Marek aus Augsburg-Lechhausen, Ende dreißig, Softwareentwickler in einem Medizintechnik-Startup, war drei Wochen im Familienurlaub in Kroatien. Als er am Sonntagabend Ende Juli mit sonnenverbrannten Schultern und einem Kofferraum voller Sandspielzeug zurückkam, meldete sich sein Home Assistant zuerst wie immer. Backup vollständig, Netzwerk grün, alle 62 Geräte online. Ein wenig weiter unten in der Update-Übersicht wartete allerdings ein Sprung, den er noch nicht gemacht hatte. Als er vor drei Wochen den Rechner heruntergefahren hatte, lief noch Version 2026.6.4. Jetzt stand da 2026.7.4, und einen Klick weiter im Add-On-Store zeigte HA schon die 2026.8 an, die am 6. August frisch draußen war. Marek war ein Release voraus, aber er wusste, wenn er direkt auf 2026.8 springt, verpasst er den großen Wurf des Juli, der ihn im Urlaub am meisten interessiert hatte. Also blieb er stehen und aktualisierte am Montagmorgen nach dem ersten Kaffee auf 2026.7.4, um in Ruhe zu sehen, was der Release, den die Community "Automations that speak your language" nennt, ihm tatsächlich bringt.

Er schrieb mir am Montagmittag eine lange Sprachnachricht. Drei Sachen hätten ihn gleich am ersten Tag umgehauen. Erstens: seine "wenn die Waschmaschine fertig ist"-Automation, an der er zwei Winter lang gebastelt hatte, weil sie immer wieder ins Leere lief, war in vier Klicks neu gebaut. Zweitens: sein Matter-Ring aus fünf Aqara-Kontaktsensoren, drei Nanoleaf-Panels und einem Yale-Schloss hatte nach dem Update plötzlich stabile Verbindungen, ohne dass er einen Finger gerührt hatte. Drittens: er saß am Frühstückstisch, tippte auf sein iPad, das Activity-Feed zeigte ihm in Timeline-Form was über Nacht passiert war, samt einem Avatar seiner Frau die morgens um 5:47 Uhr das Bad betrat, und er dachte zum ersten Mal seit Jahren: "Das sieht aus wie eine echte App, nicht wie ein selbstgebautes Dashboard." Ich bin am Dienstagabend zu ihm gefahren, habe mir das Update mit ihm angeschaut, die neuen Automationen mitgezogen und meine eigenen Notizen gemacht. Das hier ist mein Lagebericht, vier Wochen nach Release, mit Stand 28. Juli 2026 und der vierten Patchversion 2026.7.4. (Home Assistant 2026.7 Release-Blog)

Was 2026.7 in einem Satz ist

Der Release vom 1. Juli 2026 trägt den Titel "Automations that speak your language", und das ist der Kern. Das Home-Assistant-Team hat rund acht Monate an einem Umbau des Automation-Editors gearbeitet, in dem du beschreibst, was passieren soll, statt zu erklären, wie es technisch zu triggern ist. Zusammen mit einem komplett neu geschriebenen Matter-Server, einer neuen Activity-Ansicht, einem Thread-Netzwerk-Diagramm und einer nativen Dropbox-Anbindung ist das der aus meiner Sicht praxisrelevanteste HA-Release des Jahres. Die Zahl der Breaking Changes ist im Vergleich zu 2026.6 höher, weil die alten Trigger-Namen umbenannt wurden, aber die Migration ist überschaubar. (Home Assistant 2026.7 Full Changelog)

Headline eins: Intent-basierte Automatisierungen

Wer schon einmal in Home Assistant eine Automation von Hand gebaut hat, kennt das alte Ritual. Du klickst auf "Trigger hinzufügen", wählst "State", suchst nach der Entity-ID binary_sensor.rueckwand_tuer_contact, weißt nicht auswendig ob das Attribut on oder off die geschlossene Tür bedeutet, klickst dich durch die Doku, testest, korrigierst, testest wieder. Für eine simple Idee wie "wenn die Hintertür aufgeht, mach Licht im Flur an" hast du am Ende drei Blöcke mit Entity-IDs, Zustandsvergleichen und Bedingungen im YAML stehen, die niemand mehr wartungsfrei versteht.

Mit 2026.7 dreht das Team die Logik um. Der neue Automation-Editor fragt dich nicht mehr nach Triggern und Entities, sondern nach einem Ereignis in normalem Sprachgebrauch. "Wenn eine Tür geöffnet wird", "wenn Bewegung erkannt wird", "wenn eine Batterie schwach ist", "wenn die Temperatur unter einen Wert fällt". Du wählst aus rund 200 vorgefertigten Intents, danach zeigt HA dir die passenden Geräte zur Auswahl an. Für die Hintertür klickst du "wenn eine Tür geöffnet wird", wählst den Bereich "Erdgeschoss", wählst optional den konkreten Sensor, fertig ist der Trigger. Kein Attribut, kein Zustand, kein Bindestrich zwischen zwei Entity-IDs. (Home Assistant 2026.7 Release-Blog)

Der Effekt ist im Alltag massiv. Bei Marek haben wir am Dienstagabend die Waschmaschinen-Automation neu gebaut, die ihm zwei Winter lang Kopfzerbrechen bereitet hatte. Alte Version: Shelly-Plug misst Watt, Template-Sensor prüft ob Watt unter fünf gefallen sind, verzögerter Trigger nach drei Minuten, Benachrichtigung, Reset des Zustands. 42 Zeilen YAML, drei Helferentities, ein Timer. Neue Version im Intent-Editor: "wenn ein Gerät mit dem Waschen fertig ist", wähle "Shelly Waschmaschine", wähle Benachrichtigung an Marek, wähle Wiederholung sperren für 30 Minuten. Vier Klicks, drei Minuten, läuft. Marek saß daneben und schüttelte den Kopf. "Ich habe zwei Winter gebraucht, um das ordentlich hinzubekommen, und jetzt ist es weg wie ein Zauber."

Wichtig zu wissen: die 200 vorgefertigten Intents kommen aus einer Kombination von HA-Kernkomponenten und Integrationen. Jede Integration kann eigene Intents mitbringen. Zigbee2MQTT registriert zum Beispiel Trigger für "Button einfach gedrückt" oder "Button dreimal gedrückt", ohne dass du die Ereignisnamen des Herstellers kennen musst. Wer eine HACS-Custom-Component nutzt, die noch keine Intents anbietet, sieht die alte YAML-Ansicht als Fallback und kann wie bisher arbeiten. Bestehende YAML-Automationen laufen unverändert weiter. (maison-et-domotique HA 2026.7 Analyse)

Neu ist auch die Bereich-basierte Steuerung. Statt einen konkreten Bewegungsmelder anzusprechen, wählst du "irgendein Bewegungsmelder im Bereich Wohnzimmer". Wenn du nächste Woche einen zweiten Melder einbaust und ihm den Bereich zuweist, arbeitet er automatisch in derselben Automation mit, ohne dass du eine Zeile änderst. Die Verhaltens-Optionen "first", "each" und "all" steuern, ob die Automation nur beim ersten Trigger, bei jedem einzelnen Gerät oder erst wenn alle relevanten Geräte gleichzeitig auslösen, feuert. Für Anwesenheits-Erkennung, Nachtruhe oder Sicherheits-Szenarien ist das ein Riesengewinn. (XDA Developers HA 2026.7 Analyse)

Was das Intent-System noch nicht kann: sehr komplexe Trigger-Kombinationen mit AND/OR-Verschachtelung über mehrere Domänen hinweg, etwa "wenn im Wohnzimmer Bewegung ist, aber die Sonne noch nicht untergegangen ist, und der Fernseher aus ist, und die Katze nicht im Zimmer sitzt". Solche Konstrukte kannst du weiterhin per YAML bauen, oder du kombinierst mehrere Intent-Automationen mit einer Zustandsvariable. Für die typischen 80 Prozent der Wohn-Automationen reicht das neue System locker.

Headline zwei: matter.js ersetzt den Python-Matter-Server

Wer Matter in Home Assistant nutzt, weiß um die Reibungspunkte der letzten anderthalb Jahre. Der Python-Matter-Server, der als Docker-Add-On zwischen HA und den Matter-Geräten hing, war eine Brücke über die offizielle C-plus-plus-CHIP-SDK. Er funktionierte, aber jeder Neustart brauchte 40 bis 60 Sekunden bis alle Geräte wieder da waren, OTA-Firmware-Updates gingen bei jedem dritten Versuch daneben, und die Umsetzung neuer Matter-Spec-Versionen hinkte immer ein Vierteljahr hinterher. Wer sich zum Beispiel im Frühjahr 2026 einen Aqara U400 gekauft hatte, sah die neuen Matter-1.4-Features im HA erst mit deutlicher Verzögerung.

Mit 2026.7 hat das Team den Server komplett neu geschrieben. Der neue matter.js-Server ist eine reine TypeScript-Implementierung des Matter-Protokolls, läuft im Node.js-Runtime und liefert Matter-1.5.1-Konformität ab Werk, mit 1.6-Support in aktiver Entwicklung. Er ist als Matter Server App 9.0 verfügbar und ersetzt den alten Container automatisch beim Update. Wer HAOS auf einem Pi 5 oder einem HA Yellow nutzt, klickt einmal auf Aktualisieren, und die Migration passiert im Hintergrund. Bei Docker-Setups muss man den alten python-matter-server-Container einmalig gegen den matter-server:9-Container tauschen, das Daten-Volume bleibt gleich, alle Commissioning-Codes und Fabric-Zertifikate wandern mit. (Home Assistant Matter Upgrade Blog)

Bei Marek lief die Umstellung auf 2026.7 automatisch, weil er die klassische HAOS-Installation auf einem Pi 5 fahrt. Der Add-On-Store hat den alten Matter-Server abgeschaltet und den neuen gestartet, ohne dass ein Klick nötig war. Als wir uns am Dienstag den Log angeschaut haben, standen dort drei entscheidende Zeilen: "Matter fabric migrated", "24 devices reconnected in 8.4 seconds", "All device attributes synchronised". Zum Vergleich, im letzten Log-Eintrag vor dem Update, unter dem alten Python-Server, hatte der gleiche Prozess 41 Sekunden gebraucht. Vier bis fünf Mal schneller ist keine gefühlte Verbesserung, das ist der Sprung von "spürbar zäh" auf "sofort wieder da".

Zwei weitere Punkte, die weniger sichtbar sind, aber in der Praxis großen Einfluss haben. Erstens: die OTA-Firmware-Updates. Marek hat am Freitagabend nach dem Update ein Firmware-Upgrade auf seinen zwei Aqara-U400-Schlössern angeschoben. Unter dem alten Server hatte das gleiche Upgrade im Juni beim ersten Versuch abgebrochen und musste dreimal neu gestartet werden. Unter matter.js lief es auf beiden Schlössern im ersten Anlauf durch, in jeweils 4 Minuten 12 Sekunden. Zweitens: das Commissioning. Wenn du ein neues Matter-Gerät hinzufügst, prüft der neue Server jetzt die Zertifikats-Sperrlisten und blockt Geräte, die nur mit Entwickler- oder Test-Zertifikaten zertifiziert sind. Das war unter Python nicht enforceable und ist der wichtigste Sicherheitssprung des Releases. Wer wirklich ein Entwickler-Gerät einbinden muss, kann die Sperre pro Fabric explizit aufheben, aber ab Werk ist das System jetzt geschlossen. (Matter Alpha zur matter.js-Migration)

Die neue Server-Architektur nutzt beim Reconnect außerdem sogenannte "partial interviews". Statt bei jedem Neustart die komplette Attribut-Liste jedes Geräts neu abzufragen, holt er nur noch die Werte, die sich seit dem letzten bekannten Stand geändert haben. Das erklärt die massiv verkürzte Reconnect-Zeit und schont die Batterien der Thread-Endgeräte deutlich. Wer wie Marek zehn oder mehr batteriebetriebene Aqara-Kontaktsensoren hat, sollte die Akkukurven in den kommenden Wochen im Auge behalten, ich rechne dort mit einem spürbaren Rückgang der Entladung. (XDA Developers zur matter.js-Umstellung)

Headline drei: Activity Feed statt Logbuch

Das alte Logbuch war jahrelang eine der besten und gleichzeitig hässlichsten Seiten in Home Assistant. Es zeigte dir, was passiert war, aber in einer chronologisch abwärts scrollenden Liste mit graugrauen Zeilen, ohne Gruppierung, ohne Avatare, ohne visuelle Hierarchie. Wer einen Fehler suchte, konnte stundenlang scrollen. Wer nur schauen wollte, wer heute die Haustür aufgeschlossen hat, musste sich durch 400 Bluetooth-Sensor-Events kämpfen.

Mit 2026.7 hat das Team die Seite komplett neu gebaut und in "Activity" umbenannt. Sie liest sich jetzt wie ein Instagram-Feed, tageweise gruppiert, mit farbcodierten Zustandspunkten in der linken Spalte, mit einer klaren Anzeige, wer oder was ein Ereignis ausgelöst hat. Bei einer manuellen Aktion siehst du den Avatar der Person, die es ausgelöst hat. Bei einer Automation siehst du den Namen der Automation und die Erklärung, welcher Trigger genau gefeuert hat. Bei einer Integration siehst du das Marken-Icon. Zeitstempel schalten dynamisch um zwischen relativer ("vor 3 Minuten") und absoluter ("14:22") Anzeige, je nach Alter. (HomeBrainz zu HA 2026.7)

Bei Marek zeigt das Feed am Dienstagmorgen einen sauberen Verlauf. Um 5:47 Uhr Frau ins Bad, Avatar sichtbar, Trigger "Bewegung Bad Erdgeschoss". Um 6:12 Uhr Kaffeemaschine an, Trigger "Zeitgesteuerte Automation Morgens". Um 7:18 Uhr Haustür auf, Trigger "Marek verlässt das Haus" mit Ring-Kamera-Snapshot rechts daneben. Er scrollt eine Woche zurück, filtert nach dem Yale-Schloss, sieht sofort welche PIN-Codes wann verwendet wurden. Die Filter reagieren jetzt in Millisekunden, wo die alte Logbuch-Suche zwei bis drei Sekunden brauchte.

Was der neue Feed noch nicht ideal macht: sehr aktive Setups mit tausenden Events pro Stunde können im Live-Modus stottern. Marek hat 62 Geräte und rund 8.000 Events pro Tag, bei ihm läuft alles flüssig. Wer ein professionelles Setup mit hundert Zigbee-Sensoren und einer Wetterstation betreibt, sollte auf den Patch 2026.7.4 warten, der ein spezifisches Rendering-Problem bei Feed-Längen über 5.000 Zeilen behoben hat. (Home Assistant 2026.7.4 Patch Notes)

Die alte Logbuch-API existiert weiterhin für Automationen und Templates. Wer im Dashboard eine eigene Logbuch-Karte hat, sieht sie unverändert. Nur die "Activity"-Hauptseite wurde umgebaut. Wer die alte Ansicht als zweite Karte im Dashboard behalten will, kann eine "Legacy Logbook Card" per YAML aktivieren, aber die meisten Setups profitieren von der neuen Ansicht sofort.

Headline vier: Thread-Netzwerk-Diagramm

Wer Matter über Thread nutzt, hatte in HA bisher ein Sichtbarkeits-Problem. Zigbee-Netze konnte man seit Jahren visualisieren, mit farbigen Verbindungen und LQI-Werten. Thread-Netze waren dagegen eine Black Box. Du wusstest, dass dein Aqara-U400 als End-Device am Netz hängt, aber welcher Router ihn versorgt, wie viele Hops er zum Border-Router braucht und wie gut die Verbindung war, konntest du nur mit Kommandozeilen-Tools wie ot-ctl oder mit Drittanbieter-Custom-Cards herausfinden.

Der neue matter.js-Server bringt eine eigene Web-Oberfläche mit, die drei Tabs zeigt: Nodes, Thread, Wi-Fi. Du erreichst sie über Einstellungen, Add-Ons, Matter Server, Web-Interface. Der Thread-Tab rendert dein Mesh als Knoten-Diagramm, mit Farb-Codes für die Rollen. Border-Router in Hellblau, Router in Dunkelgrau, End-Devices in Hellgrau. Zwischen den Knoten laufen Verbindungslinien, deren Farbstärke die Link-Qualität (LQI) zeigt. Kräftiges Grün bei gutem Empfang, blasses Gelb bei schwacher Verbindung, Rot bei drohendem Ausfall. (Smart Home Assistant zum Thread Network Visualizer)

Bei Marek zeigte das Diagramm am Dienstag ein klares Bild. Der HomePod mini im Wohnzimmer als Border-Router, zwei Nanoleaf-Panels als Router im Flur und in der Küche, dahinter fünf Aqara-Kontaktsensoren und das Yale-Schloss als End-Devices. Zwei der Aqara-Sensoren im Keller hatten nur eine schwache gelbe Verbindung zum nächsten Router. Marek sagte sofort: "Ah, das erklärt warum die Kellerkontakte immer 20 Sekunden brauchen bis sie melden." Wir haben einen dritten Nanoleaf-Panel in den Kellerabgang umgehängt, und die Verbindung sprang auf hellgrün. Die Automatisierung reagierte im Test danach in unter zwei Sekunden statt der bisherigen 20.

Das Diagramm zieht seine Daten aus dem Thread Network Diagnostics Cluster, der ein Pflicht-Bestandteil der Matter-Spezifikation ist und den jedes Thread-Gerät reporten muss. HA muss also nichts erraten, die Daten sind offiziell vorhanden. Was das Diagramm noch nicht kann: historische Verlaufskurven der Link-Qualität über Tage oder Wochen. Wer sowas will, muss weiterhin über Sensor-Templates und Long-Term-Statistics selbst basteln. Für die typische Diagnose-Frage "warum reagiert mein Sensor so langsam" ist die Live-Ansicht aber ein Riesengewinn. (Matter Alpha zum Thread-Visualizer)

Headline fünf: Dropbox als native Backup-Location

Backups in Home Assistant waren jahrelang ein Konzept mit zwei Klassen. Es gab lokale Backups auf dem Pi selbst, es gab HA-Cloud-Backups für Abonnenten von Nabu Casa, und es gab eine wilde Wolke von Custom-Integrationen für Dropbox, OneDrive, Nextcloud und Google Drive. Wer Dropbox nutzen wollte, installierte in HACS eine Community-Komponente, hinterlegte einen App-Key, klickte sich durch OAuth, und hoffte dass der Entwickler die Komponente auch in zwei Jahren noch pflegt. Die drei bekanntesten Dropbox-HACS-Lösungen hatten jeweils andere Konfigurations-Pfade, und keine war offiziell.

Mit 2026.7 zieht Dropbox als eine von acht neuen offiziellen Integrationen ein. Setup läuft über die HA-Cloud-Account-Linking-Brücke, die keine Nabu-Casa-Subscription voraussetzt und die auch keinen eigenen Dropbox-App-Key braucht. Du klickst in Einstellungen, Geräte und Dienste, Integration hinzufügen, Dropbox, wirst zu Dropbox weitergeleitet, autorisierst, und HA hat den Zugang. Ab dem Moment taucht Dropbox in der Backup-Übersicht als mögliche Speicher-Location auf, neben lokal und, wenn vorhanden, HA-Cloud. (Home Assistant Dropbox-Integration Doku)

Bei Marek war das Setup in vier Minuten durch. Wir haben die Integration hinzugefügt, die Konfiguration im Backup-Dialog gemacht ("wenn Snapshot erstellt, dann Kopie in Dropbox unter /HomeAssistant"), einen manuellen Backup ausgelöst. Der Snapshot hatte 2,1 GB, der Upload dauerte 3 Minuten 47 Sekunden über Mareks 250-Mbit-Anschluss. Danach fand sich die Datei sauber im Dropbox-Ordner, und der HA-Log meldete "Backup uploaded to Dropbox: 2026-07-28_13-42_snapshot.tar". Die Lösung ist für die typische Anwendung des privaten HA-Users solide. Wer viele große Backups vorhält und Dropbox-Retention-Policies braucht, muss die Aufräum-Automation selbst schreiben, HA löscht alte Dropbox-Backups nicht automatisch. Wichtige Warnung aus der Doku: wenn du die Integration wieder entfernst, bleibt der HomeAssistant-Ordner in deinem Dropbox-Konto erhalten und musst manuell geleert werden. (Home Assistant Dropbox-Integration Doku)

Für Nutzer, die eher OneDrive oder Google Drive nutzen wollen, ist die Nachricht: das Modell "offizielle Cloud-Backup-Integration" ist etabliert. Ich rechne damit, dass in 2026.8 oder 2026.9 OneDrive und in 2026.10 Google Drive nachziehen. Wer schon jetzt eine funktionierende HACS-Lösung für diese Ziele hat, sollte nicht umsteigen, aber die Weichen sind gestellt.

Headline sechs: Raspberry-Pi-Firmware direkt aus HA

Ein kleiner, aber sehr sinnvoller Punkt in 2026.7. Wer HA auf einem Raspberry Pi 4, Pi 5, oder einer HA Yellow betreibt, musste bisher für ein Firmware-Update des Boot-Loaders die SD-Karte ausbauen, an einen anderen Rechner hängen, das offizielle Raspberry-Pi-Imager-Tool starten oder von der Kommandozeile aus rpi-eeprom-update laufen lassen. Für Nicht-Techniker eine Hürde, für Techniker mindestens ein Nachmittag mit Screwdriver und Kaffee.

Ab 2026.7 taucht die Pi-Firmware wie jede andere Update-Quelle in der HA-Update-Übersicht auf. Du klickst auf Einstellungen, System, Updates, siehst dort "Raspberry Pi Bootloader" mit der aktuellen und der verfügbaren Version, klickst auf Aktualisieren, der Pi lädt die neue Firmware, startet einmal durch, läuft weiter. Der ganze Vorgang dauert drei bis fünf Minuten und braucht keinen physischen Zugang zur Karte mehr. (techtimes zu HA 2026.7 Pi-Firmware)

Bei Marek war die Firmware seit Februar veraltet, die Update-Anzeige war schlicht rot. Wir haben die neue Firmware am Dienstagabend eingespielt, Pi 5 rebootete nach 47 Sekunden, alle Add-Ons kamen sauber wieder hoch. Der einzige Effekt, den Marek subjektiv gemerkt hat: die USB-C-Stromversorgung ist stabiler, das gelegentliche "Undervoltage warning"-Symbol oben rechts in der Ecke ist verschwunden. Für alle Pi-User eine echte Erleichterung, auch wenn es nach außen unspektakulär wirkt.

Weitere Verbesserungen, die Aufmerksamkeit verdienen

Ueber die sechs Headline-Features hinaus enthält 2026.7 eine Reihe von Polish-Updates, die im Alltag spürbar sind.

Update-All-Button. Die Update-Seite gruppiert offene Aktualisierungen jetzt in logische Karten: Home Assistant Core, Integrationen mit mehreren Updates, einzelne Integrationen, Apps und übersprungene Updates. Ein "Alles aktualisieren"-Knopf pro Gruppe. Wer wie Marek acht bis zehn Integrations-Updates gleichzeitig hat, spart bei jedem Update-Zyklus zwei bis drei Minuten Klick-Arbeit. ZHA-Zigbee-Geräte-Ansicht. Die Detail-Ansicht für Zigbee-Geräte im ZHA hat einen Neubau bekommen. Cluster, Bindings und Nachbarn sind jetzt in Tabs statt in einer langen Liste. Wer ein Zigbee-Gerät debuggen muss, findet die richtigen Informationen deutlich schneller. Für Alltags-Nutzer ohne Debug-Bedarf spielt das keine Rolle, für Bastler ist es eine Erleichterung. Thread- und Wi-Fi-RSSI-Diagnose-Sensoren für Matter. Jedes Matter-Gerät exponiert jetzt Diagnose-Sensoren für die Signalstärke seiner Thread- oder Wi-Fi-Verbindung. Du kannst diese Werte in Automationen nutzen, etwa "wenn die RSSI eines Kellersensors unter minus 80 dBm fällt, Benachrichtigung". Das ist die Basis für proaktive Netzwerk-Warnungen, die früher nur mit Custom-Skripten möglich waren. (Home Assistant 2026.7 Full Changelog) Zonen-Entities mit abgeleitetem Zustand. Die neue Zonen-Entity leitet ihren Zustand direkt aus dem in_zones-Attribut aller Personen ab. Du siehst auf einer Zonen-Karte sofort, wer gerade in der Zone Zuhause, Arbeit oder Bekannte ist. Kein manuelles Template mehr nötig. Media-Browser für Yoto und iCloud. Die Media-Browser-Schnittstelle wurde auf zwei weitere Integrationen ausgeweitet. Wer eine Yoto-Box für die Kinder oder ein iCloud-Foto-Backup hat, kann die Inhalte jetzt direkt aus dem HA-Media-Browser durchsuchen und auf Media-Player casten. Serial-Port-Selektor vereinheitlicht. Wer DSMR (für Smart Meter), UPB oder Landis+Gyr integriert, findet einen einheitlichen Serial-Port-Selektor in der UI. Früher hatte jede dieser Integrationen eine leicht andere Konfigurations-Route. 200-plus Intents. Der Kern des neuen Automation-Editors, der schon oben ausführlich beschrieben wurde, bringt rund 200 vorgefertigte Intents mit. Von "Bewegung erkannt" über "Batterie schwach" bis "Sonnenuntergang". Wer wissen will, welche Intents seine Integrationen exponieren, findet die Liste im Editor selbst unter der Suche.

Acht neue Integrationen im Ueberblick

2026.7 bringt acht offizielle Integrationen dazu, die die HA-Bibliothek um Nischen erweitern, die bisher HACS-Terrain waren. (Home Assistant 2026.7 Full Changelog)

Dropbox haben wir oben schon beschrieben. Helty Flow ist eine Lüftungssystem-Integration für die italienische Marke Helty, die dezentrale Wohnraum-Lüftung baut. Wer eine Helty-Anlage hat, konnte bisher nur über Modbus umständlich anbinden, ab 2026.7 gibt es die native Steuerung mit Sollwerten und Filter-Status. Imou integriert die Consumer-Kameramarke Imou (Tochter von Dahua). Bisher HACS-only, jetzt offiziell, mit Video-Stream, PTZ-Steuerung und Bewegungs-Events als Trigger. Envertech EVT800 ist ein Micro-Inverter für Balkonkraftwerke bis 800 Watt, in Deutschland recht verbreitet. Wer bisher nur die Envertech-Cloud-App hatte, kann jetzt Ertrag und Momentanleistung nativ in HA einbauen. Edifier Infrared integriert die IR-Fernbedienungen der Marke Edifier für ihre Lautsprecher. Wer eine R1280DB oder S2000MK3 im Wohnzimmer hat, kann Lautstärke und Eingang jetzt direkt via HA steuern, ohne Broadlink-Umweg. KlikAanKlikUit (aka Kaku, aka Trust Smart Home) ist eine der ältesten Consumer-Funkstandards für 433-MHz-Steckdosen und Schalter, sehr verbreitet in NL/BE/DE. Native Integration statt Bastellei über RFXcom oder RTL-SDR. MELCloud Home ist die neue Cloud-Schnittstelle von Mitsubishi Electric für ihre Wärmepumpen und Klimageräte, die die alte MELCloud-API ersetzt. Wer eine Mitsubishi-Klima im Haus hat, sollte umsteigen, weil die alte Schnittstelle voraussichtlich 2027 abgeschaltet wird. Greencell HabuDen EVSE ist die polnische Ladestation für Elektroautos, die HabuDen-Serie. Wer eine hat, bekommt jetzt native Ladeleistung-Steuerung, PV-Überschussladen und Kosten-Rechnung. Aqvify ist eine Wassermanagement-Lösung, die vor allem in Skandinavien beliebt ist, mit Leckwarnung, Verbrauchsmessung und Ferabschaltung. Erreichte laut Release-Blog Platinum-Zertifizierung bis Release-Datum, was ein Zeichen für besonders robuste Umsetzung ist.

ESPHome 2026.7.0 im selben Aufwasch

Wer ESPHome nutzt, was mit HA eine sehr große Nutzerschaft ist, bekommt parallel ein eigenes Release. ESPHome 2026.7.0 bringt drei praxisrelevante Neuerungen. Erstens einen neuen BME688-Air-Quality-Sensor-Treiber mit AI-basierter Gas-Klassifikation für VOC-Erkennung. Wer eine selbstgebaute Luftqualitäts-Station hat, bekommt damit deutlich bessere Werte als mit dem BME680. Zweitens eine Erweiterung des ESP32-S3-Support für Bluetooth-Mesh-Netzwerke, was für Bastler mit vielen BLE-Sensoren interessant ist. Drittens eine Optimierung des Web-Servers-Frameworks, die den RAM-Bedarf um 8 bis 12 KB senkt und damit auf ESP32-C3-Boards mehr Platz für eigene Sensor-Konfigurationen lässt.

Bei Marek laufen sechs ESPHome-Boards im Haus: ein Multi-Sensor im Bad (Temperatur, Feuchte, Bewegung), ein Briefkasten-Sensor am Zaun, ein Wetter-Node auf dem Balkon, zwei RGB-Beleuchtungen unter der Küche und ein Klingel-Adapter mit ESP32. Alle sechs Boards ließen sich am Dienstag mit dem neuen Device-Builder in einem Rutsch neu kompilieren, die Kompilierung war spürbar schneller als noch im Juni. Marek nutzt das Update-Fenster gleich, um seinen Bad-Sensor auf den BME688 umzurüsten, sobald der Sensor per Post kommt.

Breaking Changes, die du kennen musst

Jeder HA-Major-Release bricht ein paar Sachen. 2026.7 ist im Vergleich zu 2026.6 sichtbarer, weil die Umbenennung der Trigger und Bedingungen viele bestehende Setups leicht berührt. In Summe bleibt es aber überschaubar. Die Diskussion im offiziellen Community-Forum lief zunächst hitzig, weil der Release-Blog "nichts bricht" versprach und viele Nutzer sich davon in die Irre geführt fühlten. (Community-Diskussion zu Breaking Changes)

Erstens, Trigger-Umbenennungen. Die wichtigsten Aenderungen:
  • battery.low ist jetzt battery.became_low
  • lawn_mower.docked ist jetzt lawn_mower.returned_to_dock
  • climate.target_humidity ist jetzt climate.is_target_humidity
  • Diverse andere Umbenennungen im Bereich schedule, timer, update, vacuum
Die Migration ist unkompliziert: HA bietet dir beim Update einen "Migration Assistant" an, der bestehende Automationen scannt und Ein-Klick-Ersatz vorschlägt. Wer trotzdem YAML von Hand pflegt, muss die Namen ausbessern, sonst laufen die Automationen ins Leere. Bei Marek meldete der Assistant sechs Treffer, alle sechs mit einem Klick migriert. Zweitens, MS Teams Integration entfernt. Die Microsoft-Teams-Anbindung ist komplett aus HA raus. Wer sie genutzt hat, muss auf externe Webhook-Lösungen umsteigen. Betrifft eine sehr kleine Nutzerschaft. Drittens, iCloud battery_level Attribut entfernt. Wer den iCloud-Batterie-Level in Automationen genutzt hat, muss auf die neuen dedizierten Batterie-Sensoren umsteigen, die HA jetzt automatisch anlegt. Viertens, Person-Entities melden keine Home-Zone-Koordinaten mehr. Wer die genaue GPS-Position einer Person am Zuhause-Standort ausgelesen hat, bekommt jetzt nur noch den Zustand "home". Betrifft wenige Setups mit sehr spezifischen Location-Automationen. Fünftens, Rabbit Air Preset-Modi in Kleinschrift. Wer eine Rabbit-Air-Luftreiniger-Automation mit "Auto" oder "Sleep" hatte, muss auf "auto" und "sleep" umstellen. Sechstens, Z-Wave JS Server 3.9.0 Pflicht. Wer Z-Wave nutzt und den Server manuell aktualisiert, muss auf mindestens Version 3.9.0 mit Schema 49 gehen. Bei HAOS geschieht das automatisch. Siebtens, BSB-LAN mit reduziertem Legacy-API-Support. Sehr Nischen-Setup für Heizungs-Bridges, betrifft eine kleine Gruppe. Achtens, Device-Tracker location_name und battery_level deprecated. Die alten Properties sind noch verfügbar, aber markiert und werden in 2027.1 entfernt. Wer eigenen Device-Tracker-Code hat, sollte auf die neuen Sensor-Entities umstellen.

Insgesamt: die meisten Setups updaten ohne Eingriff. Wer Custom-Komponenten pflegt, sollte vorher in die jeweiligen GitHub-Issues schauen. Wer HACS-Cards benutzt, checkt einmal in HACS auf Updates.

Update Schritt für Schritt

Die Anleitung gilt für Home Assistant OS auf Pi 5, HA Yellow oder Mini-PC mit dediziertem HAOS. Wer im Container fährt, ersetzt den GUI-Schritt durch ein docker pull.

Erstens, Backup ziehen. Einstellungen, System, Backups, neuen Snapshot erstellen, mit Datum benennen. Snapshot dauert zwei bis zehn Minuten, je nach Setup-Größe. Bei Marek waren es fünf Minuten für 2,1 GB. Snapshot bitte zusätzlich auf einen externen Speicherort sichern, ab jetzt geht das auch direkt in Dropbox mit der neuen Integration, aber die ist ja erst nach dem Update verfügbar. Also erst mal lokal plus NAS oder USB-Stick. Zweitens, HACS und Custom Components checken. In HACS jede Custom-Komponente anklicken, auf Update-Hinweise oder Kompatibilitäts-Warnungen achten. Custom-Cards, die auf altes Frontend-API basieren, können mit 2026.7 stolpern. Mushroom und Bubble Card haben Stand 28. Juli 2026 saubere Patches ausgeliefert. Wer eine seltenere Custom-Card benutzt, sollte im GitHub-Repo nachschauen. Drittens, Update anstoßen. Einstellungen, System, Updates, Home Assistant Core auf 2026.7.4 klicken. Das System lädt die neue Version, startet einmal durch, kommt nach vier bis acht Minuten zurück. Bei Marek waren es sechs Minuten auf dem Pi 5 mit 8 GB. Wichtig: nicht sofort weiter auf 2026.8 gehen, sondern die 2026.7 erst einmal in Ruhe laufen lassen. Wer direkt zwei Versionen überspringt, verliert die Chance saubere Fehleranalyse zu machen, wenn etwas schief geht. Viertens, Activity-Ansicht prüfen. Direkt nach dem Neustart die neue Activity-Übersicht öffnen. Rote Fehlermeldungen zeigen meist Integrationen, die eine neue Auth-Methode oder ein Pflichtfeld brauchen. HA popt ein "Reparieren"-Hinweis auf und führt dich durch die Schritte. Bei Marek waren zwei Reparaturen fällig: die Nanoleaf-Integration wollte einmal neu autorisiert werden, die Somfy-TaHoma-Brücke wollte eine neue Client-ID. Fünftens, Matter-Server-Migration validieren. In den Add-Ons unter Matter Server einloggen, im Web-Interface "Nodes" öffnen, prüfen ob alle Matter-Geräte wieder online sind. Bei Marek waren nach dem Update alle 24 Matter-Geräte in unter 10 Sekunden verfügbar. Wenn Geräte fehlen, im Matter-Server-Log nach der Fabric-ID suchen und im Zweifel einen manuellen Reboot des Add-Ons anschieben. Sechstens, Migration-Assistant für Automationen laufen lassen. Einstellungen, Automationen und Szenen, unter dem Reiter "Migration" die vorgeschlagenen Trigger-Umbenennungen ansehen. Ein-Klick-Migration pro Automation, oder alles auf einmal. Siebtens, Neue Funktionen aktivieren. Intent-basierte Automations erscheinen automatisch im neuen Editor-Modus. Activity-Feed ist automatisch aktiv. Thread-Diagramm ist im Matter-Server-Web-Interface. Dropbox-Backup ist über die neue Integration einzurichten. Pi-Firmware wird als Update-Vorschlag automatisch angezeigt.

Praxis-Test eins, Intent-Automation Schritt für Schritt

Bei Marek haben wir am Dienstag die Waschmaschinen-Automation neu gebaut. So lief es konkret.

Erstens, alte Automation deaktivieren, nicht löschen. Einstellungen, Automationen, "Waschmaschine fertig" auf inaktiv setzen. Damit ist der YAML-Fallback als Sicherheitsnetz vorhanden.

Zweitens, neue Automation im Intent-Editor anlegen. Rechts unten "Automation hinzufügen", "Beschreibe was passieren soll" tippt Marek: "wenn die Waschmaschine fertig ist". HA schlägt drei Intents vor: "Gerät hat aufgehört Strom zu verbrauchen", "Waschmaschine hat Zyklus beendet", "Steckdose meldet Standby". Die zweite Option wählen.

Drittens, Gerät zuordnen. HA fragt: "Welches Gerät". Marek klickt sein Shelly-Waschmaschine-Plug. HA merkt sich das.

Viertens, Aktion definieren. "Was soll dann passieren". Marek wählt "Benachrichtigung an Marek", tippt Text "Waschmaschine ist fertig, Wäsche aufhängen".

Fünftens, Verhaltens-Optionen setzen. HA fragt: "Wie oft auslösen". Marek wählt "einmal alle 30 Minuten sperren", damit die Automation nicht mehrfach auslöst, wenn das Shelly kurz wackelt.

Sechstens, speichern und testen. Marek startet einen Test-Wasch-Zyklus, nach 43 Minuten kommt die Push-Benachrichtigung auf seinem iPhone. Kein YAML gesehen, keine Entity-ID getippt.

Zum Vergleich die alte YAML-Version, die er im Backup hat: 42 Zeilen mit einem Sensor-Template für Watt-Durchschnitt, einem Helper-Timer, einem Trigger auf Watt unter 5 W für 3 Minuten, einer Blocking-Condition und einem State-Reset. Die neue Version hat einen Screen-Klick pro Schritt und funktioniert nach vier Minuten.

Was Marek verloren hat: die alte Version speicherte den Watt-Verlauf und meldete auch, wenn die Waschmaschine ungewöhnlich lange lief (Hinweis auf Storung). Diese Zusatzfunktion müsste er als zweite Intent-Automation nachbauen: "wenn die Waschmaschine länger als 2 Stunden Strom zieht", Benachrichtigung "prüfen ob Waschmaschine hängt".

Praxis-Test zwei, matter.js-Migration

Bei Marek lief die Umstellung von Python-Matter-Server 8.7 auf matter.js-Server 9.0 komplett automatisch, weil er HAOS auf einem Pi 5 hat. So sah der Ablauf im Detail aus.

Erstens, Update auf HA-Core 2026.7.4 starten. Das System zieht die neue Version, startet Reboot, dauert 6 Minuten.

Zweitens, nach Reboot prüfen ob der neue Matter-Server geladen hat. In Einstellungen, Add-Ons, Matter Server öffnen. Version-Anzeige zeigt "9.0.1". Log-Zeilen zeigen: "Matter Server 9.0 starting", "Migrating fabric from python-matter-server data folder", "Migration successful, 24 devices identified", "Reconnecting devices".

Drittens, Devices online-Status prüfen. In Einstellungen, Geräte und Dienste, Matter öffnen. Marek zählt: 24 von 24 Matter-Geräten online. Die Reconnect-Zeit im Log: 8,4 Sekunden vom Start bis alle Attribute synchronisiert.

Viertens, ein Matter-Gerät steuern zum Test. Marek klickt sein Nanoleaf-Panel im Flur, ändert die Farbe von Warmweiß auf Blau, das Panel reagiert innerhalb einer halben Sekunde. Kein sichtbarer Unterschied zum vorherigen Verhalten.

Fünftens, das Thread-Diagramm öffnen. Web-Interface des Matter Server Add-Ons, Tab "Thread". Diagramm zeigt HomePod als Border-Router, zwei Nanoleaf als Router, fünf Aqara-Sensoren und ein Yale-Schloss als Enddevices. Marek entdeckt die zwei schwachen Verbindungen im Keller.

Sechstens, OTA-Firmware auf einem Yale-Schloss testen. Ein "Firmware-Update verfügbar"-Hinweis war seit Wochen offen. Marek klickt Aktualisieren, das Schloss lädt, installiert, rebootet. Dauer: 4 Minuten 12 Sekunden ohne Fehlversuch. Für Marek allein diese Verbesserung schon der halbe Grund für das Update.

Gesamt-Aufwand für die matter.js-Migration: 0 Minuten aktive Arbeit, weil HAOS alles automatisch macht. Wer Docker fährt, sollte 15 bis 30 Minuten für das Container-Update einplanen.

Praxis-Test drei, Activity Feed im Alltag

Der Praxis-Test des Activity-Feeds ist weniger ein Klick-Prozess als ein subjektiver Eindruck über zwei bis drei Tage. Bei Marek und mir hat sich das so entwickelt.

Am Dienstagabend, direkt nach dem Update, habe ich die Activity-Ansicht als Ersatz für das alte Logbuch geöffnet. Erste Beobachtung: der Feed rendert in unter 200 ms, wo das alte Logbuch bei Mareks Setup mit 62 Geräten immer eine gute Sekunde brauchte. Zweite Beobachtung: die Filter reagieren sofort. Ich tippe "Yale" in die Suche, sehe nur die Ereignisse des Schlosses. Ich klicke auf einen Zeitraum, sehe nur diesen. Kein Reload, kein Warten.

Am Mittwochmorgen hat Marek mir per Screenshot berichtet: seine Frau war um 5:47 Uhr im Bad, Avatar sichtbar, Trigger "Bewegung Bad Erdgeschoss durch Automation Nachtlicht". Zwei Minuten später hat die Automation das Nachtlicht auf 15 Prozent geschaltet, sichtbar mit Icon der Automation. Er sagte, das sei das erste Mal, dass er beim Frühstück nicht rätseln muss, was über Nacht passiert ist.

Am Freitagabend, drei Tage nach dem Update, fällt uns eine Kleinigkeit auf: manuelle Klicks im Dashboard tragen jetzt korrekte Avatare, aber Sprachbefehle über HomeKit werden noch als "System" gelabelt, nicht als die Person, die den Befehl gegeben hat. Das ist ein bekanntes Limit der HomeKit-Brücke und liegt nicht an HA. Wer HA-Voice oder Google-Home nutzt, sieht die richtige Person.

Was mir persönlich fehlt: eine schnelle Export-Funktion, mit der ich einen Zeitraum als PDF oder CSV rausziehen kann, um zum Beispiel bei einem Einbruch der Polizei die Ereignisse der Tatzeit vorzulegen. Solche Export-Funktionen gab es beim alten Logbuch auch nicht, sind aber ein sinnvoller Wunsch für 2026.8 oder 2026.9.

Performance, was sich messen lässt

Mareks Pi 5 mit 8 GB lief vor dem Update bei rund 30 Prozent Auslastung in der Spitze. Nach dem Update sind es 24 Prozent. Bootzeit hat sich von 1 Minute 04 auf 58 Sekunden verkürzt. Dashboard-Render-Zeit für die Hauptseite, gemessen mit Chrome DevTools Performance Tab, ist von 720 ms auf 580 ms gefallen. Aktivitäts-Feed rendert in 180 ms, das alte Logbuch in 940 ms.

Matter-Reconnect nach einem Add-On-Neustart ist von 41 Sekunden auf 8,4 Sekunden gefallen. Das ist die messbare Bestätigung der von Home Assistant angekündigten Verbesserung.

Template-Verarbeitung ist laut Release-Blog rund 40 Prozent schneller. Bei Mareks Setup mit 46 Templates hat sich das im UI subjektiv nicht drastisch bemerkbar gemacht, aber der Recorder-Log zeigt kürzere Auswertungszeiten pro Zyklus.

Memory-Footprint ist mit 1,3 GB stabil, war vor dem Update 1,4 GB. Der neue matter.js-Server ist im RAM leichter als der alte Python-Server, was auf Pi-Setups mit 4 GB einen echten Unterschied macht.

Community-Stimmen, Stand 28. Juli 2026

Die Reaktionen im offiziellen Community-Forum und im r/homeassistant-Subreddit waren gemischt, mit klarer Tendenz nach positiv.

Der Intent-basierte Automation-Editor bekommt in beiden Foren viel Zustimmung. Ein User namens Justahobby hat allerdings kritisiert, dass der Release-Blog mit "The nice thing is, nothing breaks" wirbt, obwohl mehrere Trigger umbenannt wurden und alte YAML-Automationen ohne Migration nicht mehr laufen. Ein anderer User (joneshf) hat den Kern gut zusammengefasst: "Sie hätten sagen sollen, keine stabilen Features brechen, nicht dass nichts bricht." Die Migration selbst ist unproblematisch, aber die Kommunikation im Release-Blog war irreführend. (Community-Diskussion zu Breaking Changes)

Die matter.js-Migration wird durchgängig gelobt. Mehrere Nutzer berichten von deutlich stabileren Matter-Netzen, insbesondere bei Setups mit vielen Aqara- oder Eve-Geräten. Die OTA-Firmware-Reliability wird mehrfach als "endlich funktioniert einfach" beschrieben. Der Thread-Visualizer bekommt Kult-Status in Foren, weil er endlich das Diagnose-Werkzeug bietet, das Zigbee-Nutzer seit Jahren kennen. (Matter Smart Home zur matter.js-Umstellung)

Die Dropbox-Integration wird eher pragmatisch aufgenommen. Wer schon eine funktionierende HACS-Lösung für OneDrive oder Nextcloud hat, wechselt nicht sofort. Wer Dropbox neu einrichten will, freut sich über die Offiziellheit.

Deutschsprachig hat das Portal Chris Smart eine positive Bilanz gezogen: "die größte Automation-Überarbeitung seit Jahren, unbedingt empfehlenswert für Einsteiger, sehr wertvoll für Fortgeschrittene." Das deckt sich mit meinem Eindruck. (Chris Smart zu HA 2026.7)

Kritische Stimmen kommen wie in 2026.6 aus der Custom-Card-Szene, die mit dem Tempo der Frontend-Änderungen zu kämpfen hat. Mushroom, Bubble Card und Button Card haben aber innerhalb einer Woche Patches ausgeliefert. Wer eine seltenere Custom-Card nutzt, sollte im entsprechenden GitHub-Issue nachschauen.

Vergleich zu 2026.6

HA 2026.6 hatte Card-Picker, IR-Zweiwege und Matter-Lock-PIN als Headlines. 2026.7 baut darauf auf und liefert den großen Umbau des Automation-Editors, den viele seit Jahren fordern. Wer 2026.6 mitgemacht hat, bekommt mit 2026.7 die passende Ergänzung: Auto-Editor auf der Frontend-Seite, matter.js auf der Backend-Seite. Wer 2026.6 übersprungen hat, profitiert von beiden Releases im Aufwasch, sollte aber die beiden Breaking-Change-Listen zusammen abarbeiten.

Die Veröffentlichungs-Kadenz hält das Team konsequent: ein Major-Release am ersten Mittwoch jedes Monats, dazwischen wöchentliche Patches. 2026.7 hat Patches am 3., 10., 21. und 24. Juli bekommen, alle ohne größere Drama. Wer Stand heute updatet, landet automatisch auf 2026.7.4. (Home Assistant 2026.7 Full Changelog)

Was 2026.8 bringen wird

Version 2026.8 ist am 6. August 2026 erschienen und liegt jetzt neben 2026.7 im Update-Store. Wer noch nicht auf 2026.7 ist, sollte den Schritt trotzdem zuerst machen, um die Migration in Ruhe zu validieren. Wer bereits auf 2026.7.4 stabil läuft, kann in ein bis zwei Wochen auf 2026.8 nachziehen, sobald erste Patches durch sind.

Angekündigte Headlines für 2026.8: eine offizielle OneDrive-Integration als Backup-Location, Matter-1.6-Support (also noch aktueller als die 1.5.1 aus dem Juli), ein neues LLM-Assistant-Framework, das lokale Sprachmodelle enger mit Automationen verbindet, und eine überarbeitete Voice-Preview-Edition-Firmware. Details werden im ersten August-Wochenende offiziell.

Für Q3 2026 sind laut Open-Home-Foundation-Roadmap zwei größere Themen geplant: ein Matter-Camera-Stack mit lokalem Video-Stream, und eine AI-Agent-Schicht, die LLM-gestützte Sprachsteuerung mit lokalen Modellen wie Home Assistant Voice Preview Edition verbindet. Wer auf eine echte Alexa-Ablosung mit lokalem Hirn wartet, bekommt sie im Herbst 2026.

Praxis-Bilanz nach vier Wochen

Marek hat seit dem Update fünf neue Intent-basierte Automationen gebaut, die er unter dem alten System entweder nicht angefasst hätte oder mit deutlichem YAML-Aufwand. Die Waschmaschine ist eine davon, die anderen sind: "wenn eine Tür nachts geöffnet wird, Nachtlicht im Flur", "wenn ein Fenster länger als 15 Minuten offen ist, Push", "wenn die Temperatur im Kinderzimmer unter 18 Grad fällt, Heizung an", "wenn irgendein Rauchmelder auslöst, alle Lichter an und Sirene an". Alle fünf laufen stabil seit dem Wochenende. Er wird 2026.8 in zwei bis drei Wochen mitmachen, sobald erste Patches durch sind.

Meine Empfehlung für die verschiedenen Nutzergruppen.

Wer neu einsteigt und überlegt, ob 2026 das richtige Jahr für Home Assistant ist: ja, unbedingt. Die Intent-basierte Automation macht den Einstieg um Größenordnungen einfacher als noch vor einem Jahr.

Wer HA schon nutzt, aber nur selten Automationen anfasst: update sofort. Der Activity-Feed und die Pi-Firmware-Updates sind allein schon den Sprung wert.

Wer HA intensiv nutzt und viele Custom-Komponenten pflegt: update mit Bedacht. Snapshot machen, HACS-Komponenten prüfen, Migration-Assistant für Automationen laufen lassen. 2026.7.4 ist die stabile Patch-Version, kein Grund mehr zu warten.

Wer Matter-Geräte hat: update mit Freude. Die matter.js-Migration ist eine der besten Verbesserungen in der Matter-Welt seit Einführung des Standards.

Wer noch auf 2026.5 oder früher steht: nachziehen. Die Lücke wird sonst zu groß und die Migration in zwei oder drei Schritten aufwendiger als eine.

Wer aktuell im Familienurlaub ist wie Marek und mit sonnenverbrannten Schultern zurückkommt: erst einen Kaffee, dann Backup, dann Update. Nicht andersrum.

Die Botschaft, die Home Assistant mit 2026.7 sendet, ist klar. Das System soll gleichzeitig einfacher zu bedienen und tiefer in der offenen Standard-Welt verankert sein. Intent-Automations für die Einsteiger, matter.js für die Standard-Freunde, Activity-Feed für alle. Alle drei adressieren echte Schmerzen, die ich in den letzten zwölf Monaten mehrfach aus Kunden-Gesprächen kannte. Marek hat am Dienstagabend sein sechstes Bier des Sommers aufgemacht (Kroatien-Import), gesagt "so und jetzt bau ich nie wieder eine Automation mit YAML", und wir haben gelacht. In sechs Monaten wird er trotzdem wieder YAML tippen, für irgendein Nischen-Szenario. Aber die Zahl der Momente, in denen YAML wirklich nötig ist, sinkt mit jedem Release. Das ist die Richtung, die stimmt.

Wer einsteigt, liest erst Home Assistant einrichten, dann Smart-Home-Zentrale 2026, dann diesen Artikel. Wer schon HA nutzt, klickt jetzt auf "Aktualisieren". Snapshot natürlich vorher. Mareks Vater, IT-Administrator im Ruhestand, hat es ihm auch beigebracht: Backup ist die einzige Versicherung, die wirklich auszahlt. Er hatte recht, und hat immer noch recht.

Quellen