Am Mittwochmorgen um kurz nach acht rief Marek aus Augsburg-Lechhausen an. Der Softwareentwickler, den ich in den vergangenen Monaten mehrfach in seinem Umbau vom klassischen Aqara-Hub-Setup zu einer völlig durchmatterten Wohnung begleitet habe, hatte den ersten Kaffee halb ausgetrunken und den Update-Button in Home Assistant noch nicht gedrückt. Zwei Tage vorher, am Montag, war er von einer Wanderung im Allgäu zurückgekommen und hatte im Add-On-Store gesehen, dass 2026.8 zum ersten Mittwoch im August, also heute, um Punkt neun Uhr deutscher Zeit ausgerollt werden würde. Er wollte nicht wieder wie im Juli, als ihn 2026.7 auf einem alten Beta-Patch überrascht hatte, im kalten Wasser stehen. Also hatte er die Beta zwei Wochen mitgetestet, hatte am Vorabend ein sauberes Backup gezogen, und wartete jetzt am Küchentisch mit dem iPad in der einen und dem Yale-Ersatzschlüssel in der anderen Hand darauf, dass der Update-Button in HAOS grün wird.
Um zehn nach neun kam die Nachricht, dass 2026.8.0 verfügbar sei. Marek klickte auf Aktualisieren, sein Pi 5 rebootete zweimal in vier Minuten, und um Viertel nach neun stand oben rechts im Browser eine Adresse, die er in vier Jahren Home Assistant noch nie gesehen hatte: http://homeassistant.local, ohne den vertrauten Doppelpunkt und die Ziffernfolge 8123 hintendran. Der Login-Screen sah aus wie immer, aber unter Einstellungen, System, Netzwerk, war ein neues Feld sichtbar, in dem klar und aufgeräumt "HTTP-Serverport" stand, und daneben eine 80. Marek sagte in den Telefonhörer, halb amüsiert, halb verwirrt: "Nach vier Jahren, ich glaube ich muss die Bookmark-Leiste komplett umschreiben." Ich habe ihn den Vormittag über begleitet, wir haben nacheinander drei Sachen ausprobiert, die 2026.8 zum interessantesten Release in dieser Sommer-Trilogie machen, und danach die drei Baustellen angeschaut, die geblieben oder sogar neu dazugekommen sind. Das hier ist mein Lagebericht vom Release-Tag, mit Stand 5. August 2026 und der frisch veröffentlichten 2026.8.0. (Home Assistant 2026.8 Beta Blog, Full changelog 2026.8)
Was 2026.8 in einem Satz ist
Der Release trägt den Codenamen "A betta title", ein Wortspiel zwischen dem Fisch Betta splendens und "a better title", und das ist charakteristisch für die Ausrichtung. Wo 2026.7 im Juli mit den Intent-basierten Automatisierungen und dem neuen Matter-Server einen technischen Meilenstein gesetzt hat, geht es im August um etwas anderes. Das Home-Assistant-Team hat gründlich aufgeräumt. Die Adresse ist einfacher, die Menüs sind aufgeräumt, Matter-Türklingeln funktionieren endlich als das, was sie sind, und die alte Trennung zwischen "Anfänger-Optionen" und "Advanced-Einstellungen" ist an knapp dreiundvierzig Stellen aus der Oberfläche verschwunden. Es gibt keinen einzelnen Wow-Effekt, aber die Summe der kleinen Änderungen macht Home Assistant an diesem Mittwoch spürbar zugänglicher, ohne dass wer, der schon ordentlich tief drin steckt, etwas verliert. (Smart Home Junkie zu HA 2026.8)
Headline eins: Matter-Doorbell-Ereignisse werden endlich sichtbar
Wer sich in den vergangenen zwölf Monaten eine der neuen Matter-fähigen Türklingeln gekauft hat, kennt das ärgerliche Zwischenspiel. Die Aqara G410, die neuen Reolink-Modelle mit Matter-Bridge, die Nuki-Vorbereitung, alle wurden vom Matter-Server in Home Assistant zwar erkannt, aber der eigentliche Klingelton, der Druck auf den Türklingel-Knopf, war für HA jahrelang unsichtbar. Er wurde als generisches Matter-Switch-Ereignis abgestempelt, und wer eine Automation bauen wollte, die auf "wenn es klingelt" reagiert, musste per Template-Sensor auf den Zustand des Switches lauschen, das Timing selbst berechnen und hoffen, dass der Hersteller-Firmware-Update den Zustand nicht plötzlich anders serialisiert. Das ganze war Bastelei, und es war die größte ungelöste Baustelle im Matter-Ecosystem von Home Assistant.
Mit 2026.8 dreht das Team diesen Punkt endgültig um. Der Matter-Server wurde in der App-Version 9.1.1 von der internen Bibliotheks-Version 1.2.6 auf 1.3.3 gehoben, und in diesem Sprung ist die Erkennung des Matter-Doorbell-Gerätetyps als eigene Kategorie enthalten. Im Klartext: eine Türklingel, die im Matter-Standard sowohl die Switch-Cluster als auch den zusätzlichen Doorbell-Deskriptor mitbringt, taucht in Home Assistant ab sofort als Event-Entity auf, mit dem klaren Trigger "doorbell pressed". Aus diesem Event heraus kannst du direkt Benachrichtigungen versenden, Licht schalten, Sprachnachrichten auf den Lautsprechern abspielen oder eine Aufnahme starten, ohne dass eine Zeile Template-YAML dazwischen liegt. (Matter Alpha zu HA 2026.8 Doorbell-Events)
Bei Marek war der Praxis-Test in vier Minuten durch. Seine Aqara G410, die seit Juni auf dem Vordach unter dem Klingelknopf steht und bis vor der 2026.8 nur als "unknown Matter switch" in HA sichtbar war, meldete sich nach dem Update von selbst als "Aqara Doorbell G410". Wir haben in Einstellungen, Geräte und Dienste, die Entity aufgemacht, den Event-Typ "doorbell_button_pressed" gesehen, eine Testautomation gebaut ("wenn Türklingel gedrückt, dann sende Push an alle Familien-Handys und schalte im Wohnzimmer die Deckenlampe für 20 Sekunden grün"), und Marek ist runter, hat auf den Knopf gedrückt, und drei Sekunden später blinkte sein iPhone. Ohne Aqara-Hub im Netz, ohne Zigbee-Repeater, ohne Homekit-Umweg. Nur HA und die Matter-Klingel, direkt über Thread verbunden. Er sagte, das sei der Moment, wo er zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass Matter das Versprechen einlöst, mit dem der Standard 2022 gestartet ist. (Home Assistant Matter-Integration Doku)
Wichtig zur Einordnung: das Doorbell-Event ist ausdrücklich nur der Knopfdruck. Was 2026.8 noch nicht bringt, ist die native Anzeige des Video-Streams der Türklingel im HA-Frontend. Die Matter-Camera-Cluster, die im Sommer mit Matter 1.5 in die Spezifikation gerutscht sind, brauchen weiterhin die passende Frontend-Karte, an der das Team gerade arbeitet. Wer den Live-Stream der G410 im Dashboard sehen will, kombiniert 2026.8 wie bisher mit einer WebRTC- oder RTSP-Anbindung parallel, oder wartet auf 2026.9. Der große Sprung, dass die Klingel als eigenständige Entity ohne Basteleien Alarme auslösen kann, ist heute passiert. Das war der noch offene Punkt aus meinem Vorbereitungs-Artikel Nummer 095 von letzter Woche. (Notebookcheck zu HA 2026.8)
Headline zwei: Der :8123-Port verschwindet aus der Adresse
Wer 2018 oder 2019 mit Home Assistant angefangen hat, kennt das Ritual. Du willst deinem Partner erklären, wie er das Dashboard auf dem alten iPad aufruft, du diktierst "haa dee hoempeh doppelpunkt schraegstrich schraegstrich home ass punkt local doppelpunkt acht eins zwei drei", und dein Partner tippt es dreimal falsch, weil "wieso ist da ein Doppelpunkt und dann Zahlen". Der Port 8123 war seit 2013 die Standard-Adresse für HA, und er war eine der ersten Huerden, die neue Nutzer nehmen mussten. Er stand auf jeder Anleitung, jeder Wiki-Seite, jedem YouTube-Screenshot. Und er war unnoetig, weil Port 80 in modernen Routern und in Home Assistant Operating System schon lange technisch verfügbar gewesen wäre, das Projekt hatte den Umstieg nur nie gemacht.
Mit 2026.8 ist der Sprung da. Neue Home-Assistant-Operating-System-Installationen laufen ab Werk auf Port 80. Kein Doppelpunkt, keine Zahlenkette, nur http://homeassistant.local, oder eben die IP des Pi. Bestehende Installationen bleiben standardmäßig auf 8123, weil das Team nicht will, dass 400.000 Setups am Update-Tag plötzlich unerreichbar werden, aber wer will, ändert den Port in den Einstellungen unter System, Netzwerk, HTTP-Serverport mit einem Klick auf 80 um. (Smart Home Junkie zu Port 80 in HA 2026.8)
Das Team hat ein feines Sicherheitsnetz eingebaut, das ich ausdrücklich lobend erwähnen will. Wenn du im laufenden System den Port änderst und danach nicht mehr auf HA zugreifen kannst, weil zum Beispiel deine Fritzbox die Weiterleitung nicht mitzieht oder ein anderer Dienst schon auf 80 hört, fällt Home Assistant nach fünf Minuten automatisch auf den alten Wert zurück. Marek hat das aus Neugier direkt getestet. Er hat auf Port 80 umgestellt, den Browser einmal geschlossen, und weil er die neue Adresse in der Familien-Chat-Gruppe noch nicht rausgeschickt hatte, konnte er zehn Sekunden lang nichts erreichen. Dann fiel ihm ein, dass er einfach homeassistant.local ohne alles eintippen kann, und alles lief. Wer sich verklickt und ins Nichts konfiguriert, wartet fünf Minuten und ist zurück auf dem alten Port. Ich hätte mir dieses Muster in fünf anderen Netzwerk-Umbauten im Leben gewünscht, und finde es hier hervorragend gelöst. (Home Assistant 2026.8 Beta Blog)
Wer bereits ein Reverse-Proxy-Setup mit einem eigenen Sub-Domain und einem Nginx-Proxy-Manager oder Traefik davor betreibt, ist von der Änderung nicht betroffen. Deine externe Adresse bleibt wie sie ist, dein internes HA läuft weiter auf 8123 im internen Netz, und der Proxy leitet weiter. Wichtig ist nur: wenn du zu den Nutzern gehörst, die aus alter Gewohnheit auf allen Geräten in der Wohnung http://homeassistant.local:8123 als Bookmark haben, und du willst später mal auf einen Port-80-Betrieb umsteigen, funktionieren die alten Bookmarks nach der Umstellung nicht mehr. Der einfachste Ratschlag lautet: neuen Bookmark http://homeassistant.local speichern, alten Bookmark löschen, fertig.
Headline drei: Das Wort Advanced verschwindet aus 43 Menüs
Wer sich in den letzten Jahren durch die HA-Einstellungen geklickt hat, kannte den Rhythmus. In Automations, in Skripten, in Integrationen, in Templates, an sehr vielen Stellen war ein Bereich mit dem Titel "Advanced" oder "Erweitert" eingeklappt, und man wusste nie so richtig, ob das jetzt eine gefährliche Zone ist, in die man nur mit Warnhinweisen reingeht, oder ob dort einfach nur Optionen liegen, die man nicht so oft braucht. Für Anfänger war das ein Signal von "vielleicht besser Finger weg". Für erfahrene Nutzer war es ein sinnloser Klick mehr.
Das Team hat in 2026.8 an rund vierzig bis dreiundvierzig Stellen im Frontend das Wort "advanced" bewusst entfernt. Aus "Advanced Options" wird "Options". Aus "Advanced Settings" wird "Settings". Aus dem Menüpunkt "Developer Tools", der bisher einer der intimidierendsten Bereiche für Neueinsteiger war, wird "Tools". Der Grundgedanke, den Franck Nijhof, der zusammen mit Paulus Schoutsen die Release-Note schreibt, im Blog-Post ausdrückt, ist klar. Nichts an Home Assistant soll sich wie eine geschlossene Tür anfühlen, hinter der nur Fortgeschrittene willkommen sind. Alles ist einfach eine Einstellung. Die Konsequenz ist im Alltag interessant. Marek hat mir am Vormittag gezeigt, wie sich seine Frau, die HA sonst nur benutzt und nicht konfiguriert, ganz anders durch die Einstellungen bewegt. Die Kategorien wirken wie eine Bibliothek, nicht wie ein Schilderwald. (Smart Home Junkie zum Wegfall des Advanced-Labels)
Parallel dazu ist die Home-Assistant-Cloud-Seite in den Einstellungen komplett neu aufgebaut. Die alte Einzel-Liste, in der Remote-Zugriff, Backups, Alexa-Verknüpfung, Google-Verknüpfung und Voice-Assistants übereinander gestapelt waren, ist einer Übersichts-Startseite gewichen, die zuerst die aktuellen Abo-Kennzahlen zeigt, und in Unterseiten je einen Themenbereich sauber trennt. Für Neueinsteiger, die zum ersten Mal Nabu Casa buchen, ist das die klarste Onboarding-Erfahrung, die die Cloud-Seite je hatte. Für Bestandsnutzer sind die Klick-Wege minimal länger geworden, aber die Kategorisierung ist besser.
Headline vier: Entity-IDs endlich frei formatierbar
Wer schon mal versucht hat, in Home Assistant eine große Wohnung strukturiert zu benennen, kennt das Problem. Neue Entities bekommen automatisch einen Namen nach dem Muster sensor.thermostat_temperature, und wer will, dass diese Namen die Raumzuordnung, die Etage oder die Rolle des Geräts tragen, muss jeden Namen von Hand anfassen. Wer Zigbee2MQTT nutzt, bekommt die Devices oft in unstrukturierten Batches herein und muss durch drei Menüs klicken, um sensor.thermostat_temperature in sensor.wohnzimmer_thermostat_temperatur umzubenennen. Wer das nicht macht, verliert nach zwei Jahren jeden Überblick.
2026.8 führt unter Einstellungen, System, eine neue Option namens "Entity-ID-Format" ein, die es erlaubt, das Namensmuster für neu erstellte Entities global vorzugeben. Du kannst wählen zwischen Reihenfolgen wie Bereich-Gerät-Entity, Etage-Bereich-Gerät-Entity, Bereich-Etage-Gerät-Entity, oder ganz freien Kombinationen. Ein neuer Thermostat-Sensor im Wohnzimmer im Erdgeschoss heißt dann nicht mehr sensor.thermostat_temperature, sondern zum Beispiel sensor.erdgeschoss_wohnzimmer_thermostat_temperatur, wenn du diese Reihenfolge einmal global gesetzt hast. Für bestehende Entities bleibt die alte Benennung erhalten, aber du kannst pro Entity einen Reset auslösen, der die neue Regel anwendet. (Smart Home Junkie zu Custom Entity IDs)
Was das im Alltag heißt: wer ein großes Haus mit mehreren Etagen, vielen Räumen und dutzenden neuen Geräten einrichtet, wird die nächsten Wochen erheblich weniger klicken. Wer ein bestehendes chaotisches Setup hat, kann Stück für Stück aufräumen, ohne alles auf einmal überholen zu müssen. Marek hat sich das Format bereich_gerät_entity gesetzt, hat testweise einen neuen Aqara-Kontaktsensor in der Küche eingebunden, und die neue Entity hieß sofort binary_sensor.küche_aqara_kontakt_fenster, statt wie bisher binary_sensor.lumi_lumi_sensor_magnet_aq2_c8de1104_on_off. Das ist Alltagsqualität, die niemand als Wow-Feature verkauft, aber die nach zwei Wochen den Unterschied macht, ob du dein System selbst noch verstehst.
Headline fünf: Devices dürfen sich duplizieren
Bisher hatte Home Assistant eine Faustregel, die auf dem Papier gut klang und in der Praxis oft nervte. Wenn ein Gerät über zwei oder mehr Integrationen erreichbar war, zum Beispiel eine Reolink-Kamera über die native Reolink-Integration und zusätzlich über das UniFi-Protect-System, dann hat HA versucht, beide Datenquellen in einem einzigen Device-Eintrag zu verschmelzen. Das ging nur solange gut, wie die beiden Quellen die gleichen Attribute lieferten. Sobald eine Quelle eine besondere Steuerungsoption hatte, die die andere nicht kannte, tauchte diese Option gar nicht mehr im UI auf, und wer den Grund suchte, brauchte oft eine halbe Stunde und drei Blicke ins Log.
Mit 2026.8 ändert das Team die Logik. Ein physisches Gerät, das über zwei Integrationen im System auftaucht, wird ab sofort auch zwei mal als Device geführt. Jede Integration behält ihren eigenen Eintrag, mit ihren eigenen Entities, ihren eigenen Attributen. Beim Update-Vorgang taucht in Einstellungen, Reparaturen, eine Meldung namens "Ersetzte Geräte" auf, in der HA dich fragt, welche Integration in bestehenden Automatisierungen als Quelle beibehalten werden soll. Wer eine Kamera in mehreren Automationen als Reolink-Device angesprochen hat, kann bewusst entscheiden, ob die Automation weiter die Reolink-Integration nutzen soll, oder ob sie auf die UniFi-Protect-Version umgezogen wird. (Smart Home Junkie zur Device-Splitting-Logik)
Der Sprung ist wichtig, wird aber am ersten Tag nach dem Update für viele Nutzer eine kleine Aufräum-Aufgabe bedeuten. Ich habe mit Marek zusammen elf "ersetztes Gerät"-Hinweise abgearbeitet, jeder brauchte zwei Klicks, insgesamt zehn Minuten. Wer nur mit sauber getrennten Integrationen arbeitet, sieht die Meldung überhaupt nicht. Wer wie Marek eine Weile lang mit HACS-Duplikaten und offiziellen Integrationen parallel experimentiert hat, sollte am Update-Tag Zeit einplanen. Nichts davon bricht, wenn man die Meldungen einfach stehen lässt, aber die Automatisierungen laufen aufgeräumter, wenn man sie einmal explizit richtig verdrahtet.
Headline sechs: Zwei neue Trigger, ein aufgeräumtes Energie-Dashboard
Zwei kleinere, aber im Alltag sichtbare Erweiterungen der Automations-Basis wandern in 2026.8 mit rein. Der neue Trigger "Vibration" ergänzt das bisherige Muster, in dem HA nur reagieren konnte, wenn eine Vibration beginnt oder endet, um eine Condition, die im Ablauf einer längeren Automation prüft, ob gerade etwas vibriert. Praktisches Beispiel, das im offiziellen Blog steht: eine Waschmaschinen-Automation, die die Fertig-Meldung erst dann schickt, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig gelten, keine Vibration mehr, und Leistungsaufnahme unter fünf Watt. Das ist genau die Kombination, die Marek vor drei Wochen in der 2026.7 mit Intent-Blocks in vier Klicks aufgebaut hatte, und die jetzt noch einen Ticken zuverlässiger wird, weil die alte "Vibration ist beendet"-Regel durch die Attribut-Prüfung ergänzt werden kann. (Home Assistant 2026.8 Beta Blog)
Der zweite neue Trigger klingt zunächst wie ein Gimmick und ist im Detail aber überraschend nützlich. "Mondphase" feuert, sobald der Mond von einer Phase in die nächste wechselt, also von zunehmendem Halbmond zu Vollmond, von Neumond zu abnehmendem Halbmond, und so weiter. Wer eine Außenbeleuchtung im Garten hat, die bei Vollmond gedimmter laufen soll, kann das jetzt ohne Template-Sensor bauen. Wer eine LED-Uhr im Flur hat, die die aktuelle Mondphase visualisiert, kann sie zum exakten Zeitpunkt des Übergangs neu einfärben. Und wer aus einer Automation heraus das Mondgeschehen als Bedingung nutzen will, zum Beispiel für eine Alarmanlage die bei Vollmond einen anderen Empfindlichkeitsmodus fährt, hat jetzt eine saubere Condition-Option ohne Zusatz-Integration. (Home Assistant Moon-Integration Doku)
Im Energie-Dashboard hat das Team einen Punkt gefixt, der im Frühsommer häufig gemeldet wurde. Wer einen Heim-Batteriespeicher im Dashboard eingerichtet hat, sah bisher eine geschätzte Ladeprozent-Anzeige, weil HA die tatsächliche Kapazität des Speichers nicht kannte. In 2026.8 gibt es unter der Battery-Storage-Quelle ein neues Feld "Batteriekapazität", in das du die Kapazität in Kilowattstunden einträgst. Ab dem Moment rechnet das Dashboard mit dem echten Wert, die Ladeprozent-Anzeige ist auf plusminus zwei Prozent genau statt vorher plusminus fünfzehn. Für Nutzer eines Anker SOLIX, eines Marstek, eines Sonnen oder eines E3DC ist das die genaueste Anzeige, die das HA-Dashboard je hatte, ohne Custom-Sensor drumherum.
Kleiner Nachtrag zum Alltag: der Media-Browser, in dem der Radio-Browser für Web-Radios steckt, hat nach jahrelanger Wartezeit endlich ein Suchfeld bekommen. Wer bisher seine lokale FM-Alternative "Radio Schwaben" in einer alphabetischen Liste von zwölftausend Sendern suchen musste, tippt jetzt drei Buchstaben und findet ihn. Und im Dashboard-Editor kannst du beim Hinzufügen einer Karte einzelne Karten-Typen mit einem Stern als Favorit markieren, die dann in einem eigenen Bereich oben angezeigt werden. Beides sind Winzigkeiten, aber die Kategorie "endlich" trifft es gut.
Headline sieben: Sechzehn neue Integrationen, Dropbox rüstet auf Silber
Die Integrationen-Liste in 2026.8 ist mit sechzehn Neuzugängen die zweitgrößte des Jahres. Bemerkenswert ist die klare Verschiebung Richtung AI und Sprachmodelle. Neu sind unter anderem eine allgemeine LiteLLM-Integration, die als Router-Layer zwischen HA-Voice und beliebigen Sprachmodellen sitzt, eine llama.cpp-Conversation-Integration, die lokal laufende Modelle auf einem starken Mac oder einer NVIDIA-Karte für die HA-Sprachsteuerung nutzt, und eine Google-Health-Integration, die Vitaldaten aus einem verknüpften Google-Konto in HA-Sensoren spiegelt. Für die Poolsteuerung kommt NeoPool dazu, im Sprint der Klimageräte Midea, im Nutzer-Wearable-Bereich Harbor Sleep, für Auto-Tracking ScorpionTrack, und aus der Düsseldorfer Ecke Dyson Infrared für die Steuerung der Dyson-Infrarot-Heizung. (Home Assistant 2026.8 Beta Blog, Home Assistant Changelog 2026.8)
Zusätzlich zu den Neuzugängen gibt es sieben Qualitäts-Upgrades bestehender Integrationen. Anthropic und die SMLIGHT-SLZB-Zigbee-Sticks erreichen "Platin", das höchste Zuverlässigkeitsniveau des Projekts, mit vollständiger Unit-Test-Abdeckung und dokumentierter Fehler-Recovery. Nobø Ecohub schafft "Gold". Und mit Dropbox, Kiosker, OpenWrt, STIEBEL ELTRON und WattWächter Plus wandern fünf weitere Integrationen auf "Silber". Der Sprung von Dropbox ist besonders relevant, weil er zeigt, dass die im Juli mit 2026.7 hinzugefügte offizielle Dropbox-Backup-Integration nach vier Wochen Praxis-Feuer als stabil eingestuft wird. Wer Marek im Juli beim Umzug von der HACS-Community-Lösung auf die offizielle Integration begleitet hat, weiß dass die Umstellung ohne Zwischenfälle lief. Der Silber-Status ist die verdiente Bestätigung. (Home Assistant Dropbox-Integration Doku)
Wer nach OneDrive fragt, das im Vorbereitungs-Zettel zu diesem Release-Test noch als potenzielle Ergänzung stand, sei beruhigt. OneDrive ist als offizielle Backup-Location bereits seit 2026.3 verfügbar, die OneDrive-für-Business-Variante seit dem gleichen Release. Beide sind in 2026.8 nicht neu, laufen aber unverändert stabil und sind für die Nutzer, die von der HACS-Community-Lösung noch nicht umgezogen sind, weiter die empfohlene Route. Die Weichen für eine breite Cloud-Backup-Landschaft in HA sind gestellt, ohne dass jeder einzelne Anbieter dafür ein neues Release braucht. (Home Assistant OneDrive-Integration Doku)
Die Praxis: Aqara G410 in vier Minuten neu eingebunden
Wir haben am Vormittag mit Marek die neue Matter-Doorbell-Erkennung so eingerichtet, dass jemand, der das gleiche Setup fährt, Schritt für Schritt mitgehen kann. Ausgangslage: Aqara-Doorbell G410 hängt seit Anfang Juni am Vordach, ist über Thread mit dem HomePod-mini-Border-Router im Wohnzimmer verbunden, wurde bis heute nur als "Matter Switch" in HA erkannt. Zeit vom Klick bis zur funktionierenden Automation: knapp vier Minuten.
Schritt eins: Update auf 2026.8 durchziehen. Einstellungen, System, Updates, Home Assistant Core aktualisieren, warten bis der Pi zweimal rebootet hat. Der Add-On-Store hat parallel die Matter-Server-App auf Version 9.1.1 gezogen. Nach dem zweiten Reboot einmal den Reiter Einstellungen, Geräte und Dienste, Matter, aufmachen, kontrollieren dass der Matter-Server-Status auf "verbunden" steht.
Schritt zwei: Doorbell-Gerät neu erkennen lassen. In der Regel passiert das automatisch, das Gerät taucht mit neuem Namen "Aqara Doorbell G410" und einer neuen Event-Entity event.aqara_doorbell_g410_pressed auf. Wenn das nicht passiert, einmal Einstellungen, Reparaturen, "Matter-Devices neu erkennen" anwerfen. Bei Marek war die Umbenennung nach dem ersten Reboot schon durch.
Schritt drei: Testautomation bauen. Einstellungen, Automations, Automation hinzufügen, im neuen Intent-Editor "wenn eine Türklingel gedrückt wird" wählen, das Gerät Aqara Doorbell G410 auswählen. Als Aktion "Push-Benachrichtigung an alle Familienhandys" und "Wohnzimmer-Deckenlampe für 20 Sekunden auf grün setzen" hinzufügen. Speichern.
Schritt vier: Test drückt jemand vor der Tür den Klingelknopf, das Handy vibriert innerhalb von zwei bis drei Sekunden, die Deckenlampe wechselt für zwanzig Sekunden ins Grüne. Wir haben den Test vier Mal wiederholt, um sicherzugehen, jedes Mal reproduzierbar. Wichtig: wer die Push-Nachricht über HA-Cloud versendet, hat eine Verzögerung von ein bis zwei Sekunden. Wer die native Home-Assistant-App mit direktem MQTT nutzt, ist bei unter einer Sekunde. Wer eine Sprachnachricht auf einem Sonos oder einem Voice-PE-Lautsprecher abspielen lässt, muss mit einer bis vier Sekunden Puffer rechnen, je nach WLAN-Auslastung.
Breaking Changes: Was in 2026.8 bricht
Die Breaking-Changes-Liste in 2026.8 ist überschaubar, aber ein paar Punkte sollten dich nicht unvorbereitet erwischen. AirNow, die US-Luftqualitäts-Integration, hat die Station-Radius-Option entfernt. Wer sie explizit gesetzt hatte, muss die Integration einmal neu konfigurieren. Gardena Bluetooth hat den activation_reason-Attributwert auf feste Enum-Werte standardisiert. Wer Templates hatte, die auf freien Text-Vergleich lauten, muss die Werte anpassen. Edifier Infrared hat Button-Codes korrigiert, die im vorherigen Release falsch zugeordnet waren. Wer Automatisierungen auf diese Codes gebaut hatte, muss einmal prüfen ob die richtigen Buttons auslösen. (Home Assistant Changelog 2026.8)
Die weitreichendste Änderung betrifft die Robot-Vacuums. Acht Integrationen, unter anderem Roborock, Xiaomi und iRobot, haben die Property battery_level als eigenständiges Attribut aus ihren Vacuum-Entities entfernt. Wer den Batteriestand in einem eigenen Dashboard-Widget nutzt oder in einer Automation abfragt, bekommt ab 2026.8 den Wert nur noch über die separate Battery-Sensor-Entity sensor.roborock_battery. Der Grund liegt in einer Konsolidierung: eine Vacuum-Entity sollte nur den Saugroboter selbst repräsentieren, sein Batterie-Zustand ist ein eigenes Sensor-Konzept. Die Umstellung ist einfach, aber sie muss in bestehenden Templates einmal geändert werden. Bei Marek war das ein Sensor, den er in zwei Zeilen YAML angefasst hat.
Ohme, ein Wallbox-Hersteller, hat den Energiesensor aus der Integration entfernt, weil der Wert historisch ungenau war und Nutzer mit falschen Verbrauchszahlen gefüttert hat. Wer die Ohme-Wallbox in Kombination mit einem eigenen Zähler betreibt, ist nicht betroffen. Wer den HA-Sensor als Primaerquelle genutzt hat, muss einen externen Zähler oder EVCC-Daten einbinden. Paperless-ngx braucht ab 2026.8 mindestens Version 2.19 auf dem Backend. UniFi Protect entfernt AI Port Support und die Detection Scores und braucht ab sofort Version 7.1 oder neuer. Und zwei Integrationen sind komplett entfernt worden. Volvo On Call wurde durch eine "newer Volvo integration" ersetzt, wer die alte in Betrieb hatte, muss einmalig manuell umziehen. Permobil, ein Hersteller elektrischer Rollstühle, wurde entfernt weil die Hersteller-API abgeschaltet wurde und keine Alternative existiert.
Kein einziger dieser Breaking Changes ist ein Show-Stopper. Wer eine der genannten Integrationen benutzt, sollte nach dem Update einmal die Repair-Seite öffnen und die Hinweise abarbeiten. Wer keine der Integrationen benutzt, merkt von der Liste gar nichts.
Migrations-Anleitung von 2026.7 nach 2026.8
Der Update-Vorgang von 2026.7 nach 2026.8 ist nach meiner Beobachtung an drei Testsystemen und dem Live-Update bei Marek reibungslos gelaufen, aber die typische Vorsichtsmaßnahme bleibt gültig. Schritt eins: manuelles Backup vor dem Update auslösen. Einstellungen, System, Backups, jetzt sichern. Wer die Dropbox-Integration oder OneDrive-Integration aus dem Juli-Release aktiv hat, lässt das Backup zusätzlich in die Cloud spiegeln. Schritt zwei: Kompatibilitäts-Prüfung für HACS-Custom-Komponenten. Einige Custom-Integrationen, insbesondere die älteren Community-Lösungen für Dropbox oder OneDrive, können mit den offiziellen Integrationen kollidieren. Wer noch eine der HACS-Lösungen laufen hat, sollte sie vor dem Update deaktivieren.
Schritt drei: das eigentliche Update. HAOS-Nutzer klicken in Einstellungen, System, Updates, auf "Home Assistant Core aktualisieren", der Pi rebootet zweimal in vier bis acht Minuten. Docker-Nutzer ziehen das neue Image mit docker pull ghcr.io/home-assistant/home-assistant:2026.8 und ersetzen den Container mit dem gleichen Volume. Supervised-Installationen bekommen das Update über den Supervisor automatisch angeboten.
Schritt vier: Nacharbeit. Einstellungen, Reparaturen, aufmachen, die Meldungen zu "ersetzten Geräten" durchgehen, die Auswahl der bevorzugten Integration pro Gerät treffen. Einmal die Automatisierungen im Editor öffnen und prüfen, ob alte Referenzen auf entfernte Attribute wie battery_level bei Vacuums noch stehen. Falls ja, auf die neue Sensor-Entity umschreiben. Wer ein Reverse-Proxy-Setup hat, muss nichts anfassen. Wer eine direkte Verbindung ohne Proxy nutzt, kann optional in den Einstellungen den Serverport von 8123 auf 80 umziehen.
Schritt fünf: für die Bezähmten unter uns, einmal die Doorbell-Devices anschauen. Wer eine Matter-Klingel besitzt, sollte prüfen ob sie jetzt als Event-Entity taucht und die Bezeichnung korrigieren. Und einmal die neue Entity-ID-Format-Einstellung setzen, damit neue Devices von Anfang an sauber heißen.
Community-Rezeption: was Reddit und Discord am Release-Tag sagen
Die ersten Threads im HA-Discord und im r/homeassistant-Subreddit sind seit dem heutigen Morgen aktiv, und die Stimmung ist überwiegend positiv, aber merkbar unspektakulärer als beim 2026.7-Release. Wer das Beta seit dem 22. Juli mitgefahren ist, hatte den großen Wow-Moment schon vor zwei Wochen, als der Port 80 in den ersten Docker-Beta-Container reingerutscht ist. Die Diskussion konzentriert sich weniger auf einzelne Features, mehr auf die Frage, wie sich die neue Cloud-Seite und die "Advanced"-Aufräumaktion im Alltag anfühlt. (Home Assistant 2026.8 Beta Blog)
Zwei Punkte tauchen mehrfach positiv auf. Erstens: die Doorbell-Event-Erkennung wird auch von Nutzern gelobt, die keine Aqara-Klingel besitzen. Ein User mit einer älteren Netatmo-Video-Doorbell, die eine Matter-Bridge zwischengeschaltet hat, meldet dass sein Klingel-Event nach dem Update in HA erstmals als eigenes Event auftaucht. Ein anderer mit einer Reolink-Battery-Doorbell PT berichtet dasselbe. Zweitens: die "Entity-ID-Format"-Option wird als seit Jahren überfällig gefeiert, mehrere Nutzer beschreiben, dass sie den Rest des Wochenendes damit verbringen werden, ihre bestehenden Entities auf das neue Muster umzuziehen.
Zwei Punkte tauchen kritisch auf. Erstens: der Port-Wechsel auf 80 hat bei Nutzern, die noch das originale Raspberry-Pi-Image von 2020 in Betrieb haben, in Einzelfällen zu Konflikten geführt, weil ein anderer Dienst wie ein alter AirPlay-Bridge-Server bereits auf 80 hörte. Das Auto-Rollback nach fünf Minuten fangt diese Fälle ab, aber wer den Port aktiv umstellen will, sollte vorher netstat -tuln | grep :80 auf dem Pi laufen lassen. Zweitens: einige HACS-Custom-Cards zur Anzeige des Logbuchs sind nicht auf die Aktivitäts-Timeline aus 2026.7 umgezogen und funktionieren mit 2026.8 nach wie vor nicht wie erwartet. Betroffen sind vor allem Custom-Cards, die die alte Logbook-API mit spezifischen Filter-Attributen ansprechen.
Der wichtigste Thread des Tages steht auf GitHub in den Milestone-Issues zum Frontend. Ein bekannter Bug, der im Beta-Cycle noch nicht abschließend gefixt war, betrifft das Rendering der Custom-Entity-IDs bei Verwendung von Bindestrich statt Unterstrich in Bereichs-Namen. Wer einen Bereich "Ober-Etage" oder "Bad-Gäste" hat, sollte die Bindestriche entweder in Unterstriche wandeln oder mit einem Reset-Klick pro Entity die neue Regel anwenden. (Home Assistant Core 2026.8.0b0 auf GitHub)
Vergleich zu 2026.7: Welche Baustellen sind fertig, welche neu
Wer den letzten Release-Test in Artikel 090 gelesen hat, erinnert sich an fünf große Punkte des Juli-Releases: Intent-basierte Automatisierungen, matter.js als neuer Matter-Server, Activity-Feed statt Logbuch, Thread-Netzwerk-Diagramm, offizielle Dropbox-Integration. Von diesen fünf sind vier in 2026.8 unverändert gut weitergelaufen, einer hat eine wichtige Ergänzung bekommen.
Die Intent-Automatisierungen sind stabil, mit neuen Intents für Vibration und Mondphase erweitert. Der matter.js-Server ist von 1.2.6 auf 1.3.3 gehoben und bringt mit der Doorbell-Erkennung die große Ergänzung des Sommers. Der Activity-Feed läuft ohne Änderungen, die Community-Kritik an Custom-Cards ist im Frontend-Issue-Tracker sichtbar aber nicht direkt gelöst. Das Thread-Netzwerk-Diagramm im Matter-Server-Web-Interface ist unverändert gut, mit dem Update auf 1.3.3 sind ein paar Detail-Verbesserungen an der Live-Anzeige der Link-Qualität dazugekommen. Und die Dropbox-Integration ist mit dem Silber-Status offiziell als produktionsreif eingestuft.
Neu und im 2026.7-Test noch offen war die native Erkennung von Matter-Türklingeln. Der Punkt ist heute erledigt. Weiter offen bleiben: die Frontend-Anzeige von Matter-Camera-Streams, die volle Umsetzung der Matter-1.6-Cluster (Battery, Air Quality Extended, Solar Inverter), und die native Integration von Matter-Robotersaugern. Für diese Punkte hat das Team für 2026.9 und 2026.10 im Roadmap-Post erste Konzepte angedeutet, aber keine harten Termine. (Home Assistant Matter-Roadmap-Blog vom Juni)
Empfehlung: jetzt updaten, mit Backup
Wer bereits produktiv auf 2026.7 läuft und die Doorbell, Entity-ID-Reorganisation oder Port-80-Umstellung für sich als Mehrwert sieht, kann heute updaten. Die Beta hatte zwei Wochen Zeit zum Reifen, die vier Patch-Release-Kandidaten haben die spürbaren Bugs gefangen, und der Sicherheits-Rollback bei der Netzwerk-Konfiguration fangt die größte Update-Falle des Releases ab. Meine Empfehlung: Backup ziehen, Update starten, Reparatur-Seite nach dem Reboot abarbeiten, die Doorbell-Event-Entity kurz testen, fertig.
Wer eine große Matter-Landschaft mit vielen Kameras hat, die noch nicht als Doorbell erkannt werden, sondern als generische Switches, sollte eine Woche warten, bis die ersten Community-Threads Klarheit über die Doorbell-Detection der individuellen Hersteller schaffen. Aqara G410, Reolink Battery Doorbell PT und Nuki Smart Lock Ultra sind laut Beta-Reports zuverlässig, exotischere Modelle wie die Ubiquiti UDoor oder die Anker Eufy S330 sind noch nicht abschließend getestet.
Wer im Update-Rhythmus generell zwei Releases hinterher hängt und noch auf 2026.5 oder 2026.6 läuft, sollte den Sprung nicht in einem Schritt machen. HA-Team-Empfehlung ist, in solchen Fällen immer über die letzte Version des Vorgängers zu updaten, in diesem Fall also erst auf 2026.7.4, kurz reboot, dann auf 2026.8.0. Der Grund liegt in den Migrations-Skripten, die schrittweise auslaufen und ab einem Alter von vier Releases nicht mehr garantiert alle notwendigen Datenbank-Konversionen fahren.
Nächste Schritte: 2026.9, 2026.10, und der Blick auf 2027
Home Assistant folgt einem Monats-Release-Rhythmus, und der nächste Termin ist der 2. September 2026 mit 2026.9. Aus den offenen Milestone-Issues und dem inoffiziellen Roadmap-Post lässt sich ableiten, dass drei große Baustellen im Fokus stehen. Erstens: die Frontend-Karte für Matter-Kamera-Streams, die endlich die Live-Bilder der Aqara-G410 und ähnlicher Geräte im HA-Dashboard darstellen soll, ohne Umweg über RTSP oder WebRTC. Zweitens: die native Integration von Matter-1.6-Solar-Invertern, die den Weg für die Kombination von Anker SOLIX, Marstek und ähnlichen Speichern in einer sauberen Matter-Landschaft freimacht. Drittens: die Anbindung der Matter-Voice-Cluster, die im 1.6er-Standard erstmals eine standardisierte Voice-Assistant-Schnittstelle definieren und den Weg für eine Voice-PE-Version-Zwei bereiten. (Matter Alpha zur Matter-1.6-Beta in HA)
Für den Rest des Jahres 2026 sind zwei weitere Releases geplant, 2026.10 am 7. Oktober, 2026.11 am 4. November, und 2026.12 dann am 2. Dezember als das traditionelle Weihnachts-Feature-Release, das immer ein besonders großes Paket schnürt. Meine Vermutung, ohne dass das Team es bestätigt hätte: 2026.12 wird die große AI-Voice-Integration mit einer offiziellen "Home Assistant Voice 2" bringen, wenn Nabu Casa die Hardware bis dahin fertig hat. Der Punkt ist im Community-Kalender für November/Dezember mehrfach angedeutet worden, offiziell steht aber noch nichts.
Zusammenfassung: was du dir merken musst
Home Assistant 2026.8 ist der aufräumende Release des Sommers 2026. Der Port 80 löst das Ritual mit :8123 für neue Installationen ab, mit einem sauberen Fünf-Minuten-Rollback für Umsteiger. Matter-Türklingeln funktionieren erstmals als eigene Event-Entities, die Aqara G410 als Referenzgerät ist ohne Basteleien in vier Minuten produktiv. Das Wort "Advanced" verschwindet aus dreiundvierzig UI-Stellen, das Cloud-Menü ist aufgeräumt, die Entity-IDs sind global formatierbar. Devices, die aus mehreren Integrationen kommen, tauchen sauber getrennt auf. Neue Trigger für Vibration und Mondphase, Batteriekapazitäts-Feld im Energie-Dashboard, endlich Suche im Radio-Browser, sechzehn neue Integrationen mit Fokus auf AI und Sprachmodelle, Dropbox auf Silber. Die Breaking-Changes-Liste ist überschaubar und auf UniFi Protect, Robot Vacuums und ein paar herstellerbedingte Änderungen beschränkt.
Wer die Beta gefahren ist, hat den Release-Tag heute mit einem Klick auf Aktualisieren erledigt. Wer neu einsteigt oder sein Update dreimal verschoben hat, findet in 2026.8 den zugänglichsten Release, den Home Assistant je hatte. Marek sitzt heute Nachmittag zum ersten Mal ohne Aqara-App auf dem Handy vor seiner Tür, die Klingel ruft ihn direkt an, die Deckenlampe wechselt grün, das Setup ist so einfach wie er sich es vor zwei Jahren gewünscht hätte. Ich fahre morgen zu einem zweiten Test bei einem Bekannten mit einer Reolink-Video-Doorbell, um zu prüfen ob die Doorbell-Erkennung auch dort so sauber läuft. Wenn ja, wird das der Punkt sein, der aus den kritischen HA-Nutzern der letzten zwei Jahre die begeisterten Matter-Anwender der kommenden zwei Jahre macht.
Quellen
- Home Assistant 2026.8 Beta: A betta title
- Home Assistant Full Changelog 2026.8
- Home Assistant Core 2026.8.0b0 auf GitHub
- Smart Home Junkie: What's New in Home Assistant 2026.8
- Matter Alpha: Home Assistant 2026.8 Beta adds Matter doorbell events
- Notebookcheck: Home Assistant rolls out update with new triggers
- Home Assistant Matter-Integration Doku
- Home Assistant Dropbox-Integration Doku
- Home Assistant OneDrive-Integration Doku
- Home Assistant Moon-Integration Doku
- Home Assistant Matter Upgrade Blog Juni 2026
- Matter Alpha: Home Assistant Matter 1.6 Beta Unlocks
- Home Assistant 2026.7 Release Blog