!Smart-Home-Zentrale mit vernetzten Geräten

SwitchBot hat lange in einer eigenartigen Position gesteckt. Die Geräte waren beliebt, günstig und tauchten in jedem zweiten Bastelvideo auf, aber die Anbindung an Home Assistant war eine Sammlung von Community-Lösungen mit wechselnder Zuverlässigkeit. Seit Juni 2025 gehört der Hersteller offiziell zum Programm Works with Home Assistant.

Was das praktisch bedeutet, ist weniger eindeutig als die Meldung klingt. Denn es gibt nicht eine Anbindung, sondern drei, sie funktionieren unterschiedlich, und ausgerechnet das neueste Gerät im Programm hat in der lokalen Integration derzeit die größte Lücke.

Weg eins: Bluetooth, direkt und ohne Hub

Die Integration mit dem schlichten Namen SwitchBot Bluetooth spricht die Geräte unmittelbar an. Ein Hub ist dafür nicht erforderlich, wohl aber funktionierendes Bluetooth auf dem Rechner, auf dem Home Assistant läuft.

Die Geräteliste ist inzwischen beachtlich. Unterstützt werden unter anderem der Bot, Plug Mini und die Relay Switches, die Vorhangmotoren Curtain 1 bis 3, Blind Tilt und Roller Shade, der Garagentoröffner, eine ganze Reihe Leuchten von der Color Bulb bis zur Floor Lamp, die komplette Lock-Familie von Lock Lite bis Lock Vision Pro, dazu Meter, Kontakt-, Bewegungs- und Wassersensoren sowie Luftbefeuchter, Ventilator, Luftreiniger, Heizkörperthermostat und mehrere Saugroboter.

Zwei Einschränkungen stehen in der Dokumentation und sind wichtiger, als sie aussehen.

Erstens sind manche SwitchBot-Geräte verschlüsselt. Das betrifft vor allem die Schlösser. Für diese Geräte reicht es nicht, sie im Netz zu finden, es braucht eine Authentifizierung über das SwitchBot-Konto oder die manuelle Eingabe eines Schlüssels. Das ist ein einmaliger Vorgang, aber es bedeutet, dass eine vollständig kontenlose Einrichtung bei Schlössern nicht vorgesehen ist.

Zweitens ist Bluetooth eine Frage der Entfernung. Die Doku empfiehlt bei trägen Verbindungen schlicht, das Gerät näher zu stellen oder einen schnelleren Adapter zu verwenden. In einem Haus mit mehreren Etagen ist das keine praktikable Antwort, und dort führt der Weg über Bluetooth-Proxies, also über kleine ESP-Boards, die verteilt im Haus stehen und die Funkreichweite von Home Assistant ausdehnen. Wer SwitchBot über Bluetooth plant, sollte das von Anfang an mit einplanen.

Weg zwei: Matter über den Hub

Die zweite Integration heißt SwitchBot Matter und arbeitet über die Matter-Brücke eines Hubs. Ihre IoT-Klasse ist Local Push, die Kommunikation läuft also lokal und die Geräte melden Zustandsänderungen von sich aus, statt abgefragt zu werden.

Dafür braucht es einen Hub 2 oder Hub 3, der die angeschlossenen Bluetooth-Geräte als Matter-Geräte weitergibt. Der Vorteil gegenüber Weg eins ist die Reichweite: Der Hub steht in Funkreichweite der Geräte, Home Assistant spricht mit dem Hub über das Netzwerk, und die Bluetooth-Frage stellt sich für Home Assistant nicht mehr.

Der Preis dafür ist, dass nur ein Teil der Geräte über Matter abgebildet wird. Matter kennt feste Gerätetypen, und was dort nicht vorgesehen ist, kommt auch nicht an.

Weg drei: die Cloud

Für alles, was weder über Bluetooth noch über Matter funktioniert, bleibt die Cloud-Anbindung über die SwitchBot-API. Das betrifft vor allem zwei Gerätegruppen.

Die erste sind die Infrarot-Geräte. Wenn ein Hub die Fernbedienung eines Fernsehers oder einer Klimaanlage nachbildet, ist das kein SwitchBot-Gerät im eigentlichen Sinn, sondern ein Infrarotbefehl. Diese virtuellen Geräte laufen über die Hersteller-Cloud.

Die zweite sind Teile der Saugroboter-Funktionen. Grundlegende Befehle gehen lokal, die interessanteren Funktionen häufig nicht.

Wer also sein Smart Home aus Prinzip cloudfrei betreiben will, sollte vor dem Kauf prüfen, in welche der drei Gruppen ein Gerät fällt. Die Antwort ist nicht am Preis und nicht an der Produktkategorie ablesbar.

Der Hub 3 und seine Lücke

Und damit zu dem Punkt, der in Kaufberatungen bisher selten auftaucht. Der Hub 3 ist das aktuelle Spitzenmodell, er bringt als einziger einen Thread-Funkchip mit und ist damit der einzige Weg, wenn Thread-Geräte ins Spiel kommen. Der Hub 2 kann das aus Hardwaregründen nicht nachrüsten.

In der Bluetooth-Integration von Home Assistant steht zum Hub 3 allerdings ein klarer Satz: Er unterstützt derzeit nur das Auslesen von Sensordaten und noch keine Gerätesteuerung. Temperatur und Luftfeuchtigkeit kommen also an, der Rest nicht.

Wer den Hub 3 kauft, um ihn direkt per Bluetooth in Home Assistant einzubinden, bekommt deshalb ein Thermometer. Die Steuerung läuft über den Matter-Weg oder über die Cloud.

Dazu kommt eine zweite, oft übersehene Einschränkung: Der Hub 3 kann Infrarot und Bluetooth, aber kein Funk auf 433 MHz. Klimaanlagen und Geräte, deren Fernbedienung über Funk statt Infrarot arbeitet, lassen sich damit nicht ansteuern. Das ist kein Software-Thema, sondern fehlende Hardware.

Was das für die Planung heißt

Die Reihenfolge, die sich aus alldem ergibt, ist ziemlich unromantisch.

Wer wenige SwitchBot-Geräte hat und sie in Funkreichweite des Home-Assistant-Rechners stehen: Bluetooth-Integration, fertig, kein Hub nötig.

Wer im Haus verteilte Geräte hat: entweder Bluetooth-Proxies aufstellen oder einen Hub 2 anschaffen und über Matter gehen. Beides funktioniert lokal, die Proxy-Variante ist flexibler, die Hub-Variante einfacher.

Wer Thread-Geräte einplant oder in den nächsten Jahren einplanen will: Hub 3, aber mit dem Wissen, dass die Bluetooth-Integration dort bislang nur Sensordaten liefert.

Wer Infrarot-Geräte steuern will: Hub, Cloud-Anbindung, und vorher prüfen, ob die betreffende Fernbedienung wirklich Infrarot nutzt.

Ein Hinweis zum Ökosystem

Das Programm Works with Home Assistant ist eine Zertifizierung und keine Funktionsgarantie für jedes einzelne Gerät eines Herstellers. Es bedeutet, dass der Hersteller sich zu einer funktionierenden, dokumentierten Anbindung verpflichtet und dass Änderungen nicht über Nacht die Integration brechen sollen.

Für SwitchBot ist das trotzdem eine relevante Verschiebung, weil die Anbindung vorher weitgehend von der Community getragen wurde. Wer in den vergangenen Jahren mit wechselnden Custom-Integrationen gearbeitet hat, kann jetzt in den meisten Fällen auf die mitgelieferten umsteigen.

Was es nicht bedeutet: dass alles lokal läuft. Diese Unterscheidung bleibt bei SwitchBot pro Gerät zu treffen, und sie ist der eigentliche Prüfpunkt vor dem Kauf.


Quellen: Home Assistant, Integrationsdokumentation "SwitchBot Bluetooth" (Geräteliste, Verschlüsselungshinweis, Hub-3-Einschränkung auf Sensordaten) · Home Assistant, Integrationsdokumentation "SwitchBot Matter" (IoT-Klasse Local Push) · Home Assistant Blog, "SwitchBot joins Works with Home Assistant", 26.06.2025 · Herstellerangaben SwitchBot zu Hub 2 und Hub 3