Martin Köhler aus Kassel hat im März 2026 zwölf günstige Tuya-WLAN-Steckdosen der Marke Gosund SP1-C für insgesamt 48 Euro bei Amazon gekauft. Die Steckdosen funktionieren, der Schaltvorgang via Smart-Life-App läuft schnell, und die Energiemessung zeigt vernünftige Werte. Drei Wochen später bemerkt er beim Blick in seine Fritzbox, dass jede dieser Steckdosen mehrmals pro Minute Verbindungen zu chinesischen Servern aufbaut, auch nachts um drei, auch wenn niemand die App bedient. Der Datenverkehr geht an IP-Adressen in Peking und Shenzhen. Das Watt-Verbrauch seines Kühlschranks, die Einschalt- und Ausschaltzeiten seiner Schreibtischlampe und die Aktivitätsmuster in seiner Wohnung landen auf Servern, über die er keine Kontrolle hat. Martin will das nicht mehr.
Was Martin in den folgenden zwei Wochen herausfindet, ist der Inhalt dieses Artikels. Tuya-Geräte lassen sich vollständig lokal in Home Assistant einbinden, ohne dass ein einziges Byte an chinesische Server geht. Das Problem: Die meisten Anleitungen, die Google als erstes anzeigt, beschreiben den Stand von 2022 oder 2023. Im Jahr 2026 hat sich an zwei entscheidenden Stellen etwas geändert, und wer einer veralteten Anleitung folgt, steht nach einer Stunde Arbeit vor einem Gerät, das im LocalTuya-Dialog einfach nicht reagiert. Dieser Artikel beschreibt den Stand August 2026.
Was der Local Key ist und warum er existiert
Jedes Tuya-WLAN-Gerät hat zwei Identifikatoren, die für die lokale Kommunikation entscheidend sind. Die erste ist die Device ID, eine 20-stellige alphanumerische Zeichenkette, die das Gerät eindeutig identifiziert. Die zweite ist der Local Key, ein 16 Zeichen langer AES-128-Schlüssel, mit dem die Kommunikation zwischen Gerät und Netzwerk verschlüsselt wird.
Beide Werte werden beim ersten Einrichtungsvorgang in der Smart-Life-App generiert und vom Tuya-Cloud-Server gespeichert. Der Nutzer sieht sie normalerweise nie. Das Gerät spricht nicht mit dem eigenen Netzwerk in Klartext, sondern verschlüsselt alle Datenpakete mit diesem Schlüssel. Wer das Gerät lokal ohne Cloud ansprechen will, braucht diesen Schlüssel. Er ist nicht auf dem Gerät selbst ablesbar, nicht in der App sichtbar, und er steht auch nicht auf der Verpackung. Die einzige offizielle Methode, ihn auszulesen, führt über die Tuya IoT Developer Platform, ein Entwicklerportal, das Tuya eigentlich für Hersteller und App-Entwickler gebaut hat, das aber für private Nutzer kostenlos zugänglich ist.
Eine wichtige Einschränkung vorab: Der Local Key kann sich ändern. Das passiert in drei Situationen: wenn das Gerät zurückgesetzt und neu gepaart wird, wenn Tuya über ein Firmware-Update den Schlüssel rotiert, und wenn das Gerät aus der Smart-Life-App gelöscht und neu hinzugefügt wird. In der Praxis passiert das selten, aber es passiert. Wer das weiß, kann gezielt damit umgehen. Wer es nicht weiß, sitzt nach einem unerwarteten Firmware-Update vor toten Entitäten in Home Assistant und sucht stundenlang nach einem Fehler, den es auf Konfigurationsebene nicht gibt.
Tuya IoT Platform einrichten: Schritt für Schritt
Der erste Schritt ist die Registrierung auf iot.tuya.com. Das ist nicht derselbe Account wie der normale Smart-Life-Login. Tuya trennt Consumer-Accounts und Developer-Accounts konsequent. Wer versucht, sich mit den Zugangsdaten der Smart-Life-App einzuloggen, scheitert. Die Registrierung selbst dauert fünf Minuten, erfordert eine E-Mail-Adresse, und ist für private Nutzung kostenlos. Tuya bietet eine 30-tägige Testphase für Cloud-APIs an, die sich danach kostenlos verlängern lässt. Den Link dafür findet man in der Projektübersicht unter API-Services.
Nach der Registrierung geht es zu Cloud, dann zu Development, dann zu Create Cloud Project. Hier sind vier Felder auszufüllen:
Projektname ist frei wählbar, zum Beispiel "homeassistant-local". Industrie ist "Smart Home". Development Method ist ebenfalls "Smart Home". Das wichtigste Feld ist das Data Center, also das Rechenzentrum. Für Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist "Central Europe Data Center" die richtige Wahl. Wer hier die falsche Region wählt, erhält später beim API-Aufruf Fehler 2406 ("skill id invalid") und wundert sich, warum die Geräte nicht erscheinen.
Nach dem Anlegen des Projekts öffnet sich ein Configuration Wizard. Drei API-Services müssen aktiviert sein: Industry Basic Service, Smart Home Basic Service und Device Status Notification. Ohne alle drei fehlen später entweder die Gerätedaten oder die Echtzeitstatus-Abfragen.
Im nächsten Schritt werden die physischen Geräte mit dem Developer-Account verknüpft. Unter Devices, dann Link App Account, dann Add App Account erscheint ein QR-Code. Diesen QR-Code scannt man in der Smart-Life-App unter dem Menüpunkt "Me", nicht in der Hauptübersicht. Nach dem Scan und einer kurzen Bestätigung erscheinen alle Geräte des Consumer-Accounts unter All Devices. Wenn die Liste leer bleibt, war entweder die Region beim Projekt falsch oder der QR-Code ist abgelaufen. In letzterem Fall einfach die Seite neu laden und einen neuen Code generieren.
Local Key auslesen: Die zwei Methoden
Mit dem verknüpften Account gibt es zwei Wege zum Local Key.
Der erste und bequemste Weg führt über den API Explorer in der Tuya IoT Platform. Unter Cloud, dann API Explorer, dann Device Management, dann Query Device Details in Bulk gibt man die Device IDs der Geräte kommasepariert ein und klickt auf Submit Request. In der JSON-Antwort rechts findet sich für jedes Gerät ein Feld "local_key" mit dem 16-stelligen Schlüssel. Diese Methode erfordert keinerlei Software-Installation und funktioniert im Browser.
Der zweite Weg ist das Python-Tool TinyTuya von Jason Cox auf GitHub. Wer Python installiert hat, führt nach einem pip install tinytuya den Befehl python -m tinytuya wizard aus. Der Wizard fragt interaktiv nach der API-ID (die Client ID aus der Projektübersicht), dem API-Secret (der Client Secret), der Region (für Europa "eu") und der User ID, die man unter Devices, dann Link Tuya App Account findet. Am Ende erzeugt der Wizard eine Datei devices.json mit allen Geräte-IDs, Local Keys und Gerätedaten in einer einzigen Abfrage. Für Nutzer mit vielen Tuya-Geräten spart diese Methode deutlich Zeit, weil alle Keys auf einmal erscheinen, statt Gerät für Gerät.
Für Martin mit seinen zwölf Steckdosen war der TinyTuya-Weg die schnellere Lösung. In drei Minuten hatte er alle 24 Werte (12 Device IDs, 12 Local Keys) in einer JSON-Datei.
Das Protokoll-3.5-Problem: Warum viele Anleitungen 2024 auf einmal nicht mehr funktionieren
Hier ist der Punkt, an dem viele Nutzer 2026 scheitern, wenn sie einer alten Anleitung folgen.
Tuya hat ab Mitte 2024 begonnen, neue Geräte mit Protokoll 3.5 auszuliefern. Protokoll 3.5 ist nicht rückwärtskompatibel mit 3.4 und älter. Es nutzt eine veränderte Session-Key-Aushandlung beim Verbindungsaufbau. Die Konsequenz: Das bekannteste LocalTuya-Repository von rospogrigio auf GitHub unterstützt Protokoll 3.5 bis heute nicht vollständig. Wer ein Gerät mit Protokoll 3.5 hat und das rospogrigio-Repository installiert, sieht im Home-Assistant-Log Verbindungsabbrüche bei der Session-Key-Verhandlung. Das Gerät reagiert nicht. Die Entitäten bleiben "unavailable".
Wie erkennt man, ob ein Gerät Protokoll 3.5 nutzt? Die Smart-Life-App zeigt das nicht. Der Firmware-Stand allein sagt es auch nicht. Das zuverlässigste Erkennungszeichen ist ein Verbindungsversuch mit TinyTuya, das beim Fehlschlag mit Protokoll 3.4 explizit meldet, dass die Session-Key-Verhandlung abgebrochen wurde. Geräte aus Generationen vor 2024 nutzen fast immer 3.3 oder 3.4. Neue Tuya-Zigbee-Geräte sind von diesem Problem nicht betroffen, weil sie kein lokales WLAN-Protokoll nutzen, sondern über Zigbee2MQTT oder ZHA angesprochen werden.
Die drei Integrationswege im Vergleich
Im August 2026 gibt es drei Integrationswege für Tuya-WLAN-Geräte in Home Assistant, die aktiv gepflegt werden. Die Wahl hängt hauptsächlich davon ab, ob das eigene Gerät Protokoll 3.5 nutzt, und davon, wie viel manuelle Konfiguration akzeptabel ist.
LocalTuya (xZetsubou/hass-localtuya) ist der empfohlene Fork des Original-rospogrigio-Repositories für Nutzer, die bei LocalTuya bleiben wollen. Das Original-Repository von rospogrigio stagniert seit Ende 2025. Der Fork von xZetsubou ist über 500 Commits voraus und hat Protokoll-3.5-Unterstützung aus einem anderen Projekt (hass-localtuya) nachgerüstet. Die Installation läuft über HACS, indem man unter benutzerdefinierten Repositories die URL https://github.com/xZetsubou/hass-localtuya einträgt. Der Vorteil: Wer die manuelle DP-Konfiguration kennt und gewohnt ist, findet hier die vertraute Oberfläche. Der Nachteil: Alle Data Points müssen weiterhin von Hand zugeordnet werden, was für unbekannte Geräte zeitaufwendig sein kann. tuya-local (make-all/tuya-local) verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz. Statt manueller DP-Zuordnung pflegt das Projekt einen Gerätekatalog mit über 1.000 vordefinierten Geräteprofilen. Beim Hinzufügen eines Geräts wählt man aus einer gefilterten Liste das passende Profil aus. Das spart erheblich Zeit. Mit Stand August 2026 werden Protokolle 3.1 bis 3.5 unterstützt, einschließlich der Option "auto" für automatische Erkennung. Das Repository auf GitHub zählt rund 3.400 Sterne und 1.500 Forks, was es zur aktivsten Entwicklergemeinde der drei Optionen macht. Der Release-Rhythmus liegt bei mehreren Versionen pro Monat, zuletzt Version 2026.7.2 vom 18. Juli 2026. Für Standardgeräte wie WLAN-Steckdosen, smarte Lampen und einfache Schalter ist tuya-local die empfohlene Wahl für Neulinge. Tuya (offizielle HA-Integration) wird oft als Option genannt, aber sie ist komplett Cloud-abhängig und gehört damit nicht in eine Anleitung zur lokalen Steuerung. Die offizielle Integration in Home Assistant kommuniziert immer über die Tuya-Cloud. Sie ist für Nutzer, denen Datenschutz egal ist und die lediglich eine einfache Einrichtung ohne Developer-Account wollen.Für Martins Gosund SP1-C-Steckdosen, alle ältere Modelle mit Protokoll 3.3, war das xZetsubou-LocalTuya-Repository die richtige Wahl. Er kannte die DP-Konfiguration von früheren Tuya-Geräten und wollte die granulare Kontrolle über die einzelnen Data Points behalten.
LocalTuya einrichten: Die konkrete Konfiguration
Die Installation über HACS folgt dem üblichen Weg: In HACS die benutzerdefinierten Repositories öffnen, die Repository-URL eintragen, Kategorie Integration wählen, installieren, HA neu starten.
Nach dem Neustart erscheint LocalTuya unter Einstellungen, dann Geräte und Dienste, dann Integration hinzufügen. Die Konfiguration fragt zunächst, ob ein Cloud-API-Account eingerichtet werden soll. Wer die Zugangsdaten aus der Tuya IoT Platform hat, sollte das tun. Dann kann LocalTuya die Local Keys bei Bedarf automatisch aktualisieren, zum Beispiel nach einem Firmware-Update. Wer keinen Developer-Account einrichten will, wählt "Do not configure a Cloud API account" und gibt die Keys von Hand ein.
Beim Hinzufügen eines Geräts braucht man vier Werte: den benutzerdefinierten Namen für das Gerät, die IP-Adresse im lokalen Netzwerk, die Device ID und den Local Key. Die IP-Adresse des Geräts findet man in der Fritzbox-Oberfläche oder per Netzwerk-Scanner wie Fing. Wichtig ist, dem Gerät eine statische IP-Adresse zuzuweisen, entweder über DHCP-Reservierung im Router oder direkt in der Integration. Ohne feste IP kann sich die Adresse nach einem Router-Neustart ändern und das Gerät in Home Assistant taucht als "unavailable" auf.
Der aufwendigste Teil ist die DP-Zuordnung. DPs sind Data Points, die numerisch adressierten Datenpunkte des Tuya-Protokolls. DP 1 ist bei den meisten Gosund-Steckdosen der Schaltzustand (boolean: true/false). DP 18 ist die Leistungsaufnahme in Watt multipliziert mit 10 (also 543 bedeutet 54,3 Watt). DP 19 ist der Strom in Milliampere, DP 20 die Spannung in Dezivolt.
Die DP-Nummern sind nicht standardisiert. Eine Gosund SP1-C kann bei DP 1 den Schalter haben, während eine Teckin SP22-Steckdose den Schalter auf DP 1 hat, aber die Energiewerte auf anderen Nummern. Die zuverlässigste Methode, die richtigen DPs zu finden, ist das Debugging-Tool in LocalTuya. Unter dem Geräteprofil gibt es die Option "Enable debugging for this device". HA schreibt dann alle eingehenden Datenpakete ins Log. Wer in der App die Steckdose ein- und ausschaltet und dabei das Log beobachtet, sieht, welches DP sich ändert. Das ist die DP-Nummer für den Schaltzustand.
Tuya-local einrichten: Der einfachere Weg für Standardgeräte
Wer tuya-local über HACS installiert, findet nach dem Neustart unter Einstellungen, dann Geräte und Dienste die Tuya Local Integration. Das Hinzufügen eines Geräts braucht dieselben vier Basiswerte: IP-Adresse, Device ID, Local Key, und zusätzlich die Protokollversion. Bei unbekannter Version ist "auto" eine valide Wahl.
Im dritten Schritt präsentiert tuya-local eine gefilterte Liste von Geräteprofilen. Für eine Gosund-Steckdose mit Energiemessung sucht man nach "power monitoring plug" oder "energy monitoring switch". Das passende Profil wird ausgewählt, und die Integration legt automatisch alle relevanten Entitäten an: Schalter, Leistung, Spannung, Strom, Tagesverbrauch. Keine manuelle DP-Zuordnung, keine Log-Analyse.
Der einzige Nachteil zeigt sich bei exotischen oder sehr neuen Geräten, die noch kein Profil im Katalog haben. In diesem Fall kann man entweder ein ähnliches Profil anpassen oder zum xZetsubou-LocalTuya-Fork wechseln, der manuelle Konfiguration erlaubt.
Was passiert, wenn der Local Key sich ändert
Dieser Fall ist der häufigste Grund, warum Tuya-Geräte in Home Assistant plötzlich aufhören zu funktionieren, ohne dass der Nutzer etwas geändert hat.
Tuya-Firmware-Updates sind automatisch und laufen im Hintergrund ab, wenn das Gerät mit der Smart-Life-App verbunden ist. Manchmal rotiert Tuya dabei den Local Key. Das Gerät hat dann einen neuen Schlüssel, HA kennt noch den alten, die Verbindung schlägt fehl, und alle Entitäten zeigen "unavailable".
In allen drei Fällen läuft der Fix gleich: Local Key neu auslesen (entweder über den API Explorer oder TinyTuya wizard), den neuen Key in der Integration eintragen unter Einstellungen, dann Geräte und Dienste, dann LocalTuya oder tuya-local, dann das Gerät bearbeiten. Mit Cloud-API-Konfiguration in LocalTuya kann dieser Schritt automatisch passieren: Die Integration prüft beim Start, ob der gespeicherte Key noch gültig ist, und aktualisiert ihn bei Bedarf.
Wer verhindern will, dass Firmware-Updates überhaupt stattfinden, kann den Geräten die Verbindung zum Internet ganz sperren. Das geht in der Fritzbox unter Heimnetz, dann Netzwerk, dann das Gerät, dann Internetzugang sperren. Ohne Internetzugang können keine Firmware-Updates eingespielt werden, kein Local Key rotiert, und die lokale Verbindung zu HA bleibt stabil. Der Nachteil: Sicherheitsupdates von Tuya kommen dann ebenfalls nicht mehr an. Bei einer Steckdose, die nur intern gesteuert wird und keine sicherheitskritische Funktion hat, ist das für die meisten Nutzer ein akzeptabler Kompromiss.
Zigbee statt WLAN: Wann der Wechsel sinnvoll ist
Diese Frage stellt sich nach ein paar Wochen mit LocalTuya fast von selbst.
Tuya produziert nicht nur WLAN-Geräte, sondern auch Zigbee-Varianten derselben Produktgruppen. Die Nous A6Z, eine IP44-Außensteckdose mit 16A, gibt es in der Tuya-Zigbee-Variante für rund 15 Euro. Sie wird nicht über WLAN angebunden, sondern über ein Zigbee-Koordinatorstick (SkyConnect, SLZB-06 oder ähnliche) direkt in Home Assistant integriert, ohne Local Key, ohne Tuya-Cloud, ohne Developer-Account, ohne DP-Mapping. Zigbee2MQTT oder ZHA erkennt das Gerät automatisch und legt Entitäten an.
Wer heute neu einkauft und nicht an vorhandene WLAN-Geräte gebunden ist: Zigbee-Variante kaufen, wenn verfügbar. Kein Local Key, kein Developer-Account, kein DP-Mapping, keine Key-Rotation nach Firmware-Updates. Technisch deutlich entspannter.
Für Martin mit seinen zwölf Gosund-Steckdosen ist das Umsteigen auf Zigbee keine Option, weil die Geräte bereits gekauft sind und funktionieren. Aber bei der nächsten Neuanschaffung wählt er die Zigbee-Variante.
Was bleibt nach der Einrichtung
Martin hatte am Ende des zweiten Abends seine zwölf Steckdosen lokal in Home Assistant laufen. Jede Steckdose zeigt Echtzeitwerte für Leistung, Strom und Spannung. Die Schaltvorgänge reagieren in unter 200 Millisekunden, schneller als zuvor über die Cloud. Kein einziges Byte geht mehr an chinesische Server. Die Fritzbox-Netzwerkliste zeigt für die Gosund-Geräte seitdem keinerlei ausgehenden Internet-Datenverkehr mehr.
Der Aufwand war größer als erwartet. Die Tuya-IoT-Platform-Registrierung kostete fünfzehn Minuten. Das Auslesen der Local Keys mit TinyTuya drei Minuten. Die LocalTuya-Installation über HACS zehn Minuten. Die DP-Konfiguration pro Steckdose rund acht Minuten, also rund eineinhalb Stunden für alle zwölf. Der Debugging-Schritt für die Energiemessung pro Gerät hat dabei am meisten Zeit gefressen.
Lohnt sich das? Eine ehrliche Antwort: Wer heute von vorne anfängt und Datenschutz wichtig ist, kauft Shelly-Steckdosen. Die Shelly Plug S kostet rund 17 Euro, hat eine lokale HTTP-API, braucht keinen Developer-Account und kein DP-Mapping. Einrichten in HA dauert drei Minuten. Martin hätte das gewusst, wenn er vorher gefragt hätte.
Für die zwölf bereits vorhandenen Gosund-Geräte ist LocalTuya der richtige Weg, und mit dieser Anleitung läuft er auf Stand August 2026. Die Protokoll-3.5-Falle, das Key-Rotations-Problem und die drei konkurrierenden Repositories sind damit bekannte Größen statt überraschende Sackgassen.