!Serverschrank mit Netzwerktechnik

Wer eine Synology im Haus hat, kommt irgendwann auf den Gedanken, Home Assistant gleich dort laufen zu lassen. Das Gerät läuft ohnehin rund um die Uhr, hat Speicher und wird gesichert. Ein Raspberry Pi weniger im Regal.

Der Gedanke ist richtig. Er führt nur zu einer Entscheidung, die man besser vorher trifft als hinterher, weil ein Wechsel später eine Neuinstallation bedeutet.

Zuerst: Kann Ihr Modell das überhaupt?

Diese Frage steht am Anfang, weil sie manche Diskussion beendet. Virtual Machine Manager und Container Manager setzen einen Intel- oder AMD-Prozessor voraus. Das trifft auf die Plus-Modelle zu.

Die j-Serie, also etwa DS223j, DS220j oder DS120j, arbeitet mit ARM-Prozessoren von Realtek. Darauf läuft weder Docker noch der Virtual Machine Manager. Wer ein solches Gerät hat, braucht für Home Assistant andere Hardware, und ein Raspberry Pi oder ein Mini-PC ist dann der günstigere Weg als ein neues NAS.

Die zwei Wege

Container Manager, der frühere Docker-Dienst, ist in DSM 7 enthalten. Home Assistant wird als Container installiert, das dauert wenige Minuten und geht vollständig über die Oberfläche, ohne Kommandozeile. Virtual Machine Manager legt eine vollständige virtuelle Maschine an, in der das Home Assistant Operating System läuft. Die Einrichtung erfolgt über den Import einer OVA-Datei: im Virtual Machine Manager auf Virtuelle Maschine, dann Erstellen, dann Importieren, dort Aus OVA-Datei importieren und die Datei hochladen.

Beide Wege funktionieren. Sie führen aber zu zwei unterschiedlichen Installationen von Home Assistant, und das ist der Punkt.

Der Unterschied, auf den es ankommt

Die Container-Variante ist Home Assistant Container. Diese Installationsart kann keine Add-ons ausführen. Kein Zigbee2MQTT als Add-on, kein Mosquitto-Broker, kein Node-RED, kein ESPHome, keine Supervisor-Funktionen.

Das heißt nicht, dass diese Dinge unmöglich sind. Sie laufen dann eben als eigene Container daneben, und man verwaltet sie einzeln. Wer ohnehin gern mit Docker arbeitet, empfindet das nicht als Nachteil. Wer erwartet, dass der Add-on-Store funktioniert wie in allen Anleitungen, steht vor einem leeren Menüpunkt.

Die VM-Variante ist Home Assistant OS mit vollem Funktionsumfang. Add-on-Store, Supervisor, Backups über die Oberfläche, alles wie auf einem dedizierten Gerät.

Die Faustregel: Wer Add-ons will, nimmt die VM. Wer Container ohnehin beherrscht und schlank bleiben möchte, nimmt den Container Manager.

Der Zigbee-Stick, und warum er die Entscheidung mitbestimmt

Hier liegt die Eigenheit, die in den Anleitungen gern erst am Ende auftaucht.

Beide Wege können einen USB-Stick durchreichen, aber unterschiedlich gut.

Im Container wird der Gerätepfad in der Container-Konfiguration eingetragen, etwa /dev/ttyUSB0. Das funktioniert zuverlässig, solange sich der Pfad nicht ändert. Bei mehreren USB-Geräten kann er sich nach einem Neustart verschieben, dagegen hilft ein Pfad über die Geräte-ID statt über die Nummer. In der VM gibt es zwei Einschränkungen, die man kennen muss. Der Virtual Machine Manager erlaubt das Durchreichen nur bei gestoppter VM, ein Hinzufügen im laufenden Betrieb ist nicht möglich. Und nach einem Neustart des NAS geht die Zuordnung verloren: Man muss in die Einstellungen der VM, dort in den Reiter Sonstiges und das USB-Gerät erneut auswählen.

Das ist kein Beinbruch, wenn das NAS selten neu startet. Es ist ärgerlich, wenn die Heizungssteuerung davon abhängt und der Neustart nachts nach einem Update passiert.

Wer einen Zigbee- oder Z-Wave-Stick betreibt, sollte deshalb zusätzlich prüfen, ob eine Netzwerkvariante infrage kommt. Ein Zigbee-Koordinator mit LAN-Anschluss umgeht das USB-Thema vollständig und steht außerdem dort, wo der Empfang besser ist als im Serverschrank.

Was für das NAS als Standort spricht und was dagegen

Dafür: Das Gerät läuft ohnehin, die Datensicherung ist vorhanden, es gibt keine SD-Karte, die nach zwei Jahren ausfällt, und die Leistung reicht bei Plus-Modellen problemlos. Dagegen sprechen drei Punkte, die man vorher bedenken sollte.

Erstens die Abhängigkeit. Wenn das NAS für ein DSM-Update neu startet, steht die Hausautomatisierung still. Bei einem dedizierten Gerät sind das zwei getrennte Ereignisse.

Zweitens die Reihenfolge beim Hochfahren. Nach einem Stromausfall braucht das NAS deutlich länger als ein Raspberry Pi, und bis dahin reagiert kein Schalter.

Drittens der Funkempfang, siehe oben. Ein NAS steht selten dort, wo ein Funkstick stehen sollte.

Zur Datensicherung

Ein Punkt, der bei dieser Kombination oft übersehen wird: Die Sicherung des NAS ist nicht automatisch die Sicherung von Home Assistant.

Bei der VM-Variante sichert Virtual Machine Manager die gesamte virtuelle Maschine, was funktioniert, aber grob ist. Zusätzlich lohnt sich das eingebaute Backup von Home Assistant, weil es sich einzeln zurückspielen lässt.

Bei der Container-Variante liegt das Konfigurationsverzeichnis in einem freigegebenen Ordner auf dem NAS und wird von dessen Sicherung erfasst, sofern dieser Ordner in der Sicherung enthalten ist. Das ist eine Einstellung, die man prüfen und nicht annehmen sollte.

Was sonst noch zur Sicherung gehört, steht im Artikel über die Backup-Strategie.

Eine Empfehlung

Für die meisten Aufbauten mit Funkgeräten ist die VM der richtige Weg, weil der Add-on-Store dazugehört und weil Zigbee2MQTT, Mosquitto und ESPHome dort ohne Zusatzarbeit laufen. Die USB-Eigenheit lässt sich mit einem Netzwerk-Koordinator umgehen.

Für Aufbauten ohne Funkstick, also rein über WLAN, Matter über das Netzwerk und Cloud-Integrationen, ist der Container Manager schlanker und schneller.

Und für j-Modelle bleibt es beim separaten Gerät. Wer dort ohnehin neu anfängt, findet im Artikel über die Installation als Proxmox-VM die flexiblere Variante.

Quellen: Home Assistant, Übersicht der alternativen Installationsmethoden auf home-assistant.io · Einrichtungsanleitungen für Synology über Virtual Machine Manager und Container Manager bei wundertech.net und joinhomeshift.com, mit den Angaben zu den unterstützten Modellreihen · Synology Community und Home Assistant Community zu den Grenzen des USB-Durchreichens im Virtual Machine Manager, insbesondere zum Durchreichen nur bei gestoppter VM und zum Verlust der Zuordnung nach einem Neustart des NAS