-Ready-Kontakte sind für externe Steuerung vorgesehen. Das Anschließen eines Relais an K1 und K2 berührt die Garantie grundsätzlich nicht, solange die spezifizierten Grenzwerte für die Kontakte eingehalten werden. Die stehen im Installationshandbuch und sind typisch im Bereich 230V/5A.

Bei Modbus wird es komplizierter. Die meisten Hersteller stellen Register-Listen bereit oder tolerieren deren Nutzung. Wer aber Sollwerte außerhalb der spezifizierten Betriebsgrenzen schreibt, die maximale Vorlauftemperatur überschreibt oder Sicherheitsverriegelungen umgeht, riskiert Geräteschäden und verliert Garantieansprüche. Besonders heikel ist alles, was das Kältemittelkreislauf-Management betrifft.

Außerdem: Hersteller können die Modbus-Register-Belegung per Firmware-Update ändern, ohne Vorwarnung. Wer eine laufende Automatisierung auf bestimmte Register aufgebaut hat, sollte Updates nicht blind einspielen lassen.

Zur Wirtschaftlichkeit. Wer mit SG-Ready-Relais 500 kWh Warmwasserheizung jährlich auf PV-Eigenverbrauch umstellt, spart bei 30 Cent Netzbezug minus 8 Cent Einspeisevergütung rund 110 Euro im Jahr. Hardware: 30 bis 50 Euro, Einrichtungszeit ein Wochenende. Das amortisiert sich schnell.

Eine vollständige Modbus-Integration mit dynamischer Vorlauftemperatur und Tibber-Preisen kostet leicht 20 bis 40 Stunden Einrichtungs- und Testzeit, plus laufenden Wartungsaufwand bei HA-Updates und Herstellerfirmware-Änderungen. Bei einer Anlage, die gut einreguliert ist und sowieso effizient läuft, ist der zusätzliche Spareffekt kleiner als man hofft.

Wer nicht weiß, wo er anfangen soll: erst SG Ready mit zwei Shelly-Relais. Das gibt den größten Teil des Mehrwerts für den kleinsten Aufwand. Modbus lohnt sich, wenn man ohnehin tiefer einsteigen will, zum Beispiel für Monitoring, Fehlerdiagnose oder wirklich individuelle Heizstrategien.

Welcher Weg für welchen Hersteller

HerstellerLokale SchnittstelleHA-IntegrationAufwand
Stiebel Eltron (mit ISG)Modbus TCPOffiziell + HACS-ErweiterungMittel
Nibe S-SeriesModbus TCP eingebautOffiziellGering
Nibe F-SeriesRS485 (MODBUS40 nötig)OffiziellHoch
Vaillant aroTHERMNur Cloud (myVAILLANT API)HACS (mypyllant)Gering, aber Cloud-abhängig
Viessmann VitocalCloud (ViCare API)OffiziellGering, API-Limits beachten
Bosch/BuderusKein lokaler StandardNur SG Ready + evccGering (SG Ready)
DaikinCloud oder serielle AdapterHACS (inoffiziell)Hoch
Für alle Geräte gilt als Fallback: SG-Ready-Relais (Shelly 1 oder ESP32 mit ESPHome) bleibt immer eine Option, unabhängig von Hersteller-Schnittstellen.
Quellen: